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Vor der Ziehung der Lottozahlen überprüft eine Lotto-Mitarbeiterin stets die Lotto-Maschine. (Archivbild)

Nach der Lotto-Panne

Eine Probeziehung mehr

Nach der Panne im Mittwochs-Lotto will es die für die Samstagsziehung zuständige hessische Lottogesellschaft diesmal besonders genau nehmen. Sie plant zur Sicherheit eine zusätzliche Probeziehung, damit ja nichts schief geht.

Nach der Panne im Mittwochs-Lotto will es die für die Samstagsziehung zuständige hessische Lottogesellschaft diesmal besonders genau nehmen. Sie plant zur Sicherheit eine zusätzliche Probeziehung, damit ja nichts schief geht.

Nach der Panne beim Mittwochs-Lotto soll bei der Ziehung am Samstag ganz genau hingeschaut werden. Es werde zur Sicherheit eine Probeziehung mehr geben, sagte eine Sprecherin der zuständigen hessischen Lottogesellschaft am Freitag in Wiesbaden. Das habe Geschäftsführer Heinz-Georg Sundermann angeordnet. Südwest-Lotto will sich indes für ein grundsätzlich besseres Fehlermanagement im Deutschen Lottoblock einsetzen.

Die Ziehung am Samstag wird vom Hessischen Rundfunk live aus einem Studio im 53. Stock des Main Towers in Frankfurt übertragen. Die Geräte sind laut Lotto Hessen ähnlich wie die beim ZDF, aber nicht baugleich. Sie würden wie jedes Mal vor der Ziehung genau überprüft. Im Studio befinden sich nach Angaben der Sprecherin vier Kameras. Mit Hilfe einer Kamera beobachte eine Assistentin das Tableau, von dem aus die Kugeln in die Lostrommel fallen. Geschäftsführer und Ziehungsleiter Sundermann wiederum habe ein Opernglas zur Hand, um im Zweifel von einer erhöhten Position noch einmal nachzusehen.

Das ZDF hatte am Mittwochabend die Pannen-Ziehung übertragen. Dabei war eine Ausspielung erstmals in der Geschichte nachträglich für ungültig erklärt worden, weil zwei Kugeln nicht in die Trommel gerollt waren. Zunächst hatte das niemand bemerkt, kurz danach folgte eine zweite Ziehung. Lotto Rheinland-Pfalz sprach von einem „mehr als peinlichen“ Vorgang. Nach Angaben des ZDF hatte das Gerät in Mainz bei den üblichen Tests vorher einwandfrei funktioniert.

Empörung der Spieler legt sich

Der Ansturm empörter Kunden in Annahmestellen und bei Hotlines von Lotto Rheinland-Pfalz legte sich derweil wieder. „Es gibt noch einige Anfragen, aber es ist nicht mit dem zu vergleichen, was am Donnerstag geschehen ist“, sagte ein Sprecher der Lottogesellschaft in Koblenz. Am Tag nach der Panne hätten viele Tipper ihrem Ärger Luft gemacht. In der kommenden Woche werde noch mit schriftlichen Beschwerden gerechnet. Vereinzelt habe es aber auch positive Reaktionen gegeben. Eine Anruferin habe gesagt, sie hätte bei der ungültigen Ziehung drei Richtige gehabt. Dass diese nun nicht zählten, sei zwar schade, aber eine Panne sei nun mal menschlich.

Die Suche nach dem Fehler geht indes weiter, wird aber noch einige Tage dauern. Das Pannen-Gerät wird nach Angaben der Lottogesellschaft Anfang nächster Woche vom Hersteller überprüft. Das geschehe beim ZDF in Mainz im Beisein des Ziehungsteams. In der darauffolgenden Woche werde das Gerät dann von den Prüfern der SGS-TÜV Saarland unter die Lupe genommen. Der Hersteller stammt aus dem Saarland.

Auch die FDP forderte eine genaue Prüfung des Vorgangs. Die Lottogesellschaft und das ZDF dürften nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, sagte der FDP-Medienexperte Burkhardt Müller-Sönksen der „Rheinischen Post“. Es dürfe niemals der Eindruck entstehen, dass manipuliert werden könne. „Wenn man aber nicht einmal bemerkt, dass zwei Kugeln gar nicht in die Ziehung kommen, dann stellt sich die Frage, ob das früher vielleicht auch schon mal passiert ist.“

Gewinner sind verunsichert

Verunsichert zeigten sich Gewinner der regulären Ziehung vom vergangenen Mittwoch. Mit der Frage „Habe ich auch wirklich gewonnen?“ tastete sich etwa nach Angaben von Lotto Baden-Württemberg ein Glückspilz aus Mannheim in der Stuttgarter Lottozentrale ans Geld heran. Der Mann hatte bei der zweiten Ziehung mit fünf Richtigen und der passenden Zusatzzahl 148 089 Euro gewonnen. Er sei überglücklich gewesen, als der Lotto-Kundenberater ihm den Gewinn bestätigt habe.

Südwest-Lotto-Chefin Marion Caspers-Merk kündigte ein besseres Fehlermanagement an. „Wir werden uns im Deutschen Lottoblock dafür einsetzen, dass die Ziehungsmaschinen von externer Seite überprüft werden.“ Ein Vorfall wie am Mittwoch dürfe sich unter keinen Umständen wiederholen. (dpa)

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