Studie

E-Zigaretten machen herkömmliche Zigaretten nicht beliebter

Trend bei Jugendlichen zur Abkehr vom Tabakrauchen hält an.

E-Zigaretten haben laut einer britischen Studie nicht zu dem befürchteten Revival des Zigarettenkonsums unter Jugendlichen geführt. Bei 13- bis 15-Jährigen würden herkömmliche Zigaretten seit der Einführung der E-Zigarette im Durchschnitt nicht positiver gesehen als vorher, heißt es in der Untersuchung, die am Dienstag im Fachblatt "BMJ Journal Thorax" veröffentlicht wurde. Dies widerspreche der Annahme, "dass E-Zigaretten das Rauchen bei Jugendlichen im Wachstum wieder normalisieren".

Die Forscher haben das Verhalten von einer Million Jugendlichen in Großbritannien in den Jahren 1998 bis 2015 untersucht. Während dieser Zeit sank der Anteil der 13- bis 15-Jährigen, die mindestens ein Mal geraucht haben, von 60 auf 19 Prozent. Der Anteil regelmäßiger Raucher ging von 19 auf fünf Prozent zurück.

Auch die Sicht auf das Rauchen habe sich bei den Jugendlichen im Vereinigten Königreich deutlich gewandelt, legten die Forscher dar. Während im Jahr 2000 noch 70 Prozent der Jugendlichen angaben, es sei "in Ordnung, eine Zigarette zu probieren", waren es 2015 nur noch 27 Prozent.

An diesen Tendenzen änderte sich der Studie zufolge auch nichts in den Jahren 2011 bis 2015, als sich die E-Zigarette ausbreitete. Zahlen aus anderen europäischen Ländern und Nordamerika sprechen für eine ähnliche Entwicklung.

Wie die Gefährdung von Minderjährigen und Erwachsenen durch die neue E-Zigarette einzuschätzen ist, ist wegen mangelnder Erfahrungswerte allerdings noch unklar. Laut einer Untersuchung mit fast 100.000 Erwachsenen in den USA, die im März bei einer Fachkonferenz vorgestellt wurde, steigt durch das Dampfen mit E-Zigaretten das Risiko für Herzerkrankungen um 34 Prozent, für Gefäßerkrankungen um 25 und für Depressionen um 55 Prozent. Bei den Konsumenten herkömmlicher Zigaretten sind diese Risiken noch wesentlich höher. (afp)

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