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Roger Stone nach einer Rede vor Trump-Anhängern vor am 05. Januar 2021.
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Roger Stone nach einer Rede vor Trump-Anhängern vor am 05. Januar 2021. (Archivfoto)

Sturm auf Kapitol

Trumps Ex-Berater gerät ins Visier des FBI

  • vonSebastian Richter
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Beim Sturm aufs Kapitol wurden Menschen getötet, die Demokratie der USA beschädigt. Das FBI wertet Kontakte zwischen Protestlern und Angehörigen der Regierung aus.

  • Das FBI arbeitet den Sturm auf das Kapitol vom 6. Januar 2021 auf.
  • Die Beamten suchen insbesondere für Beweise, dass Angehörige der US-Regierung über die Ausschreitungen informiert waren. Roger Stone, ehemaliger Berater Donald Trumps, steht besonders im Fokus der Ermittlungen.
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Washington D.C. – Ein Mitglied der rechtsnationalen Proud Boys stand offenbar mit Verantwortlichen der US-Regierung in Kontakt – und das kurz vor dem Sturm aufs Kapitol am 6. Januar 2021. Ein Polizeibeamter bestätigte das, wie die „New York Times“ berichtet.

Kontakt ins Weiße Haus bestätigt – FBI hält Details zurück

Ein nachverfolgter Anruf stellte die Verbindung eines der Mitglieder der „Proud Boys“ ins Weiße Haus fest. Aufgedeckt wurde die Verbindung durch das FBI, das Kontakte in den Tagen vor dem Angriff untersuchte: zwischen Rechtsextremen, Mitgliedern des Weißen Hauses unter Donald Trump und konservativen Kongressabgeordneten. Die Beamten veröffentlichten den Inhalt des Telefonats allerdings nicht. Auch die Namen der beiden beteiligten Personen wollten sie nicht mitteilen.

Bisher wurden keine Beweise für Kontakte zwischen Randalierern und Mitgliedern der Regierung während der gewalttätigen Ausschreitungen gefunden. Allerdings gibt es Belege für Kontakte vor den Protesten. Derzeit wird untersucht, inwieweit Regierungsmitarbeiter von Plänen zu Gewalt bei den Demonstrationen im Bilde waren, wie ein Sprecher des FBI der „New York Times“ mitteilte.

Für seine Untersuchungen zieht das FBI Daten der Funktürme in der Nähe des Kapitols heran. Auch von Google erhielten sie die Standortdaten der Android-Smartphones in der Umgebung. Jill Sanborn, Leiterin der Terrorismusbekämpfung beim FBI, sagte vor dem Senatsausschuss, dass alle gesammelten Daten durch Vorladungen und Durchsuchungsbefehle legal beschafft worden seien.

USA: Roger Stone steht im Fokus der Ermittlungen des FBI

Besonders im Fokus der Untersuchungen steht Roger Stone, ein ehemaliger Berater und enger Vertrauter Trumps. Stone wurde Anfang 2020 zu insgesamt 40 Monaten Haft wegen Falschaussage vor dem US-Kongress und Zeugenbeeinflussung in der Russlandaffäre verurteilt. Donald Trump begnadigte ihn kurz vor Ende seiner Präsidentschaft.

Das FBI sucht derzeit nach Verbindungen von Stone zu den gewalttätigen Protestierenden vom 6. Januar. Ihm könnte nachgewiesen werden, eine Rolle bei den Plänen der Rechtsextremisten, die Amtsbestätigung von Joe Biden zu stören oder gar zu verhindern, gespielt zu haben. Dann hätte das FBI genügen Informationen zusammen, um erneute Ermittlungen gegen ihn einzuleiten. Stone könnte eine erneute Gefängnisstrafe drohen. An Indizien für mögliche Verbindungen zu Rechtsextremen mangelt es jedenfalls nicht.

Roger Stones Verbindungen zu den Rechtsextremen Proud Boys

So sagte Enrique Tarrio, einer der Köpfe der „Proud Boys“, der „New York Times“ am Freitag (05.03.2021), er habe während des Protests mit Roger Stone telefoniert. Schon früher gab es Verbindungen zwischen den beiden, Tarrio soll in der Vergangenheit die Social-Media-Kanäle Stones betreut haben.

Auch Tarrio stand bereits im Visier der Justiz. Seit einer vorübergehenden Festnahme am 5. Januar 2021 in Washington darf er die Stadt bis zu einem Gerichtstermin im Juni nicht betreten. Ihm wird Sachbeschädigung und der Besitz von Waffenmagazinen für Schnellfeuergewehre – was in Washington verboten ist – vorgeworfen. Zum Zeitpunkt des Sturms auf das Kapitol war Tarrio nicht vor Ort, einiger seiner Freunde bei den „Proud Boys“ dagegen schon. Untätig blieben sie nicht. Mehr als ein dutzend Mitglieder der rechtsextremen Gruppierung werden wegen Verbrechen im Zusammenhang mit dem Angriff aufs Kapitol in Verbindung gebracht, darunter wegen Attacken auf Polizisten.

Sturm auf das Kapitol: Weitere Indizien gegen Roger Stone

Neben seinen regelmäßigen Kontakten zum Anführer der „Proud Boys“ ließ sich Stone von Mitgliedern der „Oath Keepers“, rechtsextremen Paramilitaristen, eskortieren. Zum Beispiel bei seinen öffentlichen Auftritten vor und am Tag der Ausschreitungen, wie die „New York Times“ berichtete. Verdichten sich die Indizien zu Beweisen, dass Roger Stone im Vorfeld von gewalttätigen Ausschreitungen wusste, könnte es eng werden für den ehemaligen Berater von Donald Trump. Der bleibt bei seiner Aussage, dass jeder, der über den geplanten Angriff Bescheid wusste, bestraft werden sollte. (Sebastian Richter)

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