Betrug bei US-Wahl

Fox News: Vorwürfe des Wahlbetrugs könnten TV-Sender teuer zu stehen kommen

Von Sophia Lother

Auch viele Trump-Fans klammerten sich an die Manipulationsvorwürfe nach der US-Wahl.

Es ist nicht die erste Klage, die Dominion Votings Systems gegen Vorwürfe des Wahlbetrugs einreicht. Sie könnte Fox News extrem teuer zu stehen kommen.

Delaware - Nach den massenhaften Vorwürfen des Wahlbetrugs bei der US-Wahl 2020 wehrt sich Dominion Voting Systems einmal mehr – die kanadische Firma für Wahlsoftware und Wahlmaschinen zieht vor Gericht. Ziel der Verleumdungsklage ist diesmal jedoch keine Einzelperson, sondern Fox News, einer der Lieblingssender von Ex-Präsident Donald Trump.

Nach Erkenntnissen der „Washington Post“ betont Dominion in seiner Klage: Fox News und einige der Moderatoren und Kommentatoren hätten Verschwörungstheorien verbreitet, die der Firma würde die Präsidentschaftswahl in den USA manipulieren. Außerdem habe es der Sender zugelassen, dass Gäste falsche Informationen verbreiteten. Zu diesen falschen Theorien gehöre beispielsweise, dass die Wahlmaschinen in Venezuela hergestellt werden, um dort die Wahlen für den Diktator Hugo Chávez zu manipulieren. Andere Verschwörungstheorien gaben an, dass der Algorithmus der Firma die Stimmen zum Nachteil von Donald Trump beeinflusst habe. „Fox hat sich an der Propaganda dieser enormen und falschen Vorwürfe wissentlich beteiligt, um von diesen Lügen zu profitieren“, heißt es in der Klage.

Klage gegen Fox News: Dominion Voting Systems wehrt sich gegen Wahlbetrugs-Vorwürfe

Fox News reagierte bereits auf die Klage von Dominion Voting Systems. In einem Statement heißt es, das Unternehmen sei stolz darauf, wie es die US-Wahl 2020 begleitet habe. Damit stehe der Sender „in der höchsten Tradition des amerikanischen Journalismus und wird sich mit allen Mitteln gegen diese unbegründete Klage vor Gericht verteidigen“.

Werbung
Werbung

Die Klage gegen den TV-Sender Fox News ist nicht die erste, die das Unternehmen bestreitet. Die Liste ist lang. Nachdem beispielsweise die Trump-nahe Anwältin Sidney Powell Dominion Voting Systems ebenfalls für vermeintlichen Wahlbetrug verantwortlich gemacht hatte, reichte es eine Klage ein und verlangte 1,3 Milliarden Dollar. Daraufhin machte die Anwältin einen Rückzieher und erklärte, lediglich ihre Meinung gesagt und keine Fakten verbreitet zu haben. Auch gegen den Star-Anwalt von Donald Trump, Rudy Giuliani reichte Dominion Klage ein. 1,3 Milliarden Dollar Schadensersatz wurden gefordert – unter anderem wegen der Vorwürfe, die Wahlen in Venezuela manipuliert zu haben.

Donald Trump

Alle Informationen zum 45. US-Präsidenten finden Sie in den Trump-News.

Nach Wahlmanipulations-Vorwürfen: Mehrere Klagen gegen Trump-Anhänger

Eine weitere Klage wurde gegen den „MyPillow“-Chef und Verbündeten des Ex-Präsidenten, Mike Lindell eingereicht. So unterstellt Dominion Voting Systems Lindell, Falschbehauptungen zum Wahlbetrug gegen Donald Trump ausgenutzt zu haben, um seine Verkaufszahlen zu verbessern.

Mit Fox News greift die Firma nun keine Einzelperson, sondern ein ganzes Unternehmen an. Wie die „Washington Post“ berichtet, skizzieren die Anwälte von Dominion, wie die Wahlbetrugs-Vorwürfe im Rahmen der Berichterstattung des Senders zunahmen. In den Tagen nach der US-Wahl habe der Sender Zuschauer verloren, da viele Trump-Fans zu extremeren rechten TV-Sendern gewechselt seien. Bekannte Trump-Anhänger wie Giuliani und Powell hätten bei konservativen Portalen aus dem rechten Flügel Trumps Vorwürfe der Wahlfälschung wiederholt. Moderator:innen wie Maria Bartiromo und Lou Dobbs hätten diese Lügen dann weiterverbreitet und gestärkt.

Dominion Voting Systems versus Fox News: 1,6 Milliarden Dollar Schadensersatz drohen

Dominion hätte sich im Vorfeld der Klage mit mehreren Beschwerden per Mail an Fox News gewandt, und um eine Richtigstellung gebeten, wurde aber ignoriert, heißt es weiter. Aufgrund der falschen Vorwürfe des Senders seien Angestellte des Unternehmens bedroht worden. Außerdem habe der Ruf von Dominion Voting Systems Schaden genommen, was sich auch negativ auf den Wert der Firma niedergeschlagen habe. Wie sich Fox News weiter verhält, bleibt abzuwarten. Wenn es zum Gerichtsverfahren kommt und Dominion gewinnt, könnte es teuer werden für den TV-Sender. 1,6 Milliarden US-Dollar verlangt die Firma, so die „Washington Post“. (Sophia Lother)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

DelawareUSADonald Trump
Kommentare zu diesem Artikel