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Auf vielen Straßen in Madrid können Autos ohnehin nicht schneller fahren als die nun landesweit gültigen 30 Kilometer pro Stunde. dpa
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Auf vielen Straßen in Madrid können Autos ohnehin nicht schneller fahren als die nun landesweit gültigen 30 Kilometer pro Stunde.

Verkehr

Tempo 30 in Spanien: Eine Regel, die kaum jemand kannte

  • Martin Dahms
    vonMartin Dahms
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Dass in Spanien innerorts jetzt generell Tempo 30 gilt, wird in vielen Ländern mit Staunen zur Kenntnis genommen. Andererseits gibt es diese Beschränkung in Madrid schon seit drei Jahren.

Madrid - Es gibt Revolutionen, die sind keine. Zum Beispiel diese: Seit Dienstag (11.05.2021) darf in spanischen Ortschaften grundsätzlich nur noch Tempo 30 gefahren werden statt wie bisher 50. Das klingt nach einer einschneidenden Maßnahme. Die Zeitungen und die Kommentatoren sind des Lobes voll: mehr Sicherheit, weniger Unfälle, und hoffentlich auch weniger Lärm und weniger Abgase (was davon abhängt, wie gut die Leute ihr eigenes Auto kennen). Natürlich gibt es immer den einen oder anderen Schwager, der schimpft: „Die wollen, dass wir kein Auto mehr fahren!“ Aber die meisten, die was dazu sagen, finden: Spanien ist auf dem richtigen Weg. Und das schon lange – was wiederum viele nicht wissen.

Tempo 30 gilt in Madrid bereits seit 2018

Einem Reporter der staatlichen spanischen Nachrichtenagentur Efe fiel es am Dienstag ein, mal in Madrid auf die Straße zu gehen und die Leute zu fragen, was sie denn vom neuen spanischen Tempo 30 hielten. Der Reporter hörte viele Achs und Wies, den meisten war diese Neuigkeit unter all den Covid-19-Nachrichten entgangen. Noch überraschter waren sie aber, als ihnen der Reporter verriet, dass in Madrid – also hier, wo Reporter und Befragte gerade standen – die allgemeine Geschwindigkeitsbeschränkung schon im Oktober 2018 auf 30 Kilometer in der Stunde gesenkt worden war. „Finde ich gut, hatte ich aber noch nicht mitbekommen“, sagte eine vor roter Ampel wartende Autofahrerin.

Solche Unwissenheit klingt unglaublich, ist aber doch zu glauben. Was seit knapp drei Jahren in Madrid und seit Dienstag in ganz Spanien gilt, ist Folgendes: grundsätzlich Tempo 30, aber Tempo 50 auf allen Straßen mit zwei oder mehr Fahrspuren pro Richtung. Letztere machen immerhin rund ein Drittel des innerörtlichen Straßennetzes aus. Da darf weiter geflitzt werden.

Und auf all den kleineren Straßen lässt sich sowieso kaum schneller als 30 fahren. Schon früher nicht und heute noch weniger. Auf denen ist zu viel los: links und rechts ein- oder ausparkende Autos, haltende Taxis oder Lieferwagen, alle naselang ein Vorfahrtsignal. Schon Tempo 30 ist da eine starke Leistung. Mindestens in Madrid. Deswegen hat niemand was von den neuen Regeln mitbekommen, auch wenn sie schon drei Jahre lang gelten.

Spanien ist eines der verkehrssichersten Länder Europas

Die Straßenverkehrsbehörde fordert von den Autofahrerinnen und Autofahrern ab jetzt, was sie seit langem sowieso schon tun. Womit die Behörde dem König im „Kleinen Prinzen“ ähnelt, der sogar Sonnenuntergänge befehlen kann – zum angemessenen Zeitpunkt. „Ich habe das Recht, Gehorsam zu fordern, weil meine Befehle vernünftig sind“, sagt der König. Und so sagt es auch die spanische Straßenverkehrsbehörde.

Spanien ist eines der verkehrssichersten Länder Europas, was vor 15 Jahren, als der damalige Innenminister Rubalcaba den Führerschein auf Probe einführte, noch ganz anders war. 2006 gab es mehr als 4000 Verkehrstote, 2019 noch 1755, also weniger als die Hälfte, und im vergangenen Jahr – wegen Covid-19 – wahrscheinlich noch einmal weniger. Das ist die wichtigste Regel, in Spanien wie überall: Wer Auto fährt, muss hin und wieder hart rangenommen werden, mit Bußgeldern und Radarfallen und drohendem Führerscheinentzug. Dann läuft es, sozusagen. (Martin Dahms)

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