Donald Trump spricht auf dem Parteitag der Republikaner.
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Donald Trump hat den Weltraum ins Auge gefasst.

Der US-Präsident und die Raumfahrt

Flagge auf dem Mars, Frau auf dem Mond: Donald Trump kündigt neues Weltraum-Zeitalter an

  • Tanja Banner
    vonTanja Banner
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US-Präsident Donald Trump nimmt die „erste bemannte Mission zum Mars“ in die Agenda für seine mögliche zweite Amtszeit. Doch auch den Mond hat er nicht völlig aus den Augen verloren.

  • Donald Trump kündigt große Ziele an: Die USA sollen zum Mars aufbrechen - udn die erste Frau auf den Mond bringen.
  • Sein Sohn Eric Trump betont beim Parteitag der Republikaner: Sein Vater schickt Amerikaner zum Mars.
  • Die Pläne der Nasa und der Trump-Regierung sehen eigentlich etwas anderes vor.

Update vom 28.08.2020, 12.25 Uhr: Donald Trump hat während seiner Amtszeit als US-Präsident den Weltraum als Spielweise für sich entdeckt. Das war auch bei der Rede des 74-Jährigen auf dem Parteitag der Republikaner noch einmal deutlich zu spüren. Im Garten des Weißen Hauses verkündete er klipp und klar, dass er gedenke, bei einer Wiederwahl ein neues Zeitalter amerikanischer Ambitionen im Weltraum einzuleiten.

Die Ziele sind in der Tat hoch gesteckt. Donald Trump bestätigte noch einmal, dass es ihm ernst damit ist, die erste bemannte Mission zum Mars zu schicken. Doch auch den Mond hat Trump noch nicht ganz aus den Augen verloren. Die erste Frau auf dem Mond soll natürlich US-Amerikanerin sein. „Amerika wird die erste Frau auf den Mond bringen - und die Vereinigten Staaten werden die erste Nation sein, die ihre Flagge auf dem Mars setzt“, sagte Trump in seiner Ansprache.

Mars statt Mond: Donald Trump will „erste bemannte Mission“ zum roten Planeten schicken

Erstmeldung vom 26.08.2020: Der Mars hat es Donald Trump angetan. Seit mehr als einem Jahr betont der US-Präsident immer wieder, dass die USA den roten Planeten ins Visier nehmen sollten, statt zum Mond zurückzukehren. Auch in seiner kürzlich veröffentlichten Agenda für eine mögliche zweite Amtszeit hat der US-Präsident das Thema erwähnt. „Send the first manned mission to Mars“ („sende die erste bemannte Mission zum Mars“) ist unter der Überschrift „Innovate for the future“ aufgeführt - gleich neben der Space Force, für die viele nur Hohn und Spott übrig haben..

Auch eine Äußerung des Präsidenten-Sohns Eric Trump beim Parteitag der Republikaner, bei dem Donald Trump als Kandidat für eine zweite Amtszeit nominiert wurde, zeigt, dass das Thema Mars offenbar sehr wichtig ist für Trump. Der „amerikanische Geist“, der unter anderem die Skyline von New York City und den Hoover-Staudamm errichtet habe, werde - „unter der Führung meines Vaters“ - Amerikaner zum Mars senden, so Eric Trump bei seiner Rede.

Donald Trump schickt die Nasa zum Mond - und dann zum Mars

Dabei sah das 2017 noch anders aus. Einige Zeit nach Trumps Amtsantritt veröffentlichte seine Regierung eine erste „Weltraum-Direktive“, die die US-Raumfahrtorganisation Nasa anwies, zuerst auf dem Mond zu landen, um später den Mars ins Visier zu nehmen. Etwas später verschärfte Vizepräsident Mike Pence die Sache für die Nasa: Sie sollten nun bereits 2024 die nächsten Amerikaner auf den Mond bringen - darunter zwingend die „erste Frau auf dem Mond“. Seither arbeitet die Nasa intensiv an den Plänen für die „Artemis“-Mission.

US-Präsident Donald Trump möchte lieber den Mars in den Fokus nehmen - denn auf dem Mond waren die USA schon.

Doch im Sommer 2019 zeigte ein Tweet von Donald Trump, dass ihm ein anderer Himmelskörper eigentlich viel wichtiger ist: Der Mars. „Mit all dem Geld, das wir ausgeben, sollte die Nasa nicht darüber reden, zum Mond zu fliegen - wir haben das vor 50 Jahren gemacht“, twitterte Trump und schrieb weiter: „Sie sollten sich auf die größeren Dinge fokussieren, die wir tun, inklusive den Mars“.

Donald Trump: Der Mars ist das eigentliche Ziel des US-Präsidenten

In seinem Tweet behauptete Trump weiter, der Mond sei ein Teil des Mars - weshalb der Tweet nicht sonderlich ernst genommen wurde. Doch er zeigt, dass der Mars das eigentliche Ziel von Donald Trump ist und dass ihn die Rückkehr zum Mond nicht sonderlich interessiert.

Bei einem Treffen zum 50. Jahrestag der ersten Mondlandung im Juli 2019 soll Trump den Nasa-Chef Jim Bridenstine mehrfach gefragt haben, ob es nicht möglich sei, direkt zum Mars zu fliegen - ohne den Umweg über den Mond. Bridenstines Antwort: Bevor man zum Mars fliege, müsse man auf dem Mond einige Dinge erproben - beispielsweise, wie man auf einem anderen Himmelskörper leben und arbeiten kann.

Wenn es nach US-Präsident Donald Trump geht, starten während seiner möglichen zweiten Amtszeit Astronauten zum Mars.

Donald Trump will Astronauten zum Mars schicken

Unter anderem geht es dabei auch um die Nutzung der Ressourcen, die auf dem Himmelskörper vorhanden sind. Wasser könnte beispielsweise genutzt werden, um daraus Treibstoff herzustellen - was sich gerade auf dem Mars als sehr praktisch erweisen würde, da der Weg weit ist und jedes Kilogramm Gewicht, das man nicht mitnehmen muss, bares Geld spart. Da der Mond jedoch deutlich näher und der Menschheit längst nicht so fremd wie der Mars ist, möchte man die Gelegenheit nutzen, einige Dinge erst einmal dort auszuprobieren.

Abgesehen davon, lassen sich die Pläne der Nasa, die bereits in Gang gesetzt wurden, nicht einfach umwerfen und binnen weniger Jahre einfach aus einer Mond-Mission eine Mars-Mission machen. Zum roten Planeten ist es noch ein weiter Weg - sprichwörtlich, denn es liegen viele Millionen Kilometer zwischen der Erde und ihrem Nachbarplaneten. Aber auch ganz praktisch: Für einen Flug zum Mars benötigt man eine geeignete Rakete, ein Raumschiff für die Astronauten, geeignete Raumanzüge und noch viele andere Dinge, die noch nicht existieren oder noch nicht erprobt wurden.. Kurz: Man benötigt mehr Zeit und mehr Geld. (Von Tanja Banner)

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