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Polizisten in Utrecht im Einsatz.

Niederlande

Drei Tote in Utrecht - Verdächtiger festgenommen

Polizei sucht nach Tatmotiv +++ Verdächtiger festgenommen +++ Terroristischer Angriff oder Beziehungsdrama? +++  Aktuelles zu den Schüssen in Utrecht.

In der niederländischen Großstadt Utrecht sind am Montagmorgen gegen 10:45 Uhr Schüsse in einer Tram gefallen. Das teilte die Polizei über Twitter mit. Die aktuellen Entwicklungen im Überblick:

Dienstag, 05:00 Uhr: Nach den Schüssen in einer Straßenbahn im niederländischen Utrecht hofft die Polizei auf neue Erkenntnisse zum Tatmotiv. Nach seiner Festnahme am Abend soll der 37 Jahre alte Hauptverdächtige weiter vernommen werden. Der gebürtige Türke Gökmen T. soll in der Großstadt südlich von Amsterdam drei Menschen erschossen haben. Fünf weitere Fahrgäste wurden bei dem Angriff am Montag verletzt, drei von ihnen schwer. Die Polizei hält einen Terrorakt, aber auch eine Beziehungstat für möglich.

18:35 Uhr: Der mutmaßliche Schütze von Utrecht ist nach Angaben der Polizei festgenommen worden. Der 37-jährige Gökmen Tanis sei am Montagabend gefasst worden, gab Rob van Bree von der Polizei Utrecht bekannt.

17:53 Uhr: Der Hauptverdächtige des Anschlags war der niederländischen Polizei offenbar bereits bekannt.  Der niederländische Rundfunk NOS berichtete am Montag, der 37-jährige Gokmen Tanis habe ein langes Vorstrafenregister. Darin finden sich unter anderem Verurteilungen wegen Ladendiebstahls, Trunkenheit am Steuer, ein Vorwurf der Vergewaltigung und die Zerstörung einer Polizeizelle.

16:32 Uhr: Die Polizei gibt eine erste Entwarnung. Die Menschen, die zuvor aufgerufen waren, zuhause zu bleiben, könnten wieder auf die Straße gehen, teilte die Polizei am Montag mit. Inzwischen gehen die Ermittler davon aus, dass es sich neben einem terroristischen Motiv auch um eine Beziehungstat handeln könne.

16:22 Uhr: Nach den Schüssen in einer Straßenbahn in Utrecht schließt die Polizei neben einem terroristischen Motiv auch ein Familiendrama nicht aus. „Es könnte auch sein, dass es eine Beziehungstat ist“, sagte Polizeisprecher Bernard Jens am Montag dem niederländischen NOS Rundfunk.

16:20 Uhr: Auch die Polizei in Nordrhein-Westfalen fahndet nach den Schüssen in Utrecht nach einem 37-Jährigen mit unklarem Aufenthaltsort. Es gebe aber keine konkreten Hinweise, dass sich der Mann in NRW aufhalte, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Montag in Düsseldorf. Landesweit seien alle Kreispolizeibehörden informiert. Streifenwagen-Besatzungen würden nach dem Mann Ausschau halten. Die Fahndung innerhalb von NRW werde von der Essener Polizei koordiniert. Die niederländische Polizei hatte ein Foto von dem Mann aus der Straßenbahn veröffentlicht. „Selbstverständlich steht die NRW-Polizei in dieser schwierigen Situation an der Seite ihrer niederländischen Kollegen und unterstützt sie nach Kräften“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). Der Tatort Utrecht liegt nur etwa 75 Kilometer von der deutschen Grenze bei Kleve entfernt. Die Bundespolizei kontrolliert an der deutschen Grenze bei Verdacht Fahrzeuge.

16:17 Uhr: König Willem-Alexander und Königin Máxima haben sich nach dem Anschlag von Utrecht mit mindestens drei Toten bestürzt gezeigt. In einer Erklärung des Hofes hieß es am Montag: „Unser tiefes Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Familien.“ Das Königspaar rief die Niederländer auf, für eine freie Gesellschaft zusammenzustehen. In Gedanken seien sie bei den Bürgern von Utrecht.

15:08 Uhr: Man gehe von einem terroristischen Motiv aus, sagt der Bürgermeister.

15:06 Uhr: Bei dem Anschlag sind nach den Worten des Bürgermeisters drei Menschen ums Leben gekommen. Außerdem seien neun Menschen verletzt worden, drei davon schwer, sagt Jan van Zanen in einer Videobotschaft.

15:02 Uhr:  „Unser Land ist heute durch einen Anschlag aufgeschreckt worden“, sagt Rutte. Gewalt habe unschuldige Menschen getroffen. „Ein Terrorakt ist ein Angriff auf unsere Zivilisation.“ Es werde alles versucht, um den oder die Täter zu fassen. „Wir werden nie vor Intoleranz weichen.“

14:52 Uhr: Die Polizei korrigiert auf Twitter: Die korrekte Schreibweise des Namens laute Gökmen Tanis.

14:50 Uhr: Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte geht von einem Anschlag aus. Bei einer kurzen Pressekonferenz schließt er einen terroristischen Hintergrund nicht aus.

14:46 Uhr: Wer den gesuchten Mann namens Gökman Tanis sehe, solle sich ihm nicht nähern, sondern die Polizei rufen.

14:29 Uhr: Die Polizei fahndet nach einem 37-Jährigen Mann. Der Verdächtige soll in der Türkei geboren sein, teilt die Polizei auf Twitter mit. Sie veröffentlicht auch ein Foto des Mannes aus der Straßenbahn.

14:00 Uhr: Angesichts der höchsten Terroralarmstufe in der Region wurde im niederländischen Regierungszentrum, dem Binnenhof in Den Haag, vor dem Parlament und dem Amtssitz des Ministerpräsidenten die Polizeipräsenz verstärkt. Regierungschef Mark Rutte will um 14:30 Uhr eine Pressekonferenz geben.

13:53 Uhr: In der niederländischen Stadt Utrecht sind am Montagvormittag an mehreren Stellen Schüsse gefallen. Das sagte der Chef der niederländischen Anti-Terror-Behörde, Pieter-Jaap Aalbersberg. Derzeit laufe ein „großer Polizeieinsatz“, um den flüchtigen Schützen zu fassen, sagte Aalbersberg bei einer Pressekonferenz in Den Haag.

13:44 Uhr: Die niederländischen Behörden haben die Sicherheitskontrollen an den Flughäfen verschärft. Wie die Militärpolizei am Montag bei Twitter mitteilte, galten auch an zentralen Gebäuden strengere Sicherheitsvorschriften.

13:42 Uhr: Die Polizei sperrt eine Straße in Utrecht ab. Mitglieder einer Anti-Terror-Einheit drangen nach Berichten niederländischer Reporter in eine Wohnung ein. Schüsse seien nicht zu hören gewesen.

13:40 Uhr: Nach den Schüssen von Utrecht hat die Universität der Stadt ihre Türen geschlossen. Alle Studenten wurden aufgefordert, in den Universitätsgebäuden zu bleiben, wie die Universität am Montag mitteilte.

13:37 Uhr: Bei dem Angriff in Utrecht ist nach Informationen von Medien mindestens ein Mensch getötet worden. Drei weitere seien ins Krankenhaus gebracht worden, wie das niederländische Fernsehen und die Zeitung „De Telegraaf“ berichten. Mehrere Menschen seien am Tatort bei der Straßenbahn medizinisch versorgt worden. Die Polizei und Anti-Terror-Einheiten seien mit starken Kräften unterwegs.

13:34 Uhr: Nach den Schüssen in Utrecht sollen die Menschen in der Stadt ihre Häuser nicht verlassen. Das teilte die Stadt am Montag mit. Weitere Zwischenfälle seien nicht ausgeschlossen. Die Polizei suche noch nach dem Täter.

13:25 Uhr: Die deutsche Bundespolizei kontrolliert nach den Schüssen von Utrecht an Straßen und in Zügen an der deutschen Grenze. „Wir haben unsere Fahndungsmaßnahmen hochgefahren, nachdem wir informiert wurden“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Kleve, die nahe der Grenze zu den Niederlanden liegt, der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Alle verfügbaren Beamten seien im Einsatz, außerdem verstärkten Beamte der Landespolizei Nordrhein-Westfalen. Schwerpunkt sei die Autobahn 3. Aber auch an anderen Autobahnen, an Bundesstraßen und an kleinen Grenzübergängen ständen Beamte. Sie schauten sich die sich nähernden Fahrzeuge an und würden gezielt Fahrzeuge herausziehen aus dem fließenden Verkehr bei Verdacht. Auch bei grenzüberschreitenden Bahnverbindungen gebe es Kontrollen. Beamte gingen durch die Züge.

13.14 Uhr: In der niederländischen Stadt Utrecht haben nach den Schüssen in einer Straßenbahn alle Moscheen vorsorglich geschlossen. „Wir haben das in Abstimmung mit der Polizei getan“, sagte der Sprecher der größten Moschee in der Stadt. Zuvor waren mehrere Menschen durch Schüsse in einer Straßenbahn schwer verletzt worden. Die Polizei schließt einen terroristischen Hintergrund nicht aus.

13:00 Uhr: Die zuständige Behörde rief am Montagmittag die höchste Terrorwarnstufe für die Provinz Utrecht aus. Die politischen Parteien unterbrachen nach Berichten niederländischer Medien ihren Wahlkampf für die am Mittwoch anstehenden Wahlen für die Provinzparlamente. Der Utrechter Bürgermeister Jan van Zanen sprach von einem „abscheulichen und schwerwiegenden Vorfall“. 

Hintergrund ist bisher unklar

Die genauen Hintergründe des Vorfalls in Utrecht waren zunächst unklar. Die Polizei schloss ein terroristisches Motiv nicht aus. Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren, teilte die Polizei mit. Auch die Zahl der Verletzten war zunächst unklar. Die Gemeinde Utrecht richtete eine Telefon-Hotline ein.

Einsatzkräfte seien vor Ort, hieß es, unter anderem seien drei Hubschrauber im Einsatz. Der Vorfall ereignete sich im Westen der Stadt. Utrecht liegt etwa 75 Kilometer entfernt von der deutschen Grenze und hat etwa 350 000 Einwohner.

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte äußerte sich besorgt. Rutte habe in Den Haag von einer „beunruhigenden“ Situation gesprochen, meldeten niederländische Medien. Ein Krisenteam sei eingesetzt worden. (dpa/FR/afp)

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