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Tote bei Kämpfen in Gefängnis in Ecuador
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Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen verfeindeten Banden sind in dem Gefängnis in Ecuador zahlreiche Häftlinge ums Leben gekommen.

Krieg der Drogenkartelle

Ausnahmezustand in Ecuador: Mehr als 100 Tote nach Aufstand in Gefängnis

  • Julian Dorn
    VonJulian Dorn
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Entsetzliche Szenen in Ecuador: In der Hafenstadt Guayaquil haben Gefängnisinsassen einander mit Schusswaffen und Handgranaten attackiert. Es kam auch zu Enthauptungen.

Guayaquil - Sie attackierten sich mit Schusswaffen und Handgranaten, laut Staatsanwaltschaft kam es auch zu Enthauptungen: Die Szenen, die sich in einem Gefängnis in Ecuador abgespielt haben, sind schockierend. Nun reagiert der Regierungschef des südamerikanischen Landes auf die brutalen Kämpfe mit inzwischen mehr als hundert Toten.

Präsident Guillermo Lasso, der erst seit wenigen Monaten im Amt ist, hat einen Ausnahmezustand in den Gefängnissen des Landes ausgerufen. Auf Twitter kündigte Lasso am Mittwoch (29.09.2021) an, eine Krisensitzung zu leiten, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. In einem Gefängnis in Guayaquil hatten sich am Dienstag mit Feuerwaffen und Granaten bewaffnete Mitglieder rivalisierender Banden bekämpft.

Die Polizei hatte die Zahl der Toten bei den Kämpfen in dem Gefängnis in Guayaquil zunächst mit 24 angegeben. Am Mittwoch (29.09.2021) korrigierten die Behörden die Zahlen dann deutlich nach oben. Präsident Lasso sagte bei einer Pressekonferenz, bei dem „bedauerlichen Vorfall“ seien 116 Menschen getötet und fast 80 weitere verletzt worden. Die Gefängnisbehörde sprach von „mehr als hundert“ getöteten Insassen und 52 Verletzten. Es ist nicht die erste Revolte in dem Land: Schon Anfang des Jahres kam es zu mehreren Aufständen in Gefängnissen - mit 75 Toten.

Chaotische Szenen bei Gefängnis-Revolte in Ecuador: Militär muss mit Panzern anrücken

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden mindestens sechs der Insassen enthauptet. Unter den Verletzten waren demnach auch zwei Polizisten. Der Polizeichef von Guayaquil, Fausto Buenano, sagte, ein Sturm der Polizei auf das Gebäude habe noch „mehr Tote“ verhindert.

Am Mittwoch war der Gefängniskomplex in Guayaquil von Soldaten und einem Panzer umstellt, im weiteren Umkreis der Haftanstalt patrouillierten Polizisten auf Pferden. Angehörige von Insassen des Gefängnisses sprachen die Beamten voll Sorge an. „Wir wollen Informationen, weil wir nichts über unsere Angehörigen wissen, unsere Söhne“, sagte eine Frau, die anonym bleiben wollte. „Mein Sohn befindet sich dort.“

In den chronisch überfüllten ecuadorianischen Gefängnissen kommt es immer wieder zu Ausschreitungen zwischen Mitgliedern von Banden, die mit mexikanischen Drogenkartellen in Verbindung stehen. Nach Angaben des ecuadorianischen Ombudsmanns für Menschenrechte wurden im vergangenen Jahr in Gefängnissen in dem Land 103 Menschen getötet.

Aufstand in Gefängnis in Ecuador: Immer wieder kommt es zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Drogen-Banden

In diesem Jahr kamen bereits rund 180 Gefängnisinsassen in Ecuador bei blutigen Ausschreitungen ums Leben. Dass Gefängnisinsassen Waffen in die Haftanstalten schmuggeln können, führen Experten auf die verbreitete Korruption unter dem Wachpersonal zurück.

In der vergangenen Woche hatte die Polizei in einem Gefängnis von Guayaquil 500 Schuss Munition, eine Handgranate, mehrere Messer, zwei Pistolen, einen Revolver und explosives Material beschlagnahmt. Ein anderes Gefängnis in der Stadt war vor zwei Wochen mit Drohnen angegriffen worden. Die Gefängnisbehörde machte dafür den „Krieg zwischen internationalen Kartellen“ verantwortlich.

Revolte in Gefängnis in Ecuador: Das Land ist eine Drehscheibe für den internationalen Drogenhandel

Mit seiner Lage zwischen den bedeutenden Drogenproduzenten Kolumbien und Peru ist Ecuador eine wichtige Drehscheibe für den Drogenschmuggel in die USA und nach Europa. Guayaquil im Südwesten Ecuadors ist die wichtigste Hafenstadt des Landes. Sie gilt als zentraler Umschlagplatz für den Kokain-Handel, der insbesondere von den mexikanischen Drogenbanden Sinaloa und Jalisco Nuevo Generación genutzt wird. Zwischen Januar und August beschlagnahmten die ecuadorianischen Behörden nach offiziellen Angaben 116 Tonnen Rauschgift, darunter vor allem Kokain. Im gesamten Jahr 2020 beschlagnahmtenFahnder 128 Tonnen Drogen.

In Ecuador gebe es seit 2010 eine „Gefängniskrise“, sagte der Sicherheitsexperte Fernando Carrion der Nachrichtenagentur AFP. Im Durchschnitt der vergangenen elf Jahre habe es in den Haftanstalten des Landes 25 Mordfälle gegeben. Seit 2017 habe sich die Situation dramatisch verschlimmert. In Ecuador gibt es insgesamt 65 Gefängnisse, die Platz für rund 30.000 Insassen bieten. Tatsächlich befinden sich in den Anstalten derzeit aber insgesamt rund 39.000 Häftlinge. (judo/AFP)

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