E-Zigaretten

Ausgedampft

US-Regierung erwägt Verbot ausgefallener Aromen für E-Zigaretten.

Ausgefallene Geschmacksrichtungen für E-Zigaretten sollen nach dem Willen der US-Regierung in den Vereinigten Staaten verboten werden. Präsident Donald Trump kündigte am Mittwoch im Weißen Haus in Washington „sehr strenge“ Vorschriften für Hersteller an und bezeichnete die Nutzung von E-Zigaretten als „großes Problem“. Kurz zuvor hatten US-Behörden einen weiteren Todesfall gemeldet, der auf den Gebrauch von E-Zigaretten zurückgeht - der mittlerweile sechste. 

Die Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) arbeite Richtlinien aus, mit der alle Geschmacksrichtungen mit Ausnahme von Tabak vom Markt verbannt werden sollen, sagte Gesundheitsminister Alex Azar. Es gibt viele verschiedene E-Zigaretten und Tausende sogenannte Liquids – also Flüssigkeiten, die verdampft werden. 

Trump wies mehrfach auf die Risiken des Rauchens von E-Zigaretten hin: Menschen würden sterben, sagte er. „Wir können nicht zulassen, dass Menschen krank werden.“ Vordergründig wurde das geplante Verbot aber nicht mit den bekanntgewordenen Todesfällen begründet, sondern mit dem zunehmenden Konsum durch Minderjährige. 

Minister Azar beklagte, dass immer mehr Schulkinder E-Zigaretten rauchten, die nach Minze, Früchten, Alkohol oder Kaugummi schmeckten. Liquids, die nach Tabak schmecken, seien von der geplanten Regelung ausgenommen, weil Erwachsene die E-Zigaretten „brauchen könnten, um mit dem Rauchen von Zigaretten oder Zigarren aufzuhören“, sagte Azar. 

Im Zusammenhang mit den Todesfällen hatten die Behörden alle Nutzer von E-Zigaretten vor deren Gebrauch wegen möglicher Lungenschäden gewarnt. Neben den Todesfällen wurden der US-Gesundheitsbehörde CDC zufolge rund 450 mögliche Erkrankungen gemeldet.

Meldungen über ungeklärte Lungenerkrankungen, die nach dem Konsum von E-Zigaretten auftreten, hatten sich in den USA in den vergangenen Monaten gehäuft. Die Ursache dafür ist aber noch nicht geklärt. Viele der Betroffenen hatten Liquids mit dem psychoaktiven Cannabis-Wirkstoff THC konsumiert. In Deutschland oder Europa ist bislang kein ähnlicher Anstieg solcher Fälle bekannt. (dpa)

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