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In hässlichen Weihnachtspullovern aus den USA: Autorin Romina Kunze (2.v.l.) mit Freundinnen.
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In hässlichen Weihnachtspullovern aus den USA: Autorin Romina Kunze (2.v.l.) mit Freundinnen.

DER FR-ADVENTSKALENDER

Ein Fest für den hässlichen Pullover

Wie eine US-Tradition auch hierzulande zu einer Weihnachts-Gewohnheit wird.

Sie sind bunt, schrill und ... offen gestanden fürchterlich hässlich. Nun liegt Schönheit bekanntlich im Auge des Betrachters. Allerdings verrät der Name der „Ugly Christmas Sweater“ schon, dass es sich beim festlichen Strickpullover zwar um ein auffälliges, aber eher geschmackloses Kleidungsstück handelt. Übersetzt heißen sie nämlich „hässliche Weihnachtspullover“.

In den USA sind sie längst Tradition. Kult wurden sie spätestens mit der berühmten Filmszene aus „Bridget Jones“ (2001), in der Bridget (Renée Zellweger) das erste Mal auf Colin Firth alias Mark Darcy in seinem scheußlichen Rentier-Oberteil trifft.

Auch hierzulande ist der Modetrend mittlerweile in den Boutiquen angekommen und selbst Aldi hat jährlich Christmas Sweater im Angebot.

Für mich zählen die Pullover nicht erst, seit es den hässlichen Eintracht-Frankfurt-Weihnachtspulli gibt, zu meinen persönlichen Weihnachts-Traditionen. Seit meiner Zeit in Pennsylvania – ein Sportstipendium von 2014 bis 2017 – zeige ich um die Feiertage Mut zur Hässlichkeit. Die amerikanischen Freundinnen und Freunde überredeten mich, dabei mitzumachen.

„Damit veralbern wir die Generation der Babyboomer ein wenig, die diese Pullis ganz selbstverständlich getragen haben; wie als fänden wir sie wirklich schön“, erklärten sie mir das Party-Konzept. Ein bisschen also das jugendliche Feier-Äquivalent zu Omas selbst gemachten Wollsocken unter dem Tannenbäumchen, die auch nicht unbedingt zum Lieblingsoutfit zählen, die man aber mit Würde trägt.

Weihnachtsrituale: Für die einen ist es die Gans an Heiligabend, für die anderen muss es „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ im Nachmittagsprogramm sein. Wir alle haben bestimmte Geschichten, Filme oder auch Rituale, die zu Weihnachten gehören – und ohne die unsere Andventszeit nur halb so festlich wäre. In diesem Jahr finden Sie im FR-Adventskalender nicht nur die beliebten persönlichen Geschichten, sondern hin und wieder auch Verlosungen. Viel Glück und auf jeden Fall: Frohes Fest! FR

Einmal mit dem Brauch bekannt gemacht, möchte ich ihn nicht mehr missen und schmeiße nun selbst jährlich eine Ugly Sweater Party für meine Freunde. Hier nun mein Rezept für eine US-Weihnachtsfeier:

Damals in den USA investierte ich nur zwei müde Dollar beim Secondhandshop in das gute Stück. Heute kann ich in meinem Kleiderschrank zwischen drei schreiend unansehnlichen Ugly Christmas Sweatern wählen; darunter auch der besagte Eintracht-Pulli. Geschmacksverirrung muss schließlich Eitelkeit nicht ausschließen.

Wer mit dem Konzept noch ein bisschen warm werden muss, dem sei ein Tässchen Glühwein ans Herz gelegt. Der darf bei meiner Ugly Sweater Party natürlich ebenso wenig fehlen wie der amerikanische Eierlikör EggNog.

Wer das gute alte Wichteln auch noch etwas amerikanisieren möchte, entscheidet sich für die „White Elephant“-Variante. Dabei weiß man nicht, für wen man ein Geschenk besorgt. Vorab wird ein Betrag festgelegt, bei der Party dann alle Präsente auf einen Haufen gelegt und die Reihenfolge der Teilnehmer:innen ausgelost.

Der Erste darf sich ein Päckchen aussuchen, der Zweite entscheiden, ob er das Geschenk des Ersten stiehlt (in dem Fall dürfte Nummer eins ein neues öffnen) oder ein noch verpacktes Präsent wählt. So geht es der Reihe nach. Zurückstehlen geht nicht, ein Geschenk darf maximal dreimal gestohlen werden. Et voila: das Rezept einer lustigen Weihnachtsfeier.

Vergangenes Jahr musste meine traditionelle Feier wegen Corona ausfallen. Ob sie dieses Jahr stattfinden kann, wird mit den steigenden Infektionszahlen auch immer fragwürdiger und unvernünftiger. Aber: Zur Not kann ich ja alle paar Stunden den Pullover wechseln und mir so den Anschein einer bunten Ugly-Christmas-Sweater-Party wahren ...

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