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USA

Brände in Kalifornien: Donald Trump löst skurrilen Dialog aus

  • Enno Eidens
    vonEnno Eidens
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Der US-Präsident Donald Trump besucht den kalifornischen Gouverneur in Sacramento. Im Streit über die schweren Waldbrände kommt es zum skurrilen Gezanke.

  • Joe Biden nennt Donald Trump einen „Klima-Brandstifter.“
  • Die Westküste der USA wird von schweren Waldbränden heimgesucht.
  • Besonders betroffen sind die Bundesstaaten Kalifornien, Oregon und Washington.

Update vom Dienstag, 15.09.2020, 15.00 Uhr: Der demokratische Kandidat für die US-Präsidentschaftswahl Joe Biden und der amtierende republikanische Präsident Donald Trump haben sich auf Wahlkampfveranstaltungen am Montag zu den Waldbränden an der US-Westküste geäußert. Trump stellte bei einem Pressetermin in Kalifornien den Klimawandel infrage und Biden kritisierte auf einer Rede in Delaware die Klimapolitik des US-Präsidenten massiv. In Sacramento kam es zu einem seltsamen Dialog zwischen Trump und einem Minister der kalifornischen Regierung.

Bundesstaat der Vereinigten Staaten:Kalifornien
Gouverneur:Gavin Newsom
Hauptstadt:Sacramento
Bevölkerung:39,51 Millionen (2019)
Mindestlohn:12,00 USD pro Stunde (1. Jan. 2019)

Waldbrände in den USA: Donald Trump diskutiert Klimawandel und Waldbrände in Kalifornien

Am Montag besuchte der US-Präsident Donald Trump die kalifornische Stadt Sacramento. Noch vor seinem offiziellen Termin mit Gouverneur Gavin Newsom machte er gegenüber der anwesenden Presse trockene Blätter und Bäume für die Waldbrände in Kalifornien verantwortlich. Das berichtet die New York Times. Bei der anschließenden öffentlichen Besprechung informierte Newsom den US-Präsidenten über die massive Ausbreitung der Waldbrände.

Bei dem Termin am McClellan Airport diskutierten der Republikaner Donald Trump und der Demokrat Gavin Newsom die Auswirkungen des Klimawandels und des Forst-Managements auf die Waldbrände. Trump hatte zuvor bei einem Wahlkampftermin in Nevada das Forst-Management von Kalifornien für die Waldbrände verantwortlich gemacht. Der Demokrat Newsom reagierte in Sacramento auf die viel diskutierten Anschuldigungen. Es seien nur drei Prozent der Waldfläche unter bundesstaatlicher Kontrolle, 57 Prozent hingegen dem Staat zugeordnet – also im Aufgabengebiet Donald Trumps.

Donald Trump und kalifornischer Minister sorgen mit Wissenschaftsdebatte für ungewollte Komik

Skurril wurde die Besprechung als Donald Trump mit Wade Crowfoot, dem Minister für natürliche Ressourcen in Kalifornien aneinandergeriet. Crowfoot betonte, wie wichtig wissenschaftliche Erkenntnisse seien und warnte davor, das Problem ausschließlich am Forst-Management festzumachen. Donald Trump relativierte daraufhin die dramatische Situation in Kalifornien und die Folgen des Klimawandels: „Es wird kälter werden, schau einfach nur zu.“ Crowfoot antwortete dem US-Präsidenten: „Ich wünschte, die Wissenschaft würde ihnen zustimmen.“ Trump setzte nach: „Ich denke nicht, dass die Wissenschaft es wirklich weiß.“

Joe Biden warnt bei Wahlkampfrede vor weiterer Amtszeit Donald Trumps

Bei einer Wahlkampfrede in Wilmington im US-Staat Delaware äußerte sich auch der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden zu Donald Trumps Klimapolitik. In seiner Rede thematisierte Biden zudem die aktuelle Wirtschaftskrise und die neue Bürgerrechtsbewegung in den USA. Biden nannte Trump einen „Klima-Brandstifter“ und warnte vor einer möglichen zweiten Amtszeit des republikanischen Präsidenten. Dabei erwähnte er nicht nur die Waldbrände an der Westküste, sondern auch Flutkatastrophen und Stürme. Biden kritisierte die Leugnung des Klimawandels durch Donald Trump und fragte, zu wie vielen weiten Katastrophen diese Haltung in den USA führen wird.

Joe Biden kritisiert Trumps Klimapolitik bei einer Wahlkampfrede im US-Staat Delaware.

Zahl der Todesopfer steigt: 35 Menschenleben haben die Brände bisher gefordert

Update vom Montag, 14.09.2020, 13.22 Uhr: Die verheerenden Waldbrände in Kalifornien an der Westküste der USA könnten die schlimmsten sein, die es bisher gab. 35 Todesopfer haben die Brände bislang gefordert. Dutzende Menschen werden darüber hinaus nach Angaben der Behörden vor Ort noch vermisst. Zehntausende Menschen sind auf der Flucht, mehr als 30.000 Feuerwehrleute und Helfer sind im Einsatz. Bereits jetzt sind 19.000 Quadratkilometer Land laut Behörden verkohlt - das entspricht etwa der Fläche von Rheinland-Pfalz.

Streit mit Trump über die Ursache der Brände in Kalifornien

US-Präsident Trump wird währenddessen in Kalifornien im Brandgebiet erwartet. Doch schon im Vorfeld seines Besuchs ist ein heftiger politischer Streit über die Brandursache entfacht: „Dies ist der Klimawandel, und hier haben wir eine Regierung, die ihren Kopf in den Sand gesteckt hat“, sagte der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti von der Demokratischen Partei, am Sonntag in der CNN-Sendung „State of the Union“.

Trump äußerte sich auf einem Wahlkampfauftritt in Nevada zu den Waldbränden. Dort machte er nicht den Klimawandel, sondern das Forst-Management von Kalifornien für die Waldbrände verantwortlich. Trumps Leugnung des Klimawandels sei eine Beleidigung für jeden, der in Kalifornien lebt, sagte Garcetti. „Fragen Sie einen Feuerwehrmann, ob er denkt, dass der Klimawandel keine Realität ist. Hier geht es nicht um Forst-Management oder ums Harken.“

Auch die Vizpräsidentschaftskandidatin der Demokraten, Kaliforniens Senatorin Kamala Harris, kritisierte Präsident Trump öffentlich. Sie schrieb auf Twitter, Trump leugne die Beweise dafür, dass die Feuer durch den Klimawandel angefacht würden. Harris will sich ebenfalls das Katastrophengebiet anschauen.

Waldbrände im Westen der USA könnten die schlimmsten in den Geschichte sein

Update vom Sonntag, 13.09.2020, 18.32 Uhr: Die verheerenden Brände an der Westküste der USA nehmen kein Ende: Etwa 1,25 Millionen Hektar Wald sind den Flammen in Kalifornien in diesem Jahr bereits zum Opfer gefallen – und die Waldbrand-Saison wird erfahrungsgemäß noch bis Oktober oder November andauern. Die Brände erreichen in dieser Saison ein bislang ungekanntes Ausmaß, Medien berichten über sie als die schlimmsten der Geschichte.

Die Waldbrand-Saison an der Westküste der USA ist noch nicht vorüber und doch gilt die diesjährige bereits als die schlimmste jeher.

Auch die Rauchwolken der derzeitigen Feuer sind größer als Wissenschaftler je beobachtet haben, berichtet Neil Lareau von der University of Nevada, der Atmosphären erforscht, der „Washington Post“. Das Feuer im Gebirge Sierra Nevada habe eine Rauchwolke mit einer Höhe von fast 17 Kilometern gehabt und sei damit drei Kilometer höher als das, was man normalerweise beobachte, so Lareau.

Dichte und hohe Rauchwolken wie diese tragen Lareau zufolge auch dazu bei, dass sich das Feuer schneller ausbreitet und schwieriger zu löschen ist. Zudem könnten sich Feuerwirbel und auch Tornados bilden, die Feuerwehrleute und ganze Gemeinden gefährden könnten. Sie sorgten außerdem dafür, dass die Menge an Hitze, die in die Atmosphäre abgegeben wird, „gigantisch“ sei. Wiederum trügen die heißen Temperaturen in Kalifornien zum Ausmaß der Feuer und Rauchschwaden bei.

Feuer in Kalifornien und Oregon: Mehr Opfer befürchtet

Update vom Samstag, 12.09.2020, 8.50 Uhr: Die verheerenden Waldbrände an der US-Westküste haben Zehntausende Menschen in die Flucht getrieben. Allein in Oregon hätten 40.000 Anwohner ihre Häuser verlassen müssten, teilte Gouverneurin Kate Brown mit. Mehr als 4000 Quadratkilometer Land stehen Browns Angaben zufolge in Flammen. Dutzende Menschen würden in den Brandgebieten vermisst.

Es würden viele Todesopfer befürchtet, sagte Andrew Phelps von der Behörde für Katastrophenschutz. Das ganze Ausmaß der Zerstörung sei noch nicht bekannt. In den letzten Tagen hätten die Behörden erst vier Todesfälle auf die Waldbrände zurückgeführt, berichtete das Portal „Oregonlive.com“. Laut Feuerwehr-Chef Doug Grafe kämpften Einsatzteams derzeit gegen 16 größere Brände an. Nach einer Hitzewelle mit starken Winden herrscht nun kühleres Wetter mit abflauenden Winden. Das würde nun bei den Löscharbeiten helfen, sagte Grafe.

Verheerende Waldbrände wüten entlang der US-Westküste

Verheerende Brände in Kalifornien

Im dem südlich an Oregon grenzenden Bundesstaat Kalifornien waren mehr als 14.800 Feuerwehrleute gegen 28 größere Feuer im Einsatz. Nach Angaben der Behörde Cal Fire forderten die Brände mindestens 19 Menschenleben, mehr als 3900 Gebäude wurden vernichtet.

In einer Brandzone im Bezirk Butte County knapp 300 Kilometer nördlich von San Francisco, waren am Freitagabend noch 19 Menschen als vermisst gemeldet. Zuvor waren die Behörden nach Leichenfunden von 10 Toten ausgegangen. Sheriff Kory Honea korrigierte diese Angabe auf neun hinunter. Die Zahl der Toten könnte aber noch ansteigen. Die schwelenden Überreste seien vielerorts noch zu heiß, um die Gebiete gründlich abzusuchen, sagte Honea.

„Wir befinden uns in einer Klimakrise“, erklärte der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom bei einem Ortsbesuch in den ausgebrannten Wäldern nahe der Ortschaft Oroville. Viele Wissenschaftler hätten diese Entwicklung schon vor Jahren vorausgesagt. Der Demokrat forderte zum verstärkten Kampf gegen den Klimawandel auf.

Waldbrände Kalifornien und Oregon: Zahl der Opfer steigt - Bewaffnete Milizen bedrohen Reporter

+++ 19.00 Uhr: Bei den größten Bränden an der US-Westküste seit Menschengedenken sind mindestens 15 Menschen gestorben, mehr als 500.000 Bewohner betroffener Gebiete mussten ihre Häuser verlassen. Die wahre Zahl der Opfer sowie das Ausmaß der Schäden blieben am Freitag buchstäblich in Rauch gehüllt, viele Ortschaften in den Bundesstaaten Kalifornien, Oregon und Washington waren durch gigantische Feuerwände von der Außenwelt abgeschnitten. Begünstigt wurden die Flammen durch eine Hitzewelle und starke Winde.

Allein in der Region von Butte im Norden von Kalifornien wurden sieben weitere Todesopfer entdeckt. Das bringe die Gesamtzahl der Todesopfer allein in dieser Region auf zehn, sagte Sheriff Derek Bell. Insgesamt starben in den Bränden entlang der Westküste nach Angaben der Behörden mindestens 15 Menschen. Unter ihnen war ein einjähriger Junge, dessen Eltern mit ihm auf der Flucht vor einem gigantischen Feuer östlich von Seattle waren. Seine Eltern erlitten schwere Verbrennungen. Die Behörden warnten, dass weitere Todesopfer zu befürchten seien.

In Oregon mussten auf Anweisung der Behörden eine halbe Million Menschen ihre Häuser verlassen und sich so vor den Feuern in Sicherheit bringen.

Brände breiten sich weiter aus

Update vom Freitag, 11. September 2020, 10:00 Uhr: Die Brände an der Westküste der USA haben sich weiter ausgebreitet. Mindestens 14 Menschen sind den Flammen bislang zum Opfer gefallen, darunter auch ein einjähriges Baby. Besonders betroffen sind die Bundesstaaten Kalifornien, Washington und Oregon.

Der letztgenannte Bundesstaat ist besonders hart betroffen. Kate Brown, Gouverneurin von Oregon, sagte gegenüber US-Medien, dass mindestens fünf Städte von den Bränden zerstört worden seien.

Derweil treibt die Frage nach dem Ursprung der Brände offenbar viele um. In Oregon sollen laut lokalen Medien bewaffnete Milizen Checkpoints errichtet haben. Drei Reporter eines lokalen Radiosenders berichteten auf Twitter, sie seien angehalten und mit Waffen bedroht worden. Die Mitglieder der Miliz hätten die Reporter aufgefordert, das Gebiet sofort zu verlassen. Einer der Reporter berichtete im weiteren Verlauf, dass die Milizionäre „liberale Antifas“ als Brandstifter verdächtigen würden.

Erstmeldung vom 09.09.2020
USA - In Oregon hat ein Flächenbrand einen „katastrophalen Schaden“ hinterlassen, sagte der Bezirksverwalter der Stadt Eugene, Steve Mokrohisky. Zwischen 80 und 100 Häuser seien niedergebrannt. „Wir rechnen damit, dass auch weitere Häuser und Geschäfte von dem Brand betroffen sind“, ergänzte Mokrohisky. Man gehe davon aus, dass es auch Tote gab. Darüber hatte „USA Today“ berichtet.

Auch Kalifornien ist von den Waldbränden betroffen. In Big Creek seien 30 Häuser zerstört worden, sagt der Anwohner Toby Wait. Der Brand brach des Labor Day Wochenendes aus. Viele Camper und Wanderer wollten ihre freien Tage in der Natur genießen.

Ein Feuerwehrmann im Einsatz gegen die Waldbrände in Kalifornien.

Waldbrände in Kalifornien: „Wenn wir eine Stunde oder zwei länger geblieben wären, wären wir tot“

„Eine halbe Meile von unserem Campingplatz entfernt trafen wir auf die Waldbrände. Wenn wir dort eine Stunde oder zwei länger geblieben wären, wären wir tot“, sagt Lor Her, der zum Fischen nach High Sierra in Kalifornien kamen. Sie hätten deshalb sofort ihre Sachen gepackt. Doch sie waren von den Flammen eingekesselt. Über den Highway 168 gelang ihnen schließlich die Flucht.

In Kalifornien haben Waldbrände viele Städte und Gemeinden verwüstet.

Sheyanne N Romero und Joshua Yeager campten ebenfalls in Kalifornien. Den aufsteigenden Rauch hielten sie für einen Gewittersturm. „Alleine wären wir da nicht mehr herausgekommen“, sagten sie. Helikopter der Kalifornischen National Guard und der Navy retteten insgesamt 140 Menschen.

Auch im Bundesstaat Washington toben die Waldbrände. Die dort gelegene Kleinstadt Malden ist bei einem Brand am „Labor Day“ fast vollständig von abgebrannt. Wie CNN berichtet, sollen ca. 80 Prozent der Gebäude dort zerstört worden sein. „Das Ausmaß der Zerstörung lässt sich nicht in Wort fassen“, sagte Sheriff Brett Myers.

Immer mehr Waldbrände in Kalifornien: „Bereits viel schlimmer als im vorherigen Jahr“

Seit dem 15. August gab es 1000 Waldbrände in Kalifornien. 809371,2 Hektar sind den Flammen zum Opfer gefallen. „Die Brände sind bereits viel schlimmer, als im vorherigen Jahr“, erklärte Gavin Newsom, Gouverneur von Kalifornien. Letztes Jahr seien es 4,927 gewesen - dieses Jahr tobten bereits 7,606 Brände.

Wegen der Umweltkatastrophe kam es auch zu massiven Problemen bei der Energieversorgung. 170.000 Menschen hatten keinen Strom. In den vergangenen Jahren sind die Waldbrände immer größer und tödlicher geworden - vor allem wegen des Klimawandels, der auch nicht vor den USA halt macht.

Klimawandel Auslöser für größere und tödlichere Waldbrände

Durch die steigenden Temperaturen trocknen nämlich die Wälder aus. Im Frühling setzt die Schneeschmelze viel früher ein, als sonst. Dadurch verlängern sich auch die Dürrezeiten. Wenn ein Wald brennt, fressen sich die Flammen direkt durchs Unterholz und geraten außer Kontrolle. Die Waldbrände toben mittlerweile seit August in Kalifornien. (Von Moritz Serif)

Rubriklistenbild: © BRENDAN SMIALOWSKI/afp

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