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Ein Mann bekommt in einem Impfzentrum in Israel eine Corona-Schutzimpfung. Das Land hat als erstes begonnen, Menschen über 60 eine dritte Dosis zu impfen.
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Angesichts steigender Infektionszahlen hat Israel als erstes Land damit begonnen, Menschen über 60 Jahren eine dritte Impfdosis gegen das Coronavirus zu geben.

Biontech/Pfizer

Dritte Corona-Impfung: Studie liefert neue Erkenntnisse zu körperlichen Reaktionen

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
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Hunderttausende haben in Israel bereits die dritte Corona-Impfung von Biontech/Pfizer erhalten. Eine Umfrage liefert nun erste Erkenntnisse zum Booster-Vakzin.

Tel Aviv – Während in Deutschland noch über eine dritte Impfung gegen das Coronavirus gesprochen wird, ist man in anderen Ländern schon weiter. Aus Israel gibt es bereits erste Erkenntnisse zu Impfreaktionen der Booster-Impfung von Biontech/Pfizer. Bei einer Umfrage in dem Mittelmeerland gab eine Mehrheit an, nach der dritten Impfung ähnliche Reaktionen gehabt zu haben wie nach der zweiten Spritze.

88 Prozent fühlten sich in der Woche nach der Auffrischungsimpfung ähnlich oder besser, wie die Umfrage der Krankenkasse Clalit ergab. Dies bestätigte eine Sprecherin der Kasse am Montag (09.08.2021). Zehn Prozent hätten sich schlechter gefühlt als nach der zweiten Corona-Impfung. Insgesamt berichteten demnach 31 Prozent der Befragten über mindestens eine Impfreaktion, die meisten über Schmerzen an der Einstichstelle.

Umfrage zur Corona-Impfung in Israel: Impfreaktionen nach der dritten Dosis nicht außergewöhnlich

Die Krankenkasse hat nach eigenen Angaben mehr als 240.000 Mitglieder bereits zum dritten Mal geimpft. Rund 4500 Personen hätten sich an der Umfrage beteiligt, hieß es. Neun Prozent der Befragten gaben demnach Müdigkeit als Reaktion auf die dritte Corona-Impfung an, rund sechs Prozent Unwohlsein. Ein Prozent nahm nach eigenen Angaben wegen der Impfreaktion medizinische Hilfe in Anspruch. Knapp 0,4 der Befragten berichteten über Beschwerden beim Atmen.

„Es hat sich gezeigt, dass sie (Anm. d. Red.: Impfreaktionen) in den meisten Fällen bei der Auffrischungsimpfung ähnlich oder geringer sind“, sagte ein Verantwortlicher der Krankenkasse. Obwohl man noch keine Langzeitstudien über die Wirksamkeit und Sicherheit der Booster-Dosis habe, „weisen diese Ergebnisse für das persönliche Risikomanagement von Personen über 60 Jahren weiterhin auf den Nutzen einer Impfung zum jetzigen Zeitpunkt hin“, fügte er hinzu. Trotzdem sei es weiterhin wichtig, Corona-Hygieneregeln einzuhalten und sich vorsichtig zu verhalten.

Vorreiter in der Pandemie: Israel vergibt dritte Corona-Impfdosis an Über-60-Jährige

Israel vergibt seit rund einer Woche Corona-Auffrischungsimpfungen für 60-Jährige und ältere Jahrgänge – als erster Staat auf der Welt. Hintergrund sind Zahlen des Ministeriums, wonach die Effektivität der in Israel verwendeten Biontech/Pfizer-Impfung seit Anfang Juni stark nachließ. Allerdings kritisieren auch Experten der Regierung, dass diese Zahlen zur Effektivität nicht wissenschaftlich erhoben seien.

Die Zahl der innerhalb eines Tages gemeldeten Neuinfektionen in Israel liegt seit rund einer Woche bei über 3000. Am Montagmorgen (09.08.2021) meldete das Gesundheitsministerium 3372 neue Infektionen für den Vortag. 360 Corona-Patienten sind schwer erkrankt. Mehr als 58 Prozent der rund 9,4 Millionen Israelis sind vollständig geimpft.

Die Impfkampagne in Israel war besonders zu Beginn sehr erfolgreich, sie kam schnell voran und sorgte damit international für Aufsehen. Wie in vielen anderen Ländern geriet sie nach einem rasanten Anstieg der Corona-Impfungen allerdings ins Stocken. Ministerpräsident Naftali Bennett hatte zuletzt von mehr als einer Million Israelis berichtet, die sich impfen lassen könnten, dies aber nicht tun. Am Sonntag rief er explizit die arabische Minderheit dazu auf, sich impfen zu lassen – dort sei die Impfrate zu niedrig. Rund 20 Prozent der Bevölkerung sind Araber.

Booster-Vakzin: Dritte Corona-Impfung könnte immungeschwächte Menschen unterstützen

In Deutschland wird der Schritt, eine dritte Corona-Impfung durchführen zu wollen, von der Politik mit gesundheitlicher Vorsorge und ersten Studienergebnissen begründet, die darauf hinwiesen, dass es bei bestimmten Gruppen vermehrt zu einer reduzierten oder schnell nachlassenden Immunantwort kommen könne. Dies gelte insbesondere für relevant immungeschwächte Menschen sowie für Höchstbetagte und Pflegebedürftige, heißt es.

Hintergrund: Das Immunsystem alter Menschen reagiert nicht so gut wie das von Jüngeren. Die eigentlich hohe Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe kommt bei ihnen nicht voll zum Tragen. Ähnlich kann das bei Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen sein. (tvd/dpa)

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