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Vizepräsident von Dubai Mohammed bin Raschid al-Maktum
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Vizepräsident von Dubai Mohammed bin Raschid al-Maktum von Dubai und seine Frau.

Dubai

Verschwundende Prinzessin Latifa: Vereinte Nationen fordern von Dubai ein Treffen mit Latifa in Genf 

  • Sophie Vorgrimler
    vonSophie Vorgrimler
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Das Verschwinden von Prinzessin Latifa aus Dubai ist höchst dubios. Videos von ihr im Februar 2021 besorgniserregend. Die Vereinten Nationen stellen jetzt Forderungen an das Land.

Genf - Die Vereinten Nationen (UN) schalten sich erneut im Fall um das Verschwinden von Prinzessin Latifa aus Dubai ein - und fordern das Land auf, Auskunft zu geben.

Die Vorgeschichte um Prinzessin Latifa Al Maktoum, der Tochter des Scheichs und Vizepräsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate Mohammed bin Rashid Al Maktoum, klingt zu absurd: Im Februar 2018 hatte die heute 35-Jährige versucht, Dubai zu verlassen - per Schlauchboot, Jetski und Jacht. Die Flucht blieb erfolglos. Berichten ihrer Freunde zufolge ist sie vor der indischen Küste von einem Sonderkommando gestoppt worden und gewaltsam in ihr Heimatland zurückgebracht worden.

Dubai: Prinzessin Shamsa, die Schwester Latifa, gilt seit dem Jahr 2000 auch als verschollen

Latifas Schwester Shamsa erlitt im Jahr 2000 ein ähnliches Schicksal. Die heute 39-Jährige - sofern sie am Leben ist - wurde 2000 bei einem Urlaub in Cambridge entführt und nach Dubai gebracht - auch sie hatte versucht, sich abzusetzen. Latifa hatte in einem Brief von 2018 dazu aufgerufen, nach Shamsa zu suchen, da diese in Dubai gefangen sei und gefoltert würde.

Seit Latifas Fluchtversuch 2018 gilt nun auch die Jüngere der beiden Schwestern als verschollen. Das erste Lebenszeichen der 35-Jährigen nach ihrer tauchte im vergangenen Februar auf - es lieferte allerdings wenig Grund zu Beruhigung: Freunde hatten Videos der Frau aus dem Jahr 2018 veröffentlicht, in denen Prinzessin Latifa sich selbst filmt und davon berichtet, sie sei entführt worden und werde in einer Villa wie in einem Gefängnis festgehalten. Außerdem sagte sie, sie habe im Jahr 2002 schon einmal versucht ihr Land und ihre Familie zu verlassen.

Dubai: Hält Emir Mohammed bin Raschid al-Maktum seine Tochtergefangen? Mittlerweile fehlt jedes Lebenszeichen von der Prinzessin.

Herrscherfamilie von Dubai gab an, Prinzessin Latifa werde gut betreut - UN zweifelt das an

Nach dem Öffentlich werden der Videos äußerte sich die Herrscherfamilie Dubais und gab an, Latifa werde von ihrer Familie und medizinischem Personal betreut. Menschenrechtler:innen der Vereinten Nationen zweifeln jedoch an, dass Latifa in guten Händen ist. Sie halten die Mitteilung der Familie nach dem besorgniserregenden Video nicht für ausreichend.

Die unabhängigen Menschenrechts-Berichterstatter, die sich mit Folter und Diskriminierung gegen Frauen auseinandersetzen, möchten besser sicherstellen, dass die 35-Jährige wohlauf ist. „Dass sie ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten wird, könnte schädliche körperliche und seelische Folgen haben. Es könnte sich dabei um eine grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung handeln“, hieß es am Dienstag (20.04.2021) in Genf.

UN-Menschenrechtler wollen Auskunft über Prinzessin Latifa aus Dubai

Deshalb fordern die UN vom Golfemirat Dubai ein verlässliches Lebenszeichen von Prinzessin Latifa: Das UN-Menschenrechtsbüro hat ein Treffen mit der Tochter des Emirs Mohammed bin Raschid al-Maktum von Dubai verlangt. Sie seien besorgt über Misshandlungsvorwürfe, teilten sie mit. Man sei alamiert, dass „die Behörden bislang keine konkreten Angaben gemacht haben“.

Dubai ist ein beliebtes Reiseland und beliebtes Auswandungsland deutscher Internetstars. Aus diesem Grund nahm sich auch der Satiriker Jan Böhmermann unlängst dem Golfemirat und seinen Machhabern an - und führte in seiner ZDF Sendung Neo Magazin Royal, die mangelnde Meinungs- und Pressefreiheit von Dubai vor. Auch Prinzessin Latifa ist offenbar Opfer der autoritären Herrschaft in Dubai durch ihren eigenen Vater geworden. (Sophie Vorgrimler mit dpa)

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