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Polizeieinsatz im Rheinbad in Düsseldorf: Beamte mussten einen Streit zwischen mehreren Hundert Badegästen schlichten.

Düsseldorf

Massenstreit im Rheinbad

Die Polizei muss im Düsseldorfer Rheinbad zwischen hunderten Badegästen schlichten.

In einem Düsseldorfer Freibad ist es zu einem Streit mit mehreren Hundert beteiligten Badegästen gekommen. Die Polizei rückte am Samstag mit Dutzenden Beamten an und versuchte, zu schlichten. 

Zu körperlichen Auseinandersetzungen sei es nicht gekommen, sagte ein Polizeisprecher, der Betreiber ließ das Bad an diesem Abend dennoch vorzeitig schließen.

Nach derzeitigem Informationsstand hätten sich Badegäste von einer Gruppe junger Männer belästigt oder bedroht gefühlt. Möglicherweise seien diese laut oder übergriffig gewesen oder hätten sich auf andere Weise daneben benommen. Einzelne Badegäste hätten das kritisiert, ein Wort habe das andere gegeben, und so habe sich die Stimmung aufgeheizt. Immer mehr Badegäste hätten sich mit denjenigen, die sich belästigt gefühlt hätten, solidarisiert. „So stellt sich zumindest die momentane Informationslage dar“, sagte der Sprecher.

„Man ist dann letztendlich, zwar teilweise widerwillig, teilweise auch freiwillig, den Anweisungen der Polizei gefolgt und hat das Freibad verlassen.“ Die Gruppen hätten sich aufgelöst und verteilt. Möglicherweise sei hinterher an einer U-Bahn-Haltestelle noch jemand in Gewahrsam genommen worden, doch sei dies noch unbestätigt. Letztlich habe sich alles „in Wohlgefallen aufgelöst“, sagte der Sprecher. Vielleicht sei die starke Erhitzung der Gemüter auf die ungewöhnlich hohen Temperaturen zurückzuführen. Über den Vorfall hatte zunächst die „Rheinische Post“ berichtet.

Nach Bekanntwerden des Vorfalls in Düsseldorf meldete sich der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister zu Wort und beklagte eine zunehmende Aggressivität in Freibädern. „Ich bin jetzt 45 Jahre im Job“, sagte Verbandspräsident Peter Harzheim am Sonntag. „Man hat sicherlich einiges erlebt, aber was sich in den letzten 40 Jahren getan hat, ist doch erschreckend. Das Wort „Respekt“ hatte früher eine ganz andere Bedeutung als heute.“

Jetzt bekomme man Sprüche zu hören wie „Alter, was willste?“ Eltern lebten ihren Kindern häufig vor, dass sie sich nichts gefallen lassen müssten. Dazu kämen kulturelle Unterschiede, etwa im Umgang mit Frauen. „Es ist für mich eine traurige Entwicklung, dass wir in den Bädern jetzt immer mehr Security haben müssen“, sagte Harzheim. „Denn ein Bad ist ein Ort der Erholung, der Wellness, des Kennenlernens, der Kommunikation.“ (dpa)

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