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Wassersportler genießen am Laie Beach Park die letzten Stunden, bevor wohl auch dieser Strandabschnitt gesperrt wird.

Hawaii

Die Tour vor dem Sturm

Während die Polizei bereits erste Straßen und Strände auf Hawaii absperrt, nutzen Surferinnen und Surfer noch die Gunst der Stunde – die hohen Wellen aber sind wohl Vorboten eines Hurrikans, der die US-Inselkette bald treffen könnte.

Der Hurrikan „Douglas“ im Pazifik bedroht die Inseln des US-Bundesstaats Hawaii. Das Nationale Hurrikan-Zentrum der US-Klimabehörde NOAA teilte mit, der Wirbelsturm mit Windgeschwindigkeiten von rund 140 Kilometern pro Stunde werde schon bald von Maui bis Kauai über die Inseln oder knapp an ihnen vorbei ziehen.

Vorhergesagt wurden lebensbedrohlich hohe und potenziell zerstörerische Wellen, schwere Regenfälle und gefährliche Sturmfluten. Die Katastrophenschutzbehörde Hawaiis teilte mit, auf Maui seien in Vorbereitung auf den Sturm Hilfsgüter angeliefert worden. Die Behörden forderten die Menschen in Maui dazu auf, zu Hause Schutz zu suchen und Straßen möglichst zu meiden. Das Rote Kreuz in Hawaii teilte mit, man bereite sich auf den Hurrikan vor.

Der erste Hurrikan der diesjährigen Saison über dem Atlantik war am Samstag im US-Bundesstaat Texas auf Land gestoßen. Der Hurrikan der niedrigsten Stufe eins erreichte die Küste mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde, so das Nationale Hurrikan-Zentrum.

Danach schwächte sich der „Hanna“ genannte Hurrikan deutlich ab und wurde zum Tropensturm heruntergestuft. Die Wetterbehörde rechnete damit, dass sich der Sturm am Montag komplett auflösen würde. „Hanna“ brachte schwere Regenfälle mit sich.

Der Sender CNN berichtete, im Süden von Texas sei infolge des Sturms bei mehr als 250 000 Haushalten der Strom ausgefallen. In Corpus Christi wurde ein Hafen beschädigt, berichtete der lokale Sender Kris. Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, hatte für zahlreiche Bezirke den Notstand ausgerufen. Die dort grassierende Corona-Pandemie erschwere die Arbeit der Helferinnen und Helfer bei dem Sturm, sagte er US-Medien.

„Diese Herausforderung ist kompliziert und wird noch verschärft, wenn man bedenkt, dass er durch ein Gebiet fegt, das das am stärksten von Covid-19 betroffene Gebiet des Bundesstaates ist“, so Abbott. Laut der Johns-Hopkins-Universität sind in Folge der Pandemie bisher rund 5000 Menschen allein in Texas gestorben.

Über dem Atlantik erwartete NOAA in diesem Jahr eine überdurchschnittlich aktive Hurrikan-Saison. Von Juni bis Ende November sei mit bis zu zehn Hurrikanen zu rechnen, davon könnten bis zu sechs sehr starke Wirbelstürme werden, hatte die Behörde erklärt. Im Durchschnitt gibt es pro Jahr über dem Atlantik sechs Hurrikane, drei davon entwickeln sich zu Stürmen großer Stärke.

Angesichts verfügbarer Klimadaten und der höheren Wassertemperatur in Atlantik und Karibik liege die Wahrscheinlichkeit einer normalen Saison nur bei 30 Prozent, die einer unterdurchschnittlichen bei nur zehn Prozent, hieß es. US-Präsident Trump schrieb auf Twitter, dass seine Regierung die Stürme genau beobachte und mit betroffenen Bundesstaaten in Kontakt stehe. (dpa)

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