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Ebola breitet sich aus – Lockdown in Uganda

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Von: Johannes Dieterich

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Medizinisches Personal der „Ebola-Behandlungs-Einheit“ steht vor einem Krankenhaus.
Medizinisches Personal der „Ebola-Behandlungs-Einheit“ steht vor einem Krankenhaus. © afp

Die weitere Ausbreitung des Ebola-Virus in Uganda soll verhindert werden - auch die Nachbarstaaten treffen Vorbereitungen.

Entgegen ursprünglicher Widerstände hat Ugandas Präsident Yoweri Museveni inzwischen doch eine strikte Ausgangssperre über zwei Distrikte im Zentrum des ostafrikanischen Staates verhängt, die als Zentrum des jüngsten Ebola-Ausbruchs gelten. Der Lockdown verbietet für die nächsten drei Wochen den öffentlichen und privaten Verkehr, Sportveranstaltungen und Gottesdienste. Lediglich mit einer Person besetzte Motorräder dürfen in den rund 150 Kilometer westlich der Hauptstadt Kampala gelegenen Distrikten Mubende und Kasanda unterwegs sein. Zur Eindämmung der Ausbreitung des tödlichen Ebola-Virus seien „besondere Maßnahmen“ nötig, begründete der Staatschef seinen Gesinnungswandel.

Nachbarstaaten sorgen vor

Die Zahl der Toten ist auf 24 gestiegen, gut 60 Infektionen sind inzwischen bekannt. Unter den Sterbefällen befinden sich fünf Gesundheitskräfte, weitere zehn haben sich angesteckt. 1500 Personen, die mit Infizierten in Kontakt kamen, wurden identifiziert – ein Patient kam in Kampala ums Leben. Ansteckungsfälle sind mittlerweile aus fünf Distrikte im Zentrum des Landes bekannt.

Ugandas Nachbarstaaten Tansania, Ruanda, Kenia und Südsudan verstärkten derweil ihre Vorsorgemaßnahmen an den Grenzen und im Gesundheitswesen. Zur Eindämmung des Ausbruchs wurden Fachkräfte der Weltgesundheitsorganisation WHO sowie des afrikanischen und amerikanischen Zentrums für Seuchenbekämpfung (CDC) in den ostafrikanischen Staat gesandt. Washington hat die Einreise von Menschen aus Uganda (rund 140 Reisende am Tag) bislang nicht verboten, allerdings wurden an mehreren Flughäfen die Gesundheitskontrollen für sie verstärkt.

Derweil sollen in den kommenden zwei Wochen auch Impfstoffe nach Uganda verschifft werden, die sich noch in der Testphase befinden. Mehrere Vakzine, die bei der bisher größten Ebola-Epidemie in Westafrika erfolgreich zum Einsatz kamen, haben sich gegen die nun in Uganda grassierende Variante, den „Sudan-Virus“, als wirkungslos erwiesen. Ein vom US-Institut Sabin entwickelter Impfstoff zeigte sich in Tierversuchen effektiv: 10 000 Dosen sollen jetzt in Uganda weiter getestet werden. Auch Medikamente zur Behandlung der Krankheit wie das bereits gegen Covid eingesetzte Remdesivir und ein MBP134 genanntes Präparat sollen aus den USA ins Land gebracht werden. Gemeinsam eingesetzt überlebten 80 Prozent von mit dem Sudan-Virus infizierten Tiere ihre Erkrankung. Ohne Behandlung liegt die Todesrate unter angesteckten Menschen bei mehr als 50 Prozent.

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