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Die Covid-Ansprache

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Im Fernsehen wird im April 2020 die Ansprache von Königin Elizabeth II. an die britische Nation und das Commonwealth im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie übertragen.
Im Fernsehen wird im April 2020 die Ansprache von Königin Elizabeth II. an die britische Nation und das Commonwealth im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie übertragen. © Jacob King/dpa

Am 4. April 2020 hielt Königin Elizabeth II. ihre fünfte und letzte außerordentliche Rede an die Nation. Ein Jahr später sollte ihr Mann, Prinz Philip, im Alter von 99 Jahren sterben.

Die Königin wollte mit ihrer Ansprache die britischen Völker unter ihrer Hoheit beglückwünschen, aufrütteln und anspornen, sich von der Covid-Pandemie nicht unterkriegen zu lassen. Wir dokumentieren hier Auszüge des Transkripts, das im jetzigen Licht geradezu prophetische Qualitäten erlangt:

„Ich spreche zu Ihnen zu einer Zeit immer größerer Herausforderungen, wie ich nur zu gut selbst weiß. Es ist eine Zeit der Unterbrechungen des Lebens in unserem Land, Unterbrechungen, die manchen den Schmerz des Verlustes geliebter Menschen bringen, die viele in finanzielle Nöte stürzen und die uns alle mit enormen Veränderungen unseres Alltags konfrontieren.

Ich möchte allen danken, die im NHS (dem Nationalen Gesundheitsdienst d.Red.) an vorderster Front stehen neben so vielen anderen, die selbstlos ihre alltäglichen Aufgaben für unsere Gemeinschaft erfüllen. Ich bin mir sicher, dass die Nation mir darin beipflichten wird, dass was Sie leisten wir wirklich wertschätzen. Jede Stunde Ihrer harten Arbeit nähert uns alle der Rückkehr zu mehr normalen Zeiten.

(...)

Ich hoffe, dass in den Jahren, die da kommen mögen, alle darauf stolz sein können, wie wir diese Herausforderung angenommen haben. Die nach uns kommen werden dann sagen, diese Generation von Briten war so stark wie jede andere. Dass die Charakteristiken von Selbstdisziplin, gut gelaunter Entschlossenheit und Gemeinschaftlichkeit für dieses Land immer noch gelten. Der Stolz auf was wir sind, ist nicht Teil der Vergangenheit, es zeichnet unsere Gegenwart und unsere Zukunft.

Jene Augenblicke, in denen das Vereinigte Königreich seinen Pflegekräften und den anderen systemrelevanten Berufen applaudierte, wird erinnert werden als ein Ausdruck unseres Selbstverständnisses – und sein Symbol werden die Regenbogen sein, die Kinder gemalt haben.

Überall im Commonwealth – ja, überall auf der Welt erleben wir herzerwärmende Momente, wenn Menschen zusammenkommen, um anderen zu helfen, sei es, indem man Essenspakete oder Medikamente vorbeibringt, nach den Nachbarn schaut oder Geschäfte umstellt auf den Betrieb von Hilfeleistungen.

(...)

Das erinnert mich an meine allererste Radioansprache 1940 unter Mithilfe meiner Schwester. Wir Kinder (...) sprachen zu den Kindern, die man zu ihrer Sicherheit fortgeschickt hatte (in Gebiete außerhalb der Reichweite deutscher Bomber d.Red.). Heute werden viele wieder Trennungsschmerz von ihren Liebsten fühlen. Aber heute wie damals wissen wir tief in unserem Innern, dass es das Richtige ist. Diese Herausforderung ist eine andere als die bisherigen. Dieses Mal unternehmen wir mit allen Nationen dieser Welt eine gemeinsame Anstrengung. (...) Es wird uns gelingen, und dieser Erfolg wird unser aller Erfolg sein.

(...)

Lassen Sie uns alle Trost darin finden, dass auch wenn wir noch mehr werden ertragen müssen, bessere Zeiten doch wieder kommen werden. Wir werden uns mit unseren Freuden wiedersehen, mit unseren Familien. Wir werden uns wiedersehen.“ FR

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