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Ihr aktueller Freund nennt sie ?Gina Fatina?, die Fee.

Gina Lollobrigida

Eine Diva wird 90

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Die italienische Schauspielerin Gina Lollobrigida war lange ein weltweit gefeiertes Sexsymbol. Und auch das Privatleben von "La Lollo" ist immer noch filmreif.

Was die Vorliebe für sehr viel jüngere Partner angeht, sticht sie sogar ihren Landsmann Silvio Berlusconi aus. „Nur“ 49 Jahre trennen den Milliardär und Ex-Premier und seine Verlobte. Gina Lollobrigida dagegen bringt es auf ganze sechs Jahrzehnte mehr Lebenserfahrung als ihr jugendlicher Vertrauter, Manager und Dauerbegleiter Andrea Piazzolla. Er ist knapp 30, während die Filmlegende am Dienstag ihren 90. Geburtstag feiert.

Von einem würdevollen und ruhigen Lebensabend kann bei „La Lollo“ kaum die Rede sein. Geschichten über ihre Männer, Prozesse, ein angeblicher Heiratsschwindel, Familienstreits und Entmündigungsverfahren beschäftigen seit Jahren die Klatschmagazine und lassen in ihrer Peinlichkeit fast vergessen, dass Gina Lollobrigida einmal ein gefeierter Star und eine Schönheit war, der die Welt zu Füßen lag. Heute lässt sie sich in ihrem barock anmutenden römischen Anwesen in selbst entworfenen extravaganten Glitzerroben ablichten und scheut auch schrille Fernsehauftritte nicht.

Im Mai präsentierte sie sich in der Show „Domenica Live“ gemeinsam mit ihrem jungen Manager und stakste im knöchellangen schwarzen Kleid leicht schwankend auf hohen Absätzen ins Studio, die Locken aufgetürmt, das geliftete Gesicht stark geschminkt, neben sich den Mann, der ihr Enkel sein könnte und der sie „Gina Fatina“ nennt – die Fee.

19 Jahre alt war der Römer, als sie sich kennenlernten, ein unbekannter Schul-Abbrecher. Heute verwaltet er ihr Vermögen und kauft sich schnelle Autos und Motorräder von ihrem Geld. Einige Medien schreiben hämisch über „Gina und ihren Toy Boy“. Dass er sie nach Strich und Faden ausnutzt, glaubt ihr Sohn Milko Scofic. Er hat den Manager angezeigt und behauptet seit Jahren, seine Mutter sei nicht mehr zurechnungsfähig, weil sie sich mit Männern umgebe, die ihr ans Vermögen wollten. Schon 2012 wollte er sie unter Vormundschaft stellen lassen, doch ein Gericht entschied dagegen.

Nun soll erneut ein Psychiater ein Gutachten erstellen. „Ich bin völlig klar im Kopf“, versichert Lollobrigida. Ihr Sohn müsse sich darauf einstellen, wieder zu verlieren. „Leider geht es bei der ganzen Sache um Geld“, sagt sie – und das ist eine Feststellung, die auf jeden Fall Klarsicht bezeugt.

Ein geschätztes Vermögen von mehr als 200 Millionen Euro soll die Schauspielerin im Lauf ihrer Karriere angehäuft haben, obwohl sie einst mit Nichts anfing. Die 1927 geborene Luigia, so ihr richtiger Vorname, wuchs zwar in dem Städtchen Subiaco nordöstlich von Rom in wohlhabenden Verhältnissen auf. Doch die Fabrik des Vaters, eines Möbelherstellers, wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstört. Die Familie zog nach Rom und lebte fortan recht bescheiden.

Als junge Frau schlug sich Lollobrigida unter anderem als Modell für Fotoromane namens „Gina Loris“ durch. Mit einem Stipendium studierte sie Bildhauerei und Malerei am römischen Liceo Artistico sowie Operngesang, bevor sie bei Schönheitswettbewerben 1947 fürs Kino entdeckt wurde. Schon als Dreijährige war sie zum schönsten Kleinkind Italiens gekürt worden. In den 50er Jahren war der mediterrane Typ mit üppigen Rundungen schwer gefragt, es war die Zeit der „Busenwunder“.

Nach einigen italienischen Komödien rief bald auch schon Hollywood. Lollobrigida wurde schnell zu einem weltweit bekannten Sexsymbol, zur Marilyn Monroe Italiens, wo man sie stolz „Gina nazionale“ nannte. Sie stand für Kinoerfolge wie „Fanfan, der Husar“, „Die Schönen der Nacht“ und „Der Glöckner von Notre Dame“ vor der Kamera und drehte an der Seite von Anthony Quinn, Errol Flynn, Humphrey Bogart, Burt Lancaster, Sean Connery und Marcello Mastroianni.

In den 70er Jahren wechselte sie vorübergehend das Metier und begann zu fotografieren. Für eine Kurzdokumentation über Fidel Castro reiste sie 1974 nach Kuba, und prompt gab es Gerüchte über eine Affäre der Filmdiva mit dem bärtigen Revolutionsführer. Beide leugneten. „Wir waren verliebt“, soll Castro gesagt haben, „aber es war eine platonische Liebe.“

Was ein skandalfreies Privatleben betrifft, war Lollobrigida jedenfalls weniger erfolgreich als ihre Dauer-Rivalin Sophia Loren, die eine mustergültige Ehe mit dem Filmproduzenten Carlo Ponti führte. Lollobrigida sagte selbst einmal, sie habe in Herzensangelegenheiten weniger Glück gehabt als andere. 1971 wurde sie vom Vater ihres Sohnes, einem slowenischen Arzt, nach 22 Jahren geschieden.

2006, sie war fast 80, flog eine heimliche Liaison mit einem fast 35 Jahre jüngeren Spanier auf. Die Beziehung artete in einen Krieg aus, der bis heute vor Gericht ausgetragen wird. Lollobrigida hatte den katalanischen Unternehmer Javier Rigau heiraten wollen, es sich dann aber anders überlegt. Er dagegen behauptete, die Ehe sei geschlossen worden. Vom Vorwurf, er habe Urkunden gefälscht und sei ein Heiratsschwindler wurde er im März freigesprochen. Lollobrigida will jetzt in Revision gehen.

Auch sonst hat die Jubilarin noch einiges vor, obwohl sie vergangenen Winter drei Mal wegen Lungenentzündung im Krankenhaus war. Gleich zwei Autobiografien wolle sie veröffentlichen, erzählte Lollobrigida kürzlich einem Interviewer. Und außerdem ein Buch mit all den Titelseiten, die sie in neun Jahrzehnten gefüllt hat.

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