+
1953: Norman Watson (Mitte), Chef eines Spielzeugherstellers testet das Spiel "Cluedo", das sein Sohn John (links) entwickelt hat.

Adventskalender

Einer am Tisch ist der Mörder

  • schließen

FR-Adventskalender, 11.12.: Bei "Cluedo" kann nur gewinnen, wer gut aufpasst und clever kombiniert.

In Familien mit vielen Kindern ist es mit Spielen ja immer so eine Sache. Der Erste mag kein „Monopoly“, der Zweite findet „Kniffel“ doof und der Dritte spielt generell nur dann mit, wenn er die Karten mischen und sich so zufällig die besten geben darf. Es gibt allerdings ein Spiel, auf das wir Kinder uns früher immer einigen konnten: „Cluedo“. Gewinnen kann nur, wer gut aufpasst und clever kombiniert. Genau das Richtige also für kleine, ehrgeizige Hobbydetektive wie uns. Leider hat genau das früher oder später stets zu heftigen Auseinandersetzungen geführt – dabei ist das Spiel an sich relativ simpel.

Graf Eutin, ein wohlhabender Mann, hat übers Wochenende sechs Gäste auf sein Schloss eingeladen. Doch noch bevor sich alle kennenlernen, wird er ermordet. Ziel des Spiels ist es nun, herauszufinden, welcher der Gäste wo und mit welcher Waffe die Tat begangen hat. Es gibt sechs mögliche Mörder, sechs mögliche Tatorte und sechs mögliche Tatwaffen, jeweils in Form von Spielkarten. Pro Runde wird in jeder der drei Kategorien eine Karte gezogen – so ergibt sich jedes Mal eine neue Kombination aus Mörder, Tatort und Tatwaffe. Die restlichen Karten werden unter den Mitspielern verteilt. Die sammeln nun Hinweise, indem sie Verdächtigungen aussprechen, zum Beispiel: „War es Oberst von Gatow mit dem Dolch im Musikzimmer?“ Hat keiner der Spieler die Karte mit Oberst von Gatow, war er mit ziemlicher Sicherheit der Mörder. Das wird dann auf dem Detektiv-Notizblock notiert.

Wer glaubt, den Fall gelöst zu haben, kann seinen Verdacht äußern und ihn mit der Lösung abgleichen. Aber so, dass die anderen Spieler sie nicht sehen. Denn wer mit seinem Verdacht daneben liegt, weil er falsch kombiniert, einen Hinweis verpasst oder nicht auf seinem Detektiv-Block notiert hat, scheidet aus.

Falscher Verdacht

Und da liegt das Problem: Irgendjemand war immer abgelenkt, äußerte einen falschen Verdacht und war raus. Faire Verlierer waren wir allerdings selten (um genau zu sein: nie). Schließlich war jeder davon überzeugt, die beste Spürnase zu sein. Sobald also Schwester 1 ausgeschieden war, musste das Spiel unterbrochen werden, um lautstark klären zu können, ob Schwester 2 vielleicht geschummelt hatte. Schwester 3 warf Schwester 1 wiederum vor, die Regeln nicht verstanden zu haben und deswegen ausgeschieden zu sein. Gründe zum gepflegten Ausrasten gab es genug. Immerhin: Zu Handgreiflichkeiten kam es nur selten.

An Weihnachten war „Cluedo“ irgendwann tabu. Aber das Spiel steht noch bei meinen Eltern im Regal. Vielleicht sollte ich dieses Jahr, wenn an den Feiertagen alle zusammen sind, mal wieder einen „Cluedo“-Abend anregen – einfach nur, um ein bisschen Leben in die Bude zu bringen.

Je nach Version ist „Cluedo“ bei „Hasbro“ ab 15 Euro zu haben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion