Donald Trump besteigt auf der Andrews Air Force Base die Air Force One, um nach Jupiter, Florida, zu reisen.
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Donald Trump würde sich über den Nobelpreis sicher freuen.

US-Präsident nominiert

Friedensnobelpreis für Donald Trump? US-Präsident erneut vorgeschlagen

  • Christian Stör
    vonChristian Stör
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Ein Politiker aus Norwegen nominiert Präsident Donald Trump für den Friedensnobelpreis. Doch bekommen kann er ihn frühestens 2021.

  • Donald Trump wünscht sich den Friedensnobelpreis
  • Nun hat ihn ein norwegischer Politiker für das Jahr 2021 nominiert
  • Mitten im Wahlkampf gegen Joe Biden ist das für Trump eine frohe Botschaft

Oslo - Donald Trump war schwer beleidigt. Immerhin stand er 2018 auf der Liste der möglichen Friedensnobelpreisträger. Doch die bekannteste und wichtigste Auszeichnung der Welt ging nicht an den US-Präsidenten, sondern an die Menschenrechtsaktivisten Nadja Murad und Denis Mukwege.

Als Murad im Sommer 2019 im Weißen Haus auf Donald Trump traf, zeigte sich dieser völlig verblüfft über die Auszeichnung. Als die Jesidin darüber sprach, wie ihre Mutter und ihre sechs Brüder umgebracht wurden und dass noch 3000 Jesiden vermisst werden, fragte Trump erstaunt: „Und Sie haben den Nobelpreis erhalten? – Das ist unglaublich. Wofür wurde er Ihnen übergeben?“

Donald Trump hofft auf den Friedensnobelpreis

Es ist kein Geheimnis, dass Donald Trump liebend gerne den Friedensnobelpreis bekommen würde. So sagte er bereits im vergangenen Jahr, er würde den Nobelpreis „für viele Sachen“ erhalten – „wenn man ihn fair vergeben würde, was nicht der Fall ist“. Nun hat er eine neue Chance. Zu verdanken hat er dies dem norwegischen Parlamentsabgeordneten Christian Tybring-Gjedde von der rechtspopulistischen Fortschrittspartei. In seinem Nominierungsschreiben für das Jahr 2021 an das Friedensnobelpreiskomitee spricht Tybring-Gjedde davon, dass Donald Trump eine entscheidende Rolle bei den Friedensgesprächen zwischen den Vereinten Arabischen Emiraten und Israel gespielt habe. „Das Abkommen könnte den Weg freimachen für einen dauerhaften Frieden zwischen vielen arabischen Ländern und Israel“, so Tybring-Gjedde.

Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate wollen am 15. September im Weißen Haus ein Abkommen zu der Mitte August angekündigten Normalisierung ihrer Beziehungen unterzeichnen. Durch das Abkommen würden die Emirate nach Ägypten und Jordanien das dritte arabische Land, das gegenwärtig diplomatische Beziehungen zu Israel unterhält. Im Gegenzug für die Einigung will Israel die geplante Annektierung von Gebieten im besetzten Westjordanland aussetzen, das die Palästinenser für einen eigenen Staat beanspruchen.

Donald Trump freut sich über die Nominierung für den Friedensnobelpreis

Donald Trump reagierte auf die Nominierung für das Jahr 2021 ungewohnt bescheiden und schrieb bei Twitter nur: „Danke!“ Mitten im Wahlkampf gegen Joe Biden ist die Nominierung für Trump natürlich eine frohe Botschaft. Zudem retweetete Trump eine Reihe von Links zu Medienberichten und Glückwunsch-Tweets. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, zeigte sich beim Fernsehsender Fox News ganz begeistert und sprach von einer „großen Sache“: „Dieser Präsident hat Frieden rund um die Welt geschaffen.“

Trumps Berater für Nationale Sicherheit, Robert O’Brien, hatte umgehend nach Ankündigung der Vereinbarung zwischen Israel und den Emiraten den US-Präsidenten als „Spitzenreiter“ für den Friedensnobelpreis ins Gespräch gebracht. Trumps Vorgänger Barack Obama war bereits zu Beginn seiner Amtszeit mit einem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Das findet Tybring-Gjedde übrigens gar nicht gut, wie er bei Fox News sagte: „Trump hat wahrscheinlich mehr für den Frieden zwischen Nationen getan, als die meisten anderen, die für den Friedensnobelpreis nominiert worden sind. Barack Obama zum Beispiel hat nichts getan.“ Und das sagt einer, der nach eigenen Angaben selbst „kein großer Trump-Anhänger“ ist. Aber: „Das Komitee sollte sich die Fakten ansehen und ihn nach den Fakten beurteilen – nicht danach, wie er sich manchmal verhält.“

Donald Trump könnte 2021 den Friedensnobelpreis erhalten

Wer den Friedensnobelpreis erhält, wird traditionell im Oktober bekanntgeben. Donald Trump wird es im Jahr 2020 definitiv nicht sein. Denn die Nominierung kommt zu spät. Ende Februar hatte das norwegische Nobelkomitee mitgeteilt, dass bis zum Ablauf der Frist 317 Kandidaten nominiert wurden. Aber vielleicht wird Donald Trump ja im Dezember 2021 zur Verleihung des Friedensnobelpreises 2021 nach Oslo reisen. Ob er dann noch das Amt des US-Präsidenten ausüben wird, ist derzeit allerdings nicht abzusehen. (Von Christian Stör)

Donald Trumps Aussagen zum Coronavirus gegenüber Bob Woodward werden dem US-Präsidenten zum Verhängnis. Trump soll sich zuvor enthusiastisch auf die Interviews gefreut haben.

Die US-Wahl 2020 rückt immer näher: Die Spannung um die Frage, wer nächster Präsident wird, steigt. Donald Trump liegt in den Umfragen hinten, aber in Stein gemeißelt ist noch nichts.

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