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Auch 2007 galt: The Show must go on. Privat hatten sich Mayte Mateos (l.) und Maria Mendiola da schon lange nichts mehr zu sagen. dpa
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Auch 2007 galt: The Show must go on. Privat hatten sich Mayte Mateos (l.) und Maria Mendiola da schon lange nichts mehr zu sagen. dpa

Disco

Baccara: Sängerin María Mendiola verstorben, ehemalige Kollegin schweigt

  • Martin Dahms
    VonMartin Dahms
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Mit „Yes Sir, I can Boogie“ landete „Baccara“ Ende der 70er-Jahre einen Welthit – kurz darauf zerstritten sich die Sängerinnen. Nun ist eine der beiden Sängerinnen verstorben. Ein Nachruf.

Feindschaft ist das richtige Wort. Vor einigen Jahren traten beide in Moskau auf, beide unter dem Namen „Baccara“, auf zwei verschiedenen Bühnen in zwei verschiedenen Lokalen. Vorher oder nachher liefen sie sich zufällig in der Stadt über den Weg. Sie richteten kein Wort aneinander. „Sie wollte sich mir nähern, aber ich tat so, als wenn ich sie nicht sähe“, erzählten hinterher die eine und die andere. „40 Jahre Erfolg, 35 Jahre Feindschaft“, betitelte die Netzzeitung El Español vor vier Jahren ihre Geschichte über das spanische Popduo „Baccara“. Auch seitdem hat es keine Versöhnung gegeben. Der Erfolg ist ein gefräßiges Ungeheuer.

María Mendiola und Mayte Mateos wollten sein wie die Kessler-Zwillinge. Sie waren hochgewachsen, sangen Englisch mit spanischem Akzent und waren ausgebildete Tänzerinnen, was man kaum glauben mag, wenn man sich ihre alten Videos anschaut. Vor allem aber waren sie wild entschlossen, eines Tages erfolgreich zu sein – das war vielleicht das Wichtigste.

María Mendiola und Mayte Mateos: Baccara wurden in einer Hotelbar entdeckt

Mendiola aus Madrid und Mateos aus Logroño in der Weinbauregion La Rioja arbeiteten beim spanischen Fernsehballett, als sie beschlossen, gemeinsam unter dem Namen „Venus“ aufzutreten, singend und tanzend, wenn man so will. Sie sangen die Hits der Zeit nach, von Abba und von Boney M, und als sie im Hotel Tres Islas auf Fuerteventura (das gibt es heute noch) für zwei Wochen unter Vertrag genommen wurden, bat sie der Hoteldirektor, auch irgendwas Flamenco-Artiges ins Programm zu nehmen, das hätten die deutschen Touristen so gern.

NameMaría Mendiola
Geboren4. April 1952
Verstorben11. September 2021

An einem Abend saß im Publikum der Musikproduzent, der ihr Leben verändern sollte, es klingt wie ausgedacht, aber hin und wieder geschehen diese Geschichten doch. Der Mann hieß Leon Deane, ein Engländer, der für die deutsche Abteilung des Labels RCA arbeitete, so geht die Legende. Wenn man seinen Namen im Netz sucht, taucht er immer nur als Entdecker von Baccara auf Fuerteventura auf, als hätte er sonst nichts getan.

Vielleicht gibt es auch gar keinen Leon Deane, aber sicher ist: Mendiola und Mateos flogen nach Hamburg, um dort in einem Studio eine Platte aufzunehmen. „María sagte zu mir: Wir machen wir das bloß? Ich kann nicht singen und du kannst kein Englisch“, erzählte Mateos später. Eine dieser bösartigen Anekdoten.

Baccara: María Mendiola und Mayte Mateos wurden mit „Yes Sir, I can boogie“ zu Weltstars

Wenig später waren die beiden Weltstars. „Yes Sir, I can boogie“, geschrieben und produziert von den Deutschen Rolf Soja und Frank Dostal, kam im April 1977 heraus und wurde in 18 Ländern zum Nummer-1-Hit. Nur die USA entzogen sich dem Charme des deutschen Disco-Sounds mit spanischem Akzent.

In Spanien selbst brauchte es ein halbes Jahr, bis die Radios den Song entdeckten. Franco war erst seit zwei Jahren tot, und man hörte noch nicht so viel englischsprachige Musik. Die Single verkaufte sich so gut wie kaum eine andere in der Popgeschichte, zwischen 15 und 18 Millionen Mal, womit sie nach der spanischen Wikipedia auf Platz 7, nach der englischen Wikipedia auf Platz 9 der weltweit meistverkauften Singles liegt.

Baccara: María Mendiola im Alter von 69 Jahren verstorben, kein Kommentar von Mayte Mateos

Die Spanierinnen blieben fünf Jahre zusammen, traten 1979 für Luxemburg beim Eurovision Song Contest auf, wo sie mit „Parlez-vous français?“ siebte wurden. Später nahmen sie gemeinsam mit Kindern auch ein deutsches Lied auf: „Eins plus eins ist eins“. Aber dann zerstritten sie sich, weil Mendiola fand, dass Mateos zu sehr im Vordergrund stehe. Was blieb, waren die lebenslange Feindschaft und der Stolz, einen der größten Hits der Welt gesungen zu haben.

An diesem Samstag ist María Mendiola im Alter von 69 Jahren gestorben. Von Mayte Mateos gibt es keinen Kommentar dazu.

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