Adventskalender

Doppelt sehen - mit und ohne Alkohol

  • schließen

FR-Adventskalender, 13.12.: Mit "Dobble" wird es kurzweilig und hektisch.

Wenn man sich, satt von der Liebe der Liebsten, dem üppigen Weihnachtsmahl und der Freude über die schönen Geschenke, nur noch vom Tisch zum Sofa rollen kann, dann braucht es etwas Aufregung, um der Feiertagsstarre wieder zu entkommen. Ganz leicht in Schwung kommt man mit einem kurzweiligen und rasanten Spiel – denn seien wir ehrlich, die Aussicht auf eine zähe Runde „Die Siedler von Catan“ oder „Risiko“ mit dem Schwager, der in Sachen strategisches Denken allen in der Runde haushoch überlegen ist und IMMER gewinnt, ist nicht verlockend …

Mit „Dobble“ wird es kurzweilig und hektisch – alle spielen gleichzeitig und man muss die in Glühwein und Bratensoße schwimmenden Synapsen zum Laufen bringen, um nicht völlig unterzugehen. Doch anders als der Klassiker der „Alle-spielen-gleichzeitig-Spiele“ – „Halli Galli“ –, bei dem das helle „Ding“ der Hotelrezeptionsglocke irgendwann nervt, unterhält „Dobble“ auch noch jene mit, die längst mit dem Likörglas unter der Tanne dösen. Denn statt des monotonen Klingelns zerreißen plötzlich geschriene Wörter wie „Totenkopf“, „Käse“ oder „Stoppschild“ die besinnliche Feiertagsstille.

Bei „Dobble“ wird eine der 55 runden Karten in die Tischmitte gelegt, die übrigen Karten werden auf die Mitspieler verteilt. Jeder legt seinen Stapel verdeckt vor sich. Nach einem Startsignal drehen alle Spieler gleichzeitig die oberste Karte ihres Stapels um und versuchen, als erste oder erster zu erkennen, welches Symbol sowohl auf ihrer Karte als auch auf der Karte in der Mitte abgebildet ist. Klingt simpel, ist aber echt schwer – denn die über 50 Symbole im Spiel sind immer wieder unterschiedlich groß und in einem wildem Mix auf die Karten gedruckt. Und da bei „Dobble“ die Karten rund sind, kann man sich schlecht orientieren, es gibt ja kein oben oder unten.

Immer wieder im maximal 15-minütigen Spielverlauf scheint man auf dem Schlauch zu stehen, kann unter den je acht Bildchen auf den Karten partout jenes nicht finden, das auch auf der eigenen Karte auftaucht. Das führt zu lustigen Situationen mit sekundenlangem, verzweifeltem Schweigen, Gucken, Haare raufen, bis endlich jemand befreit „Baum“, oder eben „Käse“ schreit und seine Karte auf den Stapel knallt. Die Karte desjenigen, der zuerst ein doppeltes Symbol erkannt hat, dient als neue Ausgangskarte. Gewonnen hat, wer seine Karten zuerst komplett losgeworden ist.

„Dobble“ kann ab sechs Jahren und in Runden von zwei bis acht Leuten gespielt werden und macht Erwachsenen und Kindern Spaß. Aber Achtung: Wo der strategische Schwager bei „Risiko“ im Vorteil ist, werden bei „Dobble“ fixe Töchter und Söhne, Nichten und Neffen plötzlich zu den schärfsten Gegnern.

„Dobble“ ist bei Asmodee erschienen und kostet rund 15 Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion