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Epstein ist tot - doch der Fall noch lange nicht vorbei.

USA

FBI durchsucht Luxusanwesen Epsteins

„Schwere Unregelmäßigkeiten“ in Haftanstalt bemängelt. Ermittlungen sollen fortgesetzt werden.

Wenige Tage nach dem mutmaßlichen Suizid des wegen Sexualverbrechen angeklagten US-Multimillionärs Jeffrey Epstein hat die US-Bundespolizei FBI laut Medienberichten auf dessen Privatinsel in der Karibik nach Beweisen gesucht. Der Sender „NBC“ berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, Bundespolizisten hätten das luxuriöse Eigenheim Epsteins auf der kleinen Jungferninsel Little St. James am Montag (Ortszeit) durchsucht.

Abgeordnete im US-Kongress haben derweil drängende Fragen: Die führenden Mitglieder des Justizausschusses im Repräsentantenhaus schrieben am Montag an die für Bundesgefängnisse zuständige Behörde und verlangten Aufklärung. Aufgelistet sind 23 Fragen – unter anderem zum allgemeinen Umgang mit psychisch instabilen Insassen in der betroffenen Haftanstalt, aber auch zu den genauen Abläufen in Epsteins Fall kurz vor dessen Tod.

Justizminister William Barr beklagte „schwere Unregelmäßigkeiten“ in der Haftanstalt und kündigte eine gründliche Untersuchung des Falles an. Zudem sicherte er zu, dass die Ermittlungen trotz Epsteins Tod fortgesetzt würden. Mögliche Komplizen sollten sich nicht in Sicherheit wiegen, warnte Barr.

Kritik an Trump-Tweet

Unterdessen kommen immer mehr Details über die Zustände in dem New Yorker Gefängnis ans Licht. Wie die „New York Times“ am Montag schrieb, hatten Wachen in der Nacht zum Samstag stundenlang nicht nach Epstein geschaut, obwohl eine Prüfung alle 30 Minuten vorgesehen gewesen wäre. Auch habe nur einer von ihnen die notwendige Ausbildung als „vollwertiger Justizvollzugsbeamter“ gehabt.

Der in der US-Elite bestens vernetzte Epstein pflegte zeitweise Kontakte zum heutigen Präsidenten Donald Trump, Ex-Präsident Bill Clinton und Prinz Andrew aus Großbritannien. Einige Demokraten, darunter die Präsidentschaftsbewerber Cory Booker und Beto O’Rourke, kritisierten den Umgang von Trump mit dem Fall. Trump hatte am Samstagabend auf Twitter eine Verschwörungstheorie verbreitet, die Bill Clinton in die Nähe von Epsteins Tod rückt und mit Pädophilie-Vorwürfen in Verbindung bringt. Booker bezeichnete das Vorgehen Trumps als „gefährlich“.

Epstein war am Samstag tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden worden. Nach Angaben des US-Justizministeriums beging er Suizid. Ihm war von der Staatsanwaltschaft in New York vorgeworfen worden, Dutzende minderjährige Mädchen missbraucht zu haben. Der 66 Jahre alte Geschäftsmann habe zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen illegalen Sexhandelsring aufgebaut, hieß es in der Anklageschrift. Einige Mädchen seien erst 14 Jahre alt gewesen und mit großen Summen Bargeld angelockt und dazu verleitet worden, weitere Mädchen heranzuschaffen. Bei einer Verurteilung hätten ihm bis zu 45 Jahre Haft gedroht. (afp/dpa)

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