Westafrika

Ebola bei Fledermaus nachgewiesen

Forscher finden das Ebola-Virus erstmals in der Natur.

Forscher haben das für Menschen hochgefährliche Ebola-Virus erstmals bei einer Fledermaus in Westafrika nachgewiesen. Weitere Untersuchungen müssten nun ergeben, ob mehr Fledermäuse betroffen sind und wie sie das Virus verbreiten, erklärte das liberianische Gesundheitsministerium. „Diese Informationen werden uns helfen, Strategien zu entwickeln, das Risiko weiterer Epidemien zu reduzieren“, hieß es weiter.

Die Analyse des Genoms habe eine große Übereinstimmung mit dem sogenannten Zaire-Ebola-Virus ergeben, das in Westafrika 2014 den verheerenden Ebola-Ausbruch mit rund 11 000 Toten verursacht habe, erklärte der Virologe Simon Anthony von der Universität Columbia in New York zu dem Fund. „Das ist wichtig, weil wir bislang gar nicht wussten, wie es zu der Westafrika-Epidemie kam“, sagte der an der Analyse beteiligte Forscher. Nun könne mehr über Ebola herausgefunden werden, auch hinsichtlich der Frage, wie das Virus auf Menschen übertragen werde. Der Fund ist bislang noch nicht in einer namhaften wissenschaftlichen Publikation veröffentlicht worden, weil die Untersuchungen noch andauern.

Schon 450 Tote im Kongo

Es sei aber vor allem den Behörden in Liberia wichtig gewesen, die Bevölkerung sofort vor der Tötung und dem Verzehr von Fledermäusen zu warnen. Experten nehmen schon lange an, dass Fledermäuse oder Flughunde Träger des Virus und damit der Ausgangspunkt von Epidemien sein können. Das Gesundheitsministerium in Monrovia forderte alle Liberianer auf, keine Fledermäuse mehr zu jagen, zu töten oder zu essen. In Liberia, das einem UN-Index zufolge zu den zehn ärmsten Ländern der Welt gehört, dienen Wildtiere wie Fledermäuse häufig als Nahrung.

In Liberia sind seit dem Ende der Westafrika-Epidemie keine Ebola-Erkrankungen mehr bekannt geworden. Im Ost-Kongo gibt es derzeit den bislang zweitschwersten Ausbruch des hämorrhagischen Fiebers. Dort sind bereits mehr als 700 Menschen erkrankt, knapp 450 Menschen starben. Ein nach der Westafrika-Epidemie entwickelter Ebola-Impfstoff zeigt im Kongo Experten zufolge bislang gute Ergebnisse.

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