Michael Cohen
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Michael Cohen zeichnet in „Disloyal: A Memoir“ ein vernichtendes Bild von Trump

„Disloyal: A Memoir“

Enthüllungsbuch über Donald Trump: Michael Cohen berichtet über pikante Sexpraktiken

  • Teresa Toth
    vonTeresa Toth
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Lange Zeit war er die rechte Hand von Donald Trump. In seinem Buch „Disloyal: A Memoir“ gibt der ehemalige Privatanwalt Michael Cohen ruinöse Details über ihn preis.

  • Lange Zeit arbeitete der einstige Privatanwalt Michael Cohen für den US-Präsidenten.
  • Nachdem er drei Jahre in Haft war, plant er nun, ein Buch über Donald Trump zu veröffentlichen.
  • „Disloyal: A Memoir“ gibt tiefe Einblicke in die Welt des skrupellosen Präsidenten und lässt dabei kein Detail aus.

Unappetitliche Sexpraktiken, Steuerbetrug und Deals mit korrupten Beamten: Ein erster Vorgeschmack auf Michael Cohens Buch „Disloyal: A Memoir“ (Illoyal: Memoiren) lässt bereits erahnen, dass der frühere Anwalt darin kein Detail über den US-Präsidenten Donald Trump auslässt. Mehrere Jahre arbeitete er an der Seite des Präsidenten und berichtet nun über unzählige obskure Aufträge, die er während der Zusammenarbeit mit Trump erhielt. „Ich weiß, wo seine Leichen im Keller sind – weil ich sie vergraben habe“, schreibt Cohen im Vorwort seines Buchs.

Von 2015 an arbeitete der einstige Privatanwalt eng mit Donald Trump zusammen und unterstützte ihn bei seiner Präsidentschaftskandidatur. Dadurch erhielt er tiefe Einblicke in das Leben und den Charakter des Unternehmers: „Auf gewisse Weise kannte ich ihn besser als seine Familie, denn ich wurde Zeuge des echten Mannes, in Stripteaseclubs, bei zwielichtigen Geschäftstreffen, und in den unbedachten Momenten, in denen er enthüllte, wer er wirklich war: ein Schwindler, ein Lügner, ein Betrüger, ein gemeiner Kerl, ein Rassist, ein Raubtier, ein Hochstapler.“, schreibt Cohen über seinen früheren Mandanten.

„Disloyal: A Memoir“: Trump brachte Cohen dazu, den Kongress zu belügen

Mit harschen Worten erzählt er von Trumps zahlreichen Seitensprüngen und den Schweigegeldern, mit denen er sie vertuscht haben soll. Er schildert Besuche des Präsidenten in dem Sexclub „The Act“ in Las Vegas, in dem er laut einem Bericht von „cnn.com“ an fragwürdigen Praktiken mit Sexarbeiterinnen teilnahm. Auch unmoralische Geschäftstreffen sowie eine angebliche heimliche Zusammenarbeit des Präsidenten mit der russischen Regierung während der Präsidentschaftswahl 2016 legt er in seinem Buch detailliert offen. Cohen bezeichnet sich selbst als einen der „Bösen“, da er als Ausputzer für Trump unter anderem dessen Ehefrau Melania Trump belog, Schmiergelder zahlte und jeden bedrohte, der der Karriere des Präsidenten im Weg stand.

Erst, nachdem ihn Trump dazu brachte, den Kongress während der Russland-Affäre um einen geplanten Trump Tower in Moskau zu belügen, wendete sich Cohen von dem Präsidenten ab. Er kooperierte mit dem Sonderermittler Robert Mueller und sagte schließlich vor dem Kongress gegen Trump aus. In der Zeit danach fürchtete er eigenen Angaben nach um sein Leben.

In „Disloyal: A Memoir“ beschreibt Cohen die manipulative Boss-Mentalität von Trump

„Der Präsident der USA wollte, dass ich tot bin“, schreibt Cohen. „Oder wie Donald Trump es sagen würde: Es würde ihn nicht stören, wenn ich tot wäre.“ Denn das sei Trumps Art, zu kommunizieren. Er erteilte Cohens Schilderungen nach keine konkreten Aufträge, gab seinen Mitarbeitern unterschwellig jedoch deutlich zu verstehen, was man zu tun habe. Das sei fester Bestandteil seiner Boss-Mentalität. Laut Cohen schaff es der Präsident, damit genau das zu erreichen, was er will, ohne selbst zur Rechenschaft gezogen werden zu können. Mit dieser Strategie habe er ihn selbst dazu gebracht, den Kongress in Bezug auf den Trump Tower zunächst zu belügen.

Nachdem Cohen für den Präsidenten gearbeitet hatte, kam er 2018 wegen Steuer- und Finanzdelikten sowie Falschaussagen für drei Jahre ins Gefängnis. Er hatte unter anderem während der US-Wahlen einen Pornostar bestochen, um die Affäre mit dem Präsidenten zu vertuschen, und verstieß damit gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung. Nachdem er im Mai entlassen wurde, kam er im Juli erneut für kurze Zeit in Haft – angeblich um sein Buchprojekt zu verhindern, welches vom Weißen Haus als reine Erfindung betitelt wird. Cohen sei ein Lügner – schon immer gewesen.

Das Buch, das den vollständigen Titel „Disloyal: A Memoir: The True Story of the Former Personal Attorney to President Donald J. Trump“ (auf Deutsch etwa: „Illoyal: Memoiren. Die wahre Geschichte des früheren Privatanwalts von Präsident Donald J. Trump“) trägt, soll noch vor der Präsidentschaftswahl am 03.11.2020 in den Handel kommen. (Von Teresa Toth)

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