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In manchen Versionen des „Donauliedes“ wird die Vergewaltigung einer am Ufer schlafenden Frau besungen.
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In manchen Versionen des „Donauliedes“ wird die Vergewaltigung einer am Ufer schlafenden Frau besungen.

„Aktion gegen Bierzeltsexismus“

Debatte um das Donaulied: Sexistische Zeilen des Anstoßes

  • vonAndreas Sieler
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Nach einer Petition von Passauer Studierenden: Der Innenausschuss des Landtags in Bayern befasst sich mit dem „Donaulied“.

Sexismus im Bierzelt bis hin zur Verherrlichung einer Vergewaltigung – dagegen hat 2020 eine Gruppe Studierender aus Passau mobil gemacht und eine breite Debatte ausgelöst. Konkret geht es um das „Donaulied“, in dem – in manchen Versionen – die Vergewaltigung einer am Donauufer schlafenden Frau besungen wird, obszön und gewaltverherrlichend.

Die Studierenden haben die Initiative „Aktion gegen Bierzeltsexismus“ (AgBS) gegründet und eine Petition gestartet, um das Lied aus Festzelten zu verbannen. 36.000 Menschen haben diese unterzeichnet. Nun hat sich am Mittwoch der Innenausschuss des bayerischen Landtags damit beschäftigt. Ergebnis: Der Umgang mit dem Lied auf Festen soll eine kommunale Angelegenheit bleiben, das Gremium sei nicht zuständig. „Es ist kein Geheimnis, dass wir Grüne die Petition sehr unterstützenswert finden“, sagte Katharina Schulze. Die Grünen-Abgeordnete und einzige Frau des 18-köpfigen Innenausschusses, setzte sich für das Anliegen ein.

„Tag gegen Diskriminierung, Sexismus und Rassismus“ gefordert

Mit der Petition einher gingen unter anderem die Forderung nach einem „Tag gegen Diskriminierung, Sexismus und Rassismus“ in Bayern sowie der Schaffung einer bayerischen Antidiskriminierungsstelle – letztlich ohne Erfolg. Beides sei „nicht erforderlich“, befand etwa Holger Dremel (CSU) in der Debatte, eine Antidiskriminierungsstelle auf Bundesebene sei ausreichend. Nur Grüne und SPD stimmten dafür.

Bei der AgBS hat man sich mehr erhofft: „Besonders halten wir es für schade, dass es auch keinen Tag gegen Sexismus und Diskriminierung geben wird. Dieser wäre absolut angebracht und zeitgemäß“, so die Initiator:innen in einem Statement. Zudem kritisieren sie die CSU: „Mit Blick auf die CSU-Landesregierung hätten wir uns mehr Position gewünscht.“ Diese bezeichne die Verherrlichung von Gewalt und Vergewaltigung als „geschmacklos“, sehe es aber nicht als Aufgabe der Politik, aktiv zu werden.

Donaulied soll nicht verboten werden

Ursprüngliches Ziel der Petition war es gar nicht, auf ein Verbot des Liedes hinzuwirken, sagte Corinna Schütz, die Studentin, die die Petition ins Rollen brachte, vergangenen Sommer in einem FR-Interview. Viel mehr sollte ein gesellschaftlicher Konsens ein Verzicht auf das Lied bewirken. In jedem Fall ist es den Studierenden gelungen, eine breite Debatte über Alltagssexismus anzustoßen.

Hinzu kommen Erfolge auf kommunaler Ebene: In Passau soll es nicht mehr gespielt werden, in Montabaur ist es auf öffentlichen Festen verboten. In Erlangen, wo mit der dortigen Bergkirchweih eines der größten deutschen Volksfeste gefeiert wird, deutet sich ein Verbot an, auch in anderen Städten formiert sich Protest.

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