Auffällige Zahlungen

Donald Trump lässt Kiosk-Miete im Trump-Tower mit Wahlkampfgeld bezahlen

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Donald Trump hat wiederholt Wahlkampfgeld in seine Unternehmen gesteckt. Die letzten Zahlungen sind besonders ausgefallen.

  • Donald Trump verschiebt große Summen Wahlkampfgelder in eigene Unternehmen.
  • Einige Posten sind dabei besonders auffällig.
  • Teilweise ist nicht klar, in welche Teile des Trump-Unternehmens das Geld aus dem US-Wahlkampf geflossen ist.

Washington - Dass es Donald Trump nicht allzu genau nimmt, wenn es um Geld geht, ist nicht neu. Jetzt zeigen Dokumente der Behörde zur Wahlkampfregulierung, wo Wahlkampfspenden für Trump zuletzt hingeflossen sind. Mit dabei: Miete für einen Kiosk.

Laut den Daten wurden bisher rund 2,3 Millionen US-Dollar aus der Wahlkampfkasse in Unternehmen des US-Präsidenten umgeleitet. Diese Zahlungen laufen dabei über die „Donald J. Trump For President, INC.“ - ein Unternehmen, das zur Kampagnenfinanzierung für Trump gegründet wurde.

Diverse Trump-Unternehmen erhielten Geld aus Wahlkampfspenden

Die größte Summe in den letzten Wochen stellen 38.000 US-Dollar Miete dar, welche an die Trump Tower Commercial LLC flossen. Das Unternehmen verwaltet den Wolkenkratzer an der Fith Avenue, die private Machtzentrale von Donald Trump. Trump Tower Commercial hat auch den größten Anteil der Zahlungen an Firmen des US-Präsidenten insgesamt erhalten. Rund 1,5 Millionen US-Dollar sind laut den Unterlagen der Wahlkampfaufsicht bereits gezahlt worden, weitere 225.000 US-Dollar erhielt Trump Tower Commercial vom Nationalkommitee der Republikanischen Partei.

8000 US-Dollar erhielt die Trump Corporation im Juli. Unklar ist, wofür dieses Geld geflossen ist. Als Verwendungszweck ist in den Unterlagen lediglich „legal & IT consulting“ angegeben - Rechts- und IT-Beratung. Warum ein Managementunternehmen solche Beratungsdienstleistungen anbietet, wird nicht deutlich. Insgesamt sind schon 281.000 US-Dollar an die Trump Corporation geflossen, seit Donald Trump im Amt ist.

Mietzahlungen für Kiosk aus Spenden für Donald Trump

Ein anderer ungewöhnlicher Posten sind Mietzahlungen für einen Kiosk im Untergeschoss des Trump Towers. Dort werden unter anderem Trump-Fan-Artikel verkauft. Trotz des eingeschränkten Geschäftsbetriebs im Zuge der Corona-Pandemie wurden aus Geldern der Kampagne 3000 US-Dollar Miete für den Kiosk im Monat gezahlt. Die hinter dem Kiosk stehende Trump Restaurants LLC hat seit der Amtseinführung von Donald Trump 117.000 US-Dollar erhalten.

Die Rolltreppe im Trump Tower in New York ist seit Donalds Sieg 2016 berühmt.

Nicht zuletzt hat die Trump Hotel Collection 1000 US-Dollar im Juli erhalten. Ein nur kleiner Anteil der insgesamt 226.000 US-Dollar, welche das Unternehmen aus den Kampagnengeldern von Donald Trump seit dessen Präsidentschaft erhalten hat.

Einige Trump-Unternehmen gehen leer aus

Immerhin: Nicht jedes Unternehmen aus dem Trump-Imperium hat in den letzten Wochen Geld aus Wahlkampfspenden erhalten. Weder der Golfclub in Mar-a-Lago, neuerdings auch der erste Wohnsitz von Donald Trump und Frau Melania, taucht auf, noch die Trump Plaza LLC, welche den Trump-Wolkenkratzer in der Third Avenue verwaltet.

Die ersten Berichte über Zahlungen aus Wahlkampfgeldern an Unternehmen von Donald Trump kamen schon 2018 auf. Seither hat sich der Betrag, der in diese Richtung geflossen ist, mehr als verdoppelt.

Ein Statement zu den Berichten, die zuerst von Forbes veröffentlicht wurden, haben die Unternehmen von Trump bisher nicht abgegeben. Auf Anfrage wurde lediglich eine Stellungnahme veröffentlicht, welche betonte, dass alle Vorgänge in Einklang mit den entsprechenden Regulationen stehen. (Von Marcel Richters mit Forbes)

Insbesondere in den Swing States können schon kleine Skandale eine Änderung der Mehrheiten bewirken. Eine Auswertung zeigt aber auch: Schon lange verschieben sich Gewissheiten für Republikaner und Demokraten im US-Wahlkampf, in dem Donald Trump mit dem „Charlottesville Hoax" die Realität verdreht. Außerdem werden Corona-Schecks von US-Präsident Donald Trump an Österreicher*innen und Tote ausgezahlt.

Rubriklistenbild: © Stephen Chung / dpa / picture alliance

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