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Witwenrente: Fünf Irrtümer, die richtig teuer werden können

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Von: Johannes Skiba

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Die Regularien der Witwenrente bieten einige Irrtümer. Dadurch können hinterbliebene Ehepartnerinnen und -partner Geld verlieren, das ihnen eigentlich zusteht.

Frankfurt – Durchschnittlich leben Frauen vier bis fünf Jahre länger als Männer. Laut des Statistischen Bundesamtes haben männliche Personen, die heutzutage geboren werden, eine durchschnittliche Lebenserwartung von 78,6 Jahren. Weibliche hingegen werden aktuell 83,4 Jahre alt.

Geldscheine und Stempel mit Witwenrente Geldscheine und Stempel mit Witwenrente, 14..02.2020, Borkwalde, Brandenburg, Au
Die Witwenrente birgt viele Missverständnisse. (Symbolfoto) © Steinach/imago

Im Todesfall steht dem Partner eine sogenannte Rente wegen Todes zu. Da oftmals Frauen diese Art von Rente beziehen, wird diese auch Witwenrente genannt. Zu dieser Rente gibt es einige Unklarheiten, die das Magazin Finanztest etwas genauer betrachtet hat. Diese 5 Irrtümer verkomplizieren die Witwenrente.

Witwenrente: 5 Irrtümer können teuer werden

  1. Die Witwenrente fließt automatisch
  2. Jede oder jeder Hinterbliebene bekommt die Witwenrente
  3. Die Witwenrente genügt, um alle Kosten zu decken
  4. Ex-Partner können keine Witwenrente beziehen
  5. Es gibt keine Alternative zur Witwenrente

Irrtum 1: Die Witwenrente fließt automatisch

Falsch, denn sie muss in jedem Fall bei der deutschen Rentenversicherung beantragt werden. Das ist auch der Fall, wenn die oder der Verstorbene zuvor eine eigene Altersrente bezogen hat. Darüber hinaus müssen sowohl Sterbe- als auch Heiratsurkunde vorliegen. Der entsprechende Antrag „R 0500“ ist auf der Internetseite der Deutschen Rentenversicherung zu finden.

Irrtum 2: Jede oder jeder Hinterbliebene bekommt die Witwenrente

Es gibt bestimmte Voraussetzungen. Der oder die Verstorbene muss zum einen mindestens fünf Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt haben. Zum anderen muss die Hochzeit mindestens ein Jahr zurückliegen. Wenn die oder der Verstorbene jedoch durch einen Unfall gestorben ist, gilt diese Regelung nicht.

Irrtum 3: Die Witwenrente genügt, um alle Kosten zu decken

Wie hoch die Witwenrente tatsächlich ausfällt, hängt vom Rentenanspruch zum Todeszeitpunkt ab. Dazu gibt es eine kleine Witwenrente, die mit 25 Prozent der Rente des verstorbenen Ehepartners oder der Ehepartnerin berechnet wird, sowie die große Witwenrente, bei der man zwischen 55 und 60 Prozent des Rentenanspruchs erhält. Darüber informiert die Deutschen Rentenversicherung auf ihrer Website.

Irrtum 4: Ex-Partnerinnen und -Partner können keine Witwenrente beziehen

Unter bestimmten Umständen ist dies in der Tat möglich. Sollte die Ehe vor dem Jahr 1977 geschieden worden sein oder ein Anspruch der Ex-Partnerin oder des Ex-Partners auf Unterhalt bestehen, können auch diese ebenfalls Witwenrente erhalten. Stiftung Warentest verrät eine weitere Möglichkeit: Es kann die sogenannte Erziehungsrente beantragt werden. Voraussetzung dafür ist es, dass nach dem Tod der Ex-Partnerin oder des Ex-Partners ein gemeinsames Kind, das unter 18 Jahren alt ist, erzogen wird. Somit ist diese Rente im Prinzip ein Ersatz für die Unterhaltszahlungen. Kinder, die eine Behinderung haben, sind von der Altersgrenze befreit.

Irrtum 5: Es gibt keine Alternative zur Witwenrente

Auch das ist nicht richtig. Nachdem man ein Jahr Witwenrente bezieht, ist es weiterhin möglich sich für die Rentensplitting zu entscheiden. Bei dieser Option verzichten man auf die Witwenrente, sichert sich dadurch jedoch eine höhere Alters- und Erwerbsminderungsrente. Dies lohnt sich besonders, wenn der oder die Hinterbliebene ein gutes Einkommen hat. Denn somit würde sich die Rente wegen Todes deutlich mindern, da der Nebenverdienst maximal 950,93 Euro im Westen und 937,73 Euro im Osten betragen darf. Das Rentensplitting ist jedoch nur eine Option, wenn ausreichend Versicherungszeit vorliegt. Unabhängig davon soll die Rente insgesamt spürbar steigen. (jsk)

Auch bei der Energiepauschale gibt es für Rentnerinnen und Rentner einiges zu beachten.

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