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Ebola breitet sich wieder in Uganda aus

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Von: Johannes Dieterich

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21. September 2022, Uganda: Im Ebola-Behandlungszentrum eines Krankenhauses im Distrikt Mubende werden Betten desinfiziert.
21. September 2022, Uganda: Im Ebola-Behandlungszentrum eines Krankenhauses im Distrikt Mubende werden Betten desinfiziert. © Nicholas Kajoba/Imago

Laut WHO ist das Land zwar gut gegen eine Ebola-Epidemie gewappnet, aber gegen die aktuelle Virus-Variante gibt es keinen Impfstoff.

Die Ebola-Epidemie, deren Ausbruch die Gesundheitsbehörde Ugandas vergangene Woche bekanntgab, breitet sich aus. Nach offiziellen Angaben aus dem ostafrikanischen Staat sind vier Menschen an dem Virus gestorben, zudem wurde der Erreger bei 16 Erkrankten nachgewiesen. Bei weiteren 18 Menschen bestehe der Verdacht auf eine Infektion. Die Fälle beschränkten sich noch auf drei Bezirke im Zentrum Ugandas, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mit. Aus der 150 Kilometer entfernten Hauptstadt Kampala sei noch kein Fall bekannt.

Ebola ist eine der tödlichsten Infektionskrankheiten der Welt. Ihr können zwischen 25 und 90 Prozent der Angesteckten zum Opfer fallen. Die Infizierten sterben schmerzvoll an inneren Blutungen, gegen die es bis zum verheerendsten Ausbruch im Dezember 2013 in den westafrikanischen Staaten Guinea, Liberia und Sierra Leone weder Heilmittel noch Impfungen gab. Damals starben rund 11 300 Menschen. Inzwischen gibt es Medikamente und Impfstoffe, die allerdings alle anhand der sogenannten Zaire-Variante des Virus entwickelt wurden. Gegen die „Sudan-Variante“, die dem Ausbruch in Uganda zugrunde liegt, seien die Arzneien nicht oder nur eingeschränkt wirksam, teilt die Weltgesundheitsorganisation WHO mit. Die Sudan-Variante soll aber weniger ansteckend und weniger tödlich als der Zaire-Virus sein.

Hunderte Kontaktpersonen

Uganda sei laut WHO gegen Ebola-Ausbrüche relativ gut gewappnet. Das Land verfüge über ein Labor, in dem das Virus ausfindig gemacht werden kann, über ein Überwachungsprogramm sowie ausgebildete Fachkräfte. Trotzdem hat die Gesundheitsbehörde offenbar noch Schwierigkeiten bei der Ermittlung von Kontaktpersonen. 213 Kontakte der Infizierten wurden ausgemacht, gut die Hälfte seien Pflegekräfte, gab der Epidemie-Beauftragte der Regierung, Oberstleutnant Henry Kyobe, bekannt. Innerhalb der Bevölkerung seien die Kontakte vermutlich wesentlich höher. Beim ersten bekanntgewordenen Fall handelt es sich um einen 24-Jährigen, der im Bezirk Mubende starb. Mubende liegt an einer Hauptverbindungsstraße zwischen Kampala und dem Kongo und verfügt über kleinere Goldvorkommen. Umstände, die für eine hohe Mobilität der Bevölkerung und für Probleme bei der Kontaktermittlung sorgen.

Dem vom US-Pharmakonzern Merck entwickelten Impfstoff Ervebo wird beim Schutz gegen die Zaire-Variante eine sehr gute Wirkung nachgesagt. Das Vakzin ist aber nicht gegen die Sudan-Variante zugelassen. Ein Impfstoff von Johnson und Johnson ist im Umgang mit dem Sudan-Virus noch nicht getestet und noch nicht zugelassen worden. Insgesamt sind sechs Varianten des Ebola-Erregers bekannt, von denen „Zaire“ als der tödlichste gilt.

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