US-Präsident bei Pressekonferenz

Donald Trump legt sich mit Journalisten an: „Nehmen Sie die Maske ab!“

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Statt das Tragen von Masken in der Corona-Krise zu befördern, nutzt US-Präsident Donald Trump den Atemschutz lieber, um ungeliebten Fragen aus dem Weg zu gehen.

  • US-Präsident Donald Trump bat einen Reporter bei einer Pressekonferenz, seine Maske abzunehmen.
  • Grund soll die schlechte Verständlichkeit des Reuters-Korrespondenten gewesen sein.
  • Der Wunsch von Trump sorgt für Irritationen.

Washington - Bei einer Pressekonferenz im Garten des Weißen Hauses hat Donald Trump einen Reporter gebeten, seine Maske abzunehmen. Die Szene sorgt für Irritationen.

Trump bittet Korrespondenten Maske abzunehmen

Eigentlich wollte der Reuters-Korrespondent Jeff Mason dem US-Präsidenten eine Frage stellen. Schon nach wenigen Worten unterbricht Trump Mason: „Sie müssen das abnehmen. Bitte nehmen Sie das ab. Wenn Sie das nicht abnehmen, sind sie sehr gedämpft.“ Mason bietet Trump daraufhin an, einfach lauter zu sprechen und fragt, ob das besser sei. In hörbar genervtem Tonfall antwortet Trump mit einem Seufzen: „Das ist besser, ja. Das ist besser.“

Eigentlich wollte Mason eine Frage zu einer Äußerung des Präsidenten über den verstorbenen US-Senator John McCain stellen. Donald Trump soll über McCain gesagt haben, dass dieser ein Verlierer gewesen sei, da er im Vietnamkrieg in Gefangenschaft geriet.

US-Präsident lobt Journalisten ohne Maske

Einen weiteren Reporter, der keine Maske trug, lobte Trump dagegen. „Sie klingen so klar“, sagte er zu dem Journalisten in Anspielung auf die gedämpfte Stimme des Reuters-Korrespondenten Mason.

Im Gespräch mit dem US-Sender CNN zeigte sich Mason irritiert von dem Wunsch des Präsidenten, die Maske abzunehmen. Denn Trump hatte sich zur Maskenpflicht nicht einheitlich geäußert. Zuletzt hatte er die US-Bevölkerung aufgefordert eine zu tragen, nun äußerte er den expliziten Wunsch, sie abzusetzen. Erst vor zwei Monaten, zu einer Hochphase der Corona-Pandemie in den USA, hatte sich Trump zum ersten Mal mit einer Maske in der Öffentlichkeit gezeigt.

Bei Trumps Anhängern kommt die Botschaft an

Unterstützung erhielt US-Präsident Donald Trump von Maskengegnern online. Auch in den USA ist das Tragen einer Maske zum Schutz anderer vor dem Coronavirus hochumstritten. „I love it“ - ich liebe es - schrieb ein Nutzer mit dem Namen „HoaxBuster“ auf Twitter. Ähnlich wie in Deutschland gilt die Maske in den USA vielen Menschen als Mittel der Unterdrückung. Tendenziell sind die Maskengegner dabei vor allem Anhänger der Politik von Trump, bei ihnen scheint die Botschaft des Präsidenten angekommen zu sein. (Von Marcel Richters)

Die ganze Pressekonferenz können Sie hier verfolgen:

Seine Abneigung gegen die Maske demonstrierte der Präsident auch bei einer Wahlkampfveranstaltung in North Carolina, in Winston-Salem ignorierten Trump und seine Fans konsequent die Corona-Regeln.

Donald Trumps Aussagen zum Coronavirus gegenüber Bob Woodward werden dem US-Präsidenten zum Verhängnis. Trump soll sich zuvor enthusiastisch auf die Interviews gefreut haben.

Rubriklistenbild: © MANDEL NGAN / AFP

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