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Der Präsident interessiere sich wegen der natürlichen Ressourcen und der geostrategischen Bedeutung für das nordöstlich von Kanada gelegene Grönland, hieß es.

Grönland kaufen?

Donald will ein Eis!

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Ein ganz großes Eis! Und bekommt von den Grönländern eine ziemlich coole Absage.

Ein Aprilscherz? Dass Donald Trump kein Mann der Scherze ist, das müsste Lars Løkke Rasmussen doch wissen. Immerhin war Herr Rasmussen bis Juni dänischer Ministerpräsident und dürfte mitbekommen haben, dass der US-Präsident gerne Sachen sagt (oder auch twittert), die mitunter so irre sind, dass sie eigentlich nur als Scherz gemeint sein können – sich aber nicht selten im Nachhinein herausstellt, dass er es doch ernst meinte.

Man möchte also nicht in der Haut der etwa 57 000 auf Grönland lebenden Menschen gesteckt haben, als das „Wall Street Journal“ am Donnerstag unter Berufung auf „vertraute Kreise“ berichtete, Trump habe seine Berater angewiesen, doch bitte zu prüfen, ob die größte Insel der Welt nicht von den USA gekauft werden könnte. Der Präsident interessiere sich wegen der natürlichen Ressourcen und der geostrategischen Bedeutung für das nordöstlich von Kanada gelegene Grönland, hieß es. Einige Berater nannten einen Kauf Grönlands „vorteilhaft“ für die USA, andere gingen von einer „flüchtigen Faszination“ des Präsidenten für die zu 85 Prozent von kilometerdickem Eis bedeckte Insel aus.

Ob nur flüchtig oder doch tüchtig fasziniert – weil Grönland als autonomes Gebiet zu Dänemark gehört, fühlte sich gestern auch der bereits erwähnte Lars Løkke Rasmussen zu einem Kommentar in der Causa „Trump und das große Eis“ bemüßigt und twitterte etwas unbeholfen: „Das muss ein Aprilscherz sein.“

Da ging Grönlands Regierung auf Twitter doch deutlich lässiger mit Trumps jüngsten Aneignungsüberlegungen um. Grönland habe natürlich ein reiches Vorkommen an Bodenschätzen und große Fischbestände, außerdem sei das Wasser sehr sauber und das Eis so weiß wie sonst an kaum einem Ort der Welt. Nicht zu vergessen die wirtschaftlichen Perspektiven, die mit einem nachhaltig ausgerichteten Tourismus einhergingen... Da machen die Grönländer dem Präsidenten ihre Insel so richtig schmackhaft, um dann klarzustellen: Guten Ideen und seriösen Firmen gegenüber sei man auf der Insel durchaus aufgeschlossen. Aber eines sei Grönland ganz bestimmt nicht: zu verkaufen!

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