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Boeing 757

Donald Trump: Einstiges Statussymbol des Ex-Präsidenten fristet trauriges Schicksal

  • VonMirko Schmid
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Donald Trump hat eine vergoldete Boeing 757. Einst war sie sein ganzer Stolz, jetzt überlässt er sie auf einem verlassenen Flughafen ihrem traurigen Schicksal.

  • Donald Trump lässt sein einstiges Statussymbol, eine Boeing 757, außer Acht.
  • Das Flugzeug liegt seit Jahren auf einem Flughafen knapp 100 Kilometer vor New York City.
  • Alle Geschichten rund um den 45. Präsidenten der USA finden Sie in den Trump-News.

Orange County - Auf einer Flughafenrampe vor den Toren von New York City steht ein prominentes Flugzeug - die vergoldete Boeing 757 des ehemaligen Präsidenten Donald Trump. Der scheint sein einstiges Vorzeigespielzeug inzwischen vergessen zu haben. Dabei war der Flieger noch vor nicht allzu langer Zeit das Kronjuwel seines Reichtums – das ultimative Zeichen dafür, dass er es geschafft hat.

Donald Trump lässt seine vergoldete Boeing 757 außer Acht

Nur zu gern nutzte Donald Trump sein Statussymbol als Kulisse für dekadente Fotoshootings, Wahlkampfveranstaltungen und VIP-Touren, unter anderem ließ er sich an Bord dabei ablichten, wie er BigMacs und Fast Food der Kette Kentucky Fried Chicken auf einem Tablett vor sich stehend mit Messer und Gabel zu sich nahm. Trump liebte es, sein Flugzeug mit den maßgeschneiderten cremefarbenen Ledersitzen, dem vergoldeten Badezimmer und den mit 24 Karat Gold überzogenen Sitzschnallen herzuzeigen. Heute liegt die Boeing unbeachtet auf dem Flughafen von Orange City, rund 100 Kilometer entfernt von New York City.

Die Boeing 757 von Donald Trump – einst dessen Statussymbol – fristet mittlerweile ein trauriges Dasein am Flughafen. (Archivbild)

Einem Motor fehlen Teile. Der andere ist in Plastik eingeschweißt. Die Kosten für die Reparatur und die damit einhergehende Flugfähigkeit könnten bis in den hohen sechsstelligen Bereich reichen, ein Preissegment, mit dem Donald Trump derzeit offenbar nicht zu tun haben möchte. Obwohl der aktuelle Stand seiner Finanzen nicht öffentlich bekannt ist, hat die Corona-Pandemie viele seiner Unternehmungen stark belastet. Berichten zufolge soll der ehemalige US-Präsident in den Jahren zwischen seiner Wahl zum Staatsoberhaupt und seinem Auszug aus dem Weißen Haus knapp ein Drittel seines Vermögens verloren haben - rund eine Milliarde US-Dollar.

Flugaufzeichnungen belegen, dass die 757 seit Trumps Amtsantritt als Präsident nicht mehr geflogen ist

Flugaufzeichnungen, die CNN vorliegen, zeigen, dass die 757 seit dem Tag der Amtseinführung, von Donald Trump und dessen Umstieg in die Air Force One nicht mehr geflogen wurde. Auf Anfrage des US-amerikanischen TV-Senders wollte ein Mitarbeiter der Trump Organization keine Auskunft darüber geben, warum das Flugzeug derzeit nicht benutzt wird oder repariert wird - und auch nicht darüber, ob Trump beabsichtigt, es zeitnah flugfähig zu machen oder nicht.

Ein CNN-Kamerateam erspähte Trumps Flugzeug zuletzt auf einem eingezäunten Flughafengelände auf dem kleinen Flughafen im Bundesstaat New York, ungefähr anderthalb Autostunden vom Trump Tower entfernt. Über die Entscheidung, es an einem nordöstlich von New York gelegenen Flughafen im Freien zu parken, zeigen sich Luftfahrtfachleute gegenüber CNN verblüfft. Sie gaben gegenüber dem TV-Sender zu Protokoll, dass wärmere, trockenere Gegenden nur wenige Flugstunden entfernt liegen würden. 

Schnee, Regen und Feuchtigkeit können laut Angaben der Experten zu Metallkorrosion der Flugzeugzelle und der Triebwerke führen - schwer zu erkennen und in schweren Fällen katastrophal. Große Flugzeuge werden in der USA in der Regel in den Wüstengebieten im Südwesten gelagert, wo das trockene Klima eine Korrosion nahezu unmöglich macht. Ein ehemaliger Mitarbeiter unter Donald Trump im Weißen Haus glaubt nicht, dass Trump mit diesem Zustand zufrieden sein könnte. Die deutlich kleinere Cessna 750 Citation X, die der ehemalige Präsident derzeit nutzt, sei mit nur acht Sitzen enger und weniger luxuriös - außerdem prange Trumps Name nicht auf ihrem Äußeren - ganz im Gegenteil zur Boeing 757.

Inzwischen fliegt Donald trump mit einer deutlich kleineren Cessna 750 Citation X

Die Citation trägt lediglich ein kleines Trump-Familienwappen am Rumpf. CNN spricht von einer „Herabstufung eines Mannes, der seinen Nachnamen gerne auf fast alles pinselt, was er besitzt, von Hotels bis zu Weinflaschen.“ Als Donald Trump die gebrauchte Boeing 757 im Jahr 2010 dem inzwischen verstorbenen Microsoft-Milliardär Paul Allen abkaufte, wurde es schnell zu seinem Lieblingsspielzeug, wie er gerne Freunden erzählte. Ein „Vielflieger“ in Trumps güldenem Fluggefährt erinnert sich daran, dass der Republikaner sehr wählerisch darin gewesen sein soll, wer mitfliegen durfte, wer wo saß und wer sich im Inneren wo aufhalten durfte.

Die dunkle Seite beschreibt der ehemalige Mitarbeiter unter Donald Trump im Weißen Haus. Das Flugzeug sei ein „Geldsauger“ gewesen, das seine Blütezeit hinter sich hatte, mit verfallenen Mechaniken und exorbitanten Lagergebühren. „Das Ding zu fliegen war so teuer“, berichtet er gegenüber CNN. „Ich glaube nicht, dass die Leute begriffen haben, dass es buchstäblich Zehntausende von Dollar kostete, es in die Luft zu bringen und einen Zwischenstopp einzulegen.“ Laut des CNN-Luftfahrtanalysten David Soucie liegen die Kosten für den Flug einer Boeing 757 zwischen 15.000 und 18.000 US-Dollar pro Stunde.

Bevor Donald Trump Linie fliegt, bleibt er lieber zu Hause

Donald Trump ist nicht auf seine 757 angewiesen, um im Land herumzukommen. Seine kleinere, leichtere Cessna macht es ihm tatsächlich leichter, in kleineren, privateren Flughäfen ein- und auszusteigen. Die Citation ist außerdem schneller und billiger zu betreiben als eine 757. Ein Flugzeugcharter-Broker rechnet gegenüber CNN vor, dass eine Flugstunde im kleinere Trump-Flugzeug mit nur etwa 5.000 US-Dollar zu Buche schlägt.

Ob die „bescheiden“ gewordenen Fluggewohnheiten des Donald Trump nun an seinem schmaler werdenden Geldbeutel liegen oder nicht - Linie würde er wohl eher nicht fliegen, wie sein ehemaliger Mitarbeiter weiß: „Ich denke, wenn er die Wahl hätte, in einem kommerziellen Flugzeug mitzufliegen oder zu Hause zu bleiben, würde er einfach zu Hause bleiben.“ (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © imago stock&people

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