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Eine Blume namens Merkel

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Von: Daniela Vates

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Der Botanische Garten in Singapur benennt eine Orchidee nach der Bundeskanzlerin. Auch andere Prominente sind Namenspaten von schönen Gewächsen.

Wie Angela Merkel aussieht, ist noch nicht klar. Es soll eine Überraschung werden, ob die Kanzlerin eher mit Röhren-, Schlüsselloch- oder Fallenblüten ausgestattet ist. Das Geheimnis wird in den ersten Juni-Tagen gelüftet, wenn die Merkel auf einer Asienreise den Botanischen Garten in Singapur besucht. Eine Orchidee soll dann dort nach ihr benannt werden.

Es ist eine ziemlich gängige Übung, dass Blumen die Namen von Prominenten erhalten. Neulich hat Präsidentengattin Bettina Wulff in Holland eine Tulpe verehrt bekommen, als sie eine Blumenausstellung eröffnete. Natürlich hat Kanzler und Rosenzüchter Konrad Adenauer seine Rose. Nach Christina Rau ist ein Rhododendron benannt, nach Model Heidi Klum eine Rose, nach Sängerin Lily Allen überraschenderweise eine Lilie. Manchmal handelt es sich um eine reine Ehrbezeugung, manchmal um eine Werbemaßnahme für Züchter oder einen botanischen Garten.

Die verstorbene Kanzlergattin Loki Schmidt dagegen hat das nach ihr benannte Bromeliengewächs selbst entdeckt. Es ist eine neue Art, nicht einfach die nächste Züchtung wie all die Rosen und Orchideen, weswegen es auch ein lateinisches „Pitcairnia loki-schmidtii“ sein durfte.

Nicht alle Promi-Gewächse sind allerdings nach der Taufe im Handel zu haben. Geschafft hat es zum Beispiel die rote „Edelrose Helmut Kohl“, die als „robust und regenfest“ gepriesen wird und im Internet für 15,95 Euro pro Stück bestellt werden kann. Merkel gibt es als Rose etwas billiger. Von der nach der Kanzlerin benannten „Parfumrose Angie“, cremefarben und angeblich gesund, kräftig und wohlgeformt, bekommt der Hobbygärtner zwei Stück für 10,95 Euro. Noch günstiger gibt es zum Beispiel die Dahlie Otto Waalkes – „krallige Blüten“ für 3,50 Euro.

Ein Kaufanreiz ist so ein Name allerdings selten, sagt der Darmstädter Blumenhändler Kurt Hornstein vom Fachverband Deutscher Floristen. „Deswegen steht keiner Schlange vor dem Laden.“ Ganz allgemein aber liegt Merkel mit einer Orchidee sehr im Trend. Seit ein paar Jahren gebe es einen Orchideen-Boom, sagt Hornstein. Es sei eine platzsparende und pflegeleichte Blume, die nur nicht zu viel gegossen werden dürfe. Designer nutzten sie gerne als Akzent in sachlich eingerichteten Wohnungen. Und weil so viel gekreuzt und gezüchtet werde, gebe es viele Farben und Formen.

Als eigene Arten anerkannt sind weltweit 22.075 Orchideen, davon 16 in Deutschland. Die Sprecherin des Berliner Botanischen Gartens, Gesche Hohlstein, schwärmt von einer „unglaublich faszinierenden Pflanze, die „ganz abgedrehte Sachen“ mache. In den Tropen wächst sie gern auf Bäumen, sie zieht ihr Wasser dann aus der Luft. Und um zu keimen, brauchen die winzigen Samen eine Starthilfe, am besten einen Pilz.

Der Botanische Garten in Singapur benennt immer mal wieder Orchideen nach Politikern. Vor zwei Jahren war der Ministerpräsident der Militärdiktatur von Myanmar, Thein Sein, an der Reihe.

Angela Merkel hat einmal kund getan, ihre Lieblingsblume sei der Rittersporn. Den gibt es zum Beispiel unter dem Namen „Völkerfrieden“.

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