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Dreimal daneben

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Von: Boris Halva

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Sicherheitskontrolle am Flughafen (Symbolbild).
Sicherheitskontrolle am Flughafen (Symbolbild). © Thomas Banneyer/dpa

Von gar nicht witzigen Mitbringseln, Einbrecher-Pech und einem elegant ausgetricksten Paket-Dieb. Die „Leute der Woche“.

Also, dass eine Handgranate im Handgepäck am Flughafen für Ärger sorgen könnte, hätte sie sich doch denken können. Aber die 78-Jährige dachte wohl: Ein Souvenir aus Polen in Form einer Handgranate ist doch ein „witziges Mitbringsel“ und wird auf dem Flughafen der Insel Usedom wohl schon keinem komisch vorkommen. Tja, statt locker durchgewunken zu werden, löste die Dame am vorigen Wochenende einen Sondereinsatz von Sprengstoffexperten aus. Wie ein Polizeisprecher am Montag sagte, kam es deshalb am Samstag auf dem Flughafen Heringsdorf auch zu Verspätungen für Reisende anderer Flugzeuge – die das sicher gar nicht lustig fanden.

Nachdem die vermeintliche Handgranate im Handgepäck der 78-jährigen Luxemburgerin entdeckt worden war, erklärte die daraufhin, das „witzige Mitbringsel“ sei ein Feuerzeug, das sie im benachbarten Swinemünde gekauft habe. Beruhigend ist in diesem Zusammenhang, dass die Leute beim Zoll nicht sagten, „Ach so, na das ist ja lustig“, sondern sicherheitshalber die Munitions-Experten vom Sprengplatz in Mellenthin hinzuriefen. Die begutachteten den Gegenstand, „um ein Restrisiko auszuschließen“, und gaben nach 90 Minuten Entwarnung. Ob die Dame das witzige Mitbringsel mitnehmen durfte, ist nicht überliefert.

Sicher ist, dass sich ein Einbrecher in Kiel das falsche Objekt ausgesucht hatte: Der 32-Jährige stieg in der Nacht zu Freitag in das Haus eines Polizisten-Ehepaars ein. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, bemerkte der 47 Jahre alte Ehemann den Eindringling am Donnerstagabend in der Küche. Mit seiner Frau und einem Gast – ebenfalls Polizist – überwältigte er ihn und hielt ihn bis zum Eintreffen der diensthabenden Beamten fest. Ersten Erkenntnissen zufolge war der 32-Jährige stark betrunken. Er kam in Gewahrsam. Wie es mit ihm weitergehe, müsse „noch entschieden werden“, hieß es.

Und auch in Mainz hat sich ein Dieb das falsche Objekt ausgesucht, in dem Fall den Briefkasten einer 27-Jährigen, die sich sehr gut mit Überwachungstechnik auskennt. Weil die Frau laut Polizei schon länger den Verdacht hatte, dass ihr jemand Post und Pakete aus dem Briefkasten klaut, bestellte sie online einen Teddybären und ließ sich das Paket vom Zusteller persönlich übergeben. Dann – Agententhriller oder was?! – öffnete sie eine Naht des Teddys, versteckte im Bauch des Bären einen GPS-Sender, und legte das Paket in ihren Briefkasten.

Als zwei Tage später das Paket weg war, konnte die Frau den Teddy in einer Wohnung in der Nähe orten. Sie rief die Polizei, die das Päckchen in der Abstellkammer des Nachbarn fand, nachdem die 27-Jährige einen Signalton auf den Empfänger gesendet hatte. Braucht man nix zu sagen außer: Coole Frau! Und: Ein Ermittlungsverfahren gegen den mutmaßlichen Dieb wurde eingeleitet.

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