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Während sich der Winter in Europa derzeit meist von seiner milderen Seite zeigt, leiden Teile Nordamerikas unter einem heftigen Kälteeinbruch.

Kälteeinbruch in Nordamerika

Donald Trump macht sich über Erderwärmung lustig

Der US-Präsident löst mit seinen Äußerungen Empörung aus.

Angesichts des Kälteeinbruchs im Norden der USA und in weiten Teilen Kanadas hat sich US-Präsident Donald Trump über die Erderwärmung lustig gemacht. „Im Osten könnte es der kälteste jemals registrierte Silvesterabend werden“, schrieb Trump am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. „Vielleicht könnten wir ein bisschen von dieser guten alten Erderwärmung gebrauchen, für die unser Land, aber nicht andere Länder, Billionen an Dollar zahlen sollte, um sich davor zu schützen. Zieht Euch warm an“, twitterte Trump.

Im Norden und Nordosten der USA sowie in weiten Teilen Kanadas herrschen derzeit arktische Temperaturen von bis zu minus 40 Grad Celsius. Der Nationale Wetterdienst der USA warnte vor „gefährlich kalten Temperaturen und Winden“.

Trump hat den Klimawandel in der Vergangenheit als Erfindung der Chinesen bezeichnet, mit dem Ziel, den USA zu schaden. Im Juni kündigte er den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen an. Die Staatengemeinschaft hatte sich 2015 in Paris darauf verständigt, die Erderwärmung nach Möglichkeit auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Trumps Regierung strich den Klimawandel von der Liste der Bedrohungen für die nationale Sicherheit.

Believe it or not, global climate change is very real even if it’s cold outside Trump Tower right now. Just like there is still hunger in the world, even if you just had a Big Mac. https://t.co/VCGyGRWGCJ

— Jon Foley (@GlobalEcoGuy)

29. Dezember 2017

Trumps Äußerungen vom Donnerstag lösten empörte Reaktionen aus. „Wetter ist nicht dasselbe wie Klima“, twitterte die demokratische US-Abgeordnete Pramila Jayapal. „Der Präsident sollte in der Lage sein, das zu verstehen. Es ist nicht so schwierig.“ Sie verwies zudem darauf, dass es 2017 in den USA „ungefähr drei Hitzerekorde pro Kälterekord“ gegeben habe.

„Glauben Sie es oder nicht, der globale Klimawandel ist sehr real, auch wenn es jetzt gerade kalt außerhalb des Trump Towers ist“, schrieb der Chef der Akademie der Wissenschaften in Kalifornien, Jon Foley, auf Twitter. „So wie es immer noch Hunger auf der Welt gibt, auch wenn Sie gerade einen Bic Mac gegessen haben.“

Die Wetterredaktion der Zeitung „Washington Post“ hatte bereits am Mittwoch davor gewarnt, den derzeitigen Kälteeinbruch dazu zu nutzen, die Erderwärmung in Frage zu stellen. „Bitte beachten, dass der Rest der Welt viel wärmer als normal sein wird, für den Fall dass jemand behauptet, die Kälte in den USA entlarve die Erderwärmung“, twitterten die Reporter, die bereits davon ausgingen, dass eine solche Behauptung „auf unverantwortliche Weise“ erhoben würde.

Der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) zufolge wird 2017 das wärmste jemals registrierte Jahr weltweit werden. Der Kälteeinbruch in Nordamerika markiert den Abschluss eines Jahres, das von zerstörerischen Hurrikans, Hitzewellen, Überschwemmungen und Waldbränden in den verschiedensten Weltregionen geprägt war. (afp)

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