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Christian Drosten, Virologe und Direktor des Instituts für Virologie an der Charite-Universitätsklinik Berlin, erwartet im Juni erste sichtbare Erfolge der Impfungen.
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Christian Drosten, Virologe und Direktor des Instituts für Virologie an der Charite-Universitätsklinik Berlin, erwartet im Juni erste sichtbare Erfolge der Impfungen.

„Coronavirus-Update“

Christian Drosten warnt: Entscheidung gegen Impfung ist Entscheidung für eine Corona-Infektion

  • Sebastian Richter
    VonSebastian Richter
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Das Coronavirus wird nicht mehr verschwinden, betont Christian Drosten. Irgendwann seien alle immun – den Weg dahin muss jeder für sich entscheiden.

Berlin – Der Virologe Christian Drosten vermutet, dass in den kommenden eineinhalb Jahren die Bevölkerung in Deutschland immun gegen das Coronavirus sein wird. Entweder durch eine Impfung oder durch natürliche Infektion, so der Wissenschaftler von der Berliner Charité im Podcast „Coronavirus-Update“ am Dienstag. „Dieses Virus wird endemisch werden, das wird nicht weggehen. Und wer sich jetzt beispielsweise aktiv dagegen entscheidet, sich impfen zu lassen, der wird sich unweigerlich infizieren.“ Dagegen könne man aufgrund der immer weiter zurückgenommenen Maßnahmen nichts tun. 

Das Coronavirus werde weiter in der Bevölkerung zirkulieren, beispielsweise unbemerkt im Rachen von Geimpften oder bei kleineren Kindern, die noch nicht geimpft werden können. „Das Virus wird sich unerkannter Weise unter einer Decke des Immunschutzes weiter verbreiten. Und dann trifft es immer auch auf Leute, die nicht immunisiert sind durch eine Impfung, die voll empfänglich sind.“

Christian Drosten: Entscheidung gegen Impfung ist Entscheidung für Corona-Infektion

So schätzt Drosten, dass auf den Intensivstationen auch im kommenden Winter noch Covid-19-Patienten liegen werden. „Diejenigen, die sich aktiv gegen die Impfung entscheiden, die müssen wissen, dass sie sich damit auch aktiv für die natürliche Infektion entscheiden. Ohne jede Wertung“, sagte Drosten. Es sei eine freie Entscheidung. 

Drosten äußerte sich bereits am Montag (10.05.2021) zuversichtlich. Ab Juni werden sich die Impfungen gegen Corona erstmals spürbar auswirken und erste Effekte sichtbar werden. „Der Sommer kann ganz gut werden in Deutschland“, so der Virologe im heute journal des ZDF. Sobald erstmal die jungen, sehr mobilen Menschen geimpft seien, werde sich die Situation stark konsolidieren, so Drosten dann am Dienstag. Die jungen Menschen hätten eine besondere Rolle in der Ausbreitung des Virus.

Grippewelle könnte schwer werden – Drosten fordert breite Impfung vulnerabler Gruppen

Gleichzeitig sei zu befürchten, dass die nächste Grippe-Welle schwer ausfalle, wenn man nicht mit Impfungen gegensteuere, so Drosten. Hintergrund sei, dass die übliche Influenza-Welle im letzten Herbst und Winter ausgeblieben sein. Die Corona-Maßnahmen hätten dazu beigetragen.

Drosten geht ohnehin davon aus, dass im Herbst vulnerable Gruppen großzügig gegen Corona nachgeimpft werden sollten. Diese Impfkampagne könnte man mit einer Impfung gegen die Grippe verbinden. „Jemand, der ein Risiko hat für Influenza, der hat auch dieses Risiko für Covid“, sagt der Virologe.

Drosten über Indische Corona-Mutante: „Wir können dagegen animpfen“

Für die indische Corona-Variante sieht Drosten keinen besonderen Verbreitungsvorteil in Deutschland. Die Mutation B1.617. nannte er schon Ende April die Mutante, die „in der Medienbewertung überschätzt“ werde. Stattdessen komme es vor allem auf den Impffortschritt zum Herbst hin an. Es lasse sich noch nicht vorhersagen, welche Variante bis dahin vorherrsche oder noch neu in Erscheinung trete. Er versichert auch, dass keine neue Pandemie durch die Mutationen drohe. Auch mittels Impfungen zur Auffrischung werden wir „gegen diese Viren in der Symptomatik geschützt sein“, vermutet Drosten.

Die Mutante aus Indien werde etwas weniger beeinträchtigt durch Impfung und Immunität. „Das Virus hat ein bisschen mehr Fitness, aber das bedeutet jetzt überhaupt nicht, dass das eine Riesengefahr für uns unmittelbar darstellt. Und Drosten weiter: „Wir können dagegen animpfen. Wir sind nicht mehr so wehrlos wie letztes Jahr um diese Zeit.“ (Sebsatian Richter)

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