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January 03, 2020, Washington, District of Columbia, USA - Congressman JIM JORDAN (R-OH), left, and Congressman MO BROOKS
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Trump-Fans unter sich: Die Kongressabgeordneten Jim Jordan (l.) und Mo Brooks im Gespräch mit Fox News-Moderatorin Maria Bartiromo.

Mid-Term Election 2022

Donald Trump: Anhänger drängen in den US-Senat

  • vonSebastian Richter
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Donald Trump hat trotz seiner Wahlschlappe noch großen Einfluss bei den Republikanern. Mehrere seiner Anhänger kandidieren für den US-Senat.

Washington – Er lässt einfach nicht locker. Mit seiner Behauptung, ein historischer Wahlbetrug habe ihn bei der US-Präsidentschaftswahl 2020 das Amt gekostet, beeinflusst Donald Trump andere republikanische Politiker. Um seine Person bildet sich ein Personenkult, die Senatswahlen 2022 in den USA werden zu einem persönlichen Rache-Feldzug. Und um den Ex-Präsidenten bildet sich eine Armee, die ihm in die Wahlschlachten der Zukunft folgen will. Immer wieder fällt der Begriff „Wahlbetrug“.

Mo Brooks: Ein Anhänger von Donald Trump kandidiert für den US-Senat

Einer der wichtigsten Soldaten in Trumps republikanischen Streitkräften: Kongressabgeordneter Mo Brooks aus Alabama. Er hatte versucht, die Amtsbestätigung von Trumps Nachfolger, Joe Biden, zu blockieren. Dessen Wahl basiere auf Betrug. Bei der Kundgebung am 6. Januar, die im „Sturm aufs Kapitol“ endete, sagte er zu den versammelten Trump-Anhängern: „Heute ist der Tag, an dem amerikanische Patrioten anfangen, Namen zu notieren und in den Arsch zu treten.“ Seine Äußerungen zum angeblichen Wahlbetrug Anfang des Jahres versucht er jetzt, als Sprungbrett in ein höheres Amt zu nutzen.

Brooks hat am Montag bekannt gegeben, sich in Alabama für den US-Senat bewerben zu wollen. Bei der Auftaktveranstaltung seines Wahlkampfes griff er natürlich eine bekannte Lüge auf. „Im Jahr 2020 erlitt Amerika den schlimmsten Wählerbetrug und Wahldiebstahl in der Geschichte“, sagte Brooks laut dem Nachrichtensender CNN. Kein anderer Bewerber für den Senat habe sich so stark an die Seite Trumps gestellt wie er. Die Schuld der verlorenen US-Wahl 2020 gab er – man kennt es – den „Fake-News Medien“ und „radikalen Sozialisten“. Trump dankte das Engagement mit glühender Unterstützung.

Anhänger Donald Trumps wollen in den US-Senat

Donald Trump

Alle Informationen zum 45. US-Präsidenten finden Sie in den Trump-News.

Neben Mo Brooks greift ein weiterer Fußsoldat in Trumps Armee nach einem Sitz im Senat: Eric Greitens aus Missouri bemüht sich ebenfalls um einen Platz in Washington. Zuvor war er Gouverneur in Missouri, trat nach einem Jahr im Amt 2018 aufgrund von Ermittlungen gegen ihn zurück. Greitens war Mitglied der Navy Seals, stilisiert sich gern selbst in seiner Rolle als Veteran. „Die Menschen aus Missouri brauchen einen Kämpfer im US-Senat“, begründete er seine Kandidatur bei Fox News. Er wolle „Präsident Trumps America First Politik verteidigen“ und „die Menschen aus Missouri vor Joe Biden, Nancy Pelosi und Chuck Schumers radikaler, linker Agenda“ beschützen.

Die Sitze der Amtsinhaber im Senat, die für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump beim Impeachment-Prozess gestimmt haben, werden zu Zielen von Trumptreuen Republikanern. Auch in Ohio formieren sich Trumps Truppen. Dort hat sich Josh Mandel bereit gemacht, für den Senat zu kandidieren, bei der Auftaktveranstaltung seiner Wahlkampagne wiederholte er die Verschwörungstheorie der „großen Lüge“: „Ich denke, dass mit der Zeit Studien herauskommen werden, die einen weit verbreiteten Betrug belegen“, sagte Mandel dem Fernsehsender WKYC. „Aber ich denke, wenn wir auf diese Wahl zurückblicken, werden wir zu einem großen Teil sehen, dass sie von Präsident Trump gestohlen wurde.“

Auch Lara Trump liebäugelt mit Kandidatur für den US-Senat

Eine weitere Protagonistin aus dem direkten Umfeld von Donald Trump wirft wohl ihren Hut in den Ring. Lara Trump liebäugelt seit längerem mit dem Senatssitz in North Carolina. Die Ehefrau von Eric Trump und dadurch Schwiegertochter des einstigen US-Präsidenten hat ihre Kandidatur zwar noch nicht offiziell bestätigt, doch Donald selbst verkündete in Mar-a-Lago an Lara gewandt: „Ich habe gehört, Du kandidierst für den US-Senat?“

Zukunft der Republikaner in den USA: Wie groß ist der Einfluss von Donald Trump?

Die Partei der Republikaner könnte sich nach den Mid-Term-Wahlen 2022 transformieren. Die radikalen Trump-Anhänger:innen innerhalb der „Grand Old Party“ bleiben ihrem Idol treu. Einige Republikaner versteifen sich zunehmend auf „Make Amerika Great Again“-Themen. Bezeichnend für diesen Wandel ist laut CNN der Besuch von Kevin McCarthy, republikanischer Minderheitsführer im Repräsentantenhaus, in der Trump Bastion Mar-a-Lago Anfang des Jahres.

Allerdings könnte diese Strategie die Republikaner Stimmen kosten. Die Senatssitze in Missouri sind hart umkämpft. Ein innerparteilicher Flügelstreit zwischen mehreren konservativen Kandidat:innen könnte Wähler verschrecken. Genauso eine zu radikale Kandidat:in, die Wähler:innen aus der konservativen Mitte den Demokraten in die Arme treiben könnte – so passiert 2012 bei der Kandidatur des Hardliners Todd Akins. Der Republikaner verlor nach Äußerungen über die „Pille danach“ bei Vergewaltigungsopfern die Senats-Wahl gegen seine demokratische Gegenkandidatin.

Das Erbe Donald Trumps: Der neue Politikstil der Republikaner

Trumpanhänger:innen streben in die politische Basis der Vereinigten Staaten, seine Soldat:innen machen sich für einen neuen Angriff auf die etablierte Politik bereit. Sollte sich der „Trumpismus“ etablieren und Trump seine Macht innerhalb der republikanischen Partei bei den Wahlen 2022 demonstrieren, hätte er eine gute Grundlage für eine Präsidentschaftskandidatur 2024. Zudem wird sich spätestens dann beweisen, wie groß Trumps Einfluss in der Partei auf Dauer bleiben kann – und ob Republikaner:innen, die den Ex-Präsidenten und dessen Politikstil ablehnen, noch eine Chance auf hohe politische Ämter haben werden. (Sebastian Richter)

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