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Die „Bestie“ und die übrigen Verdächtigen

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Sogar Lewis Carroll und Prinz Albert Victor wurden als Täter gehandelt

Jack the Ripper wird nie gefasst. Rund 200 Verdächtige überprüft die Polizei im Laufe der Zeit. Sir Melville Macnaghten, der bei Scotland Yard damals zuständige Ermittlungsleiter, erstellt am 23. Februar 1894 einen Report, in dem er drei Tatverdächtige nennt: den 31-jährigen britischen Lehrer und Anwalt Montague John Druitt, den russischen Trickbetrüger Michael Ostrog und den psychisch kranken Polen Aaron Kosminski.

In der Folge werden aber noch viele andere als mögliche Täter gehandelt, darunter der Schauspieler Richard Mansfield, der „Alice im Wunderland“-Autor Lewis Carroll, ein Sohn Eduards VII., Prinz Albert Victor, und sogar Joseph Merrick, der aufgrund seiner seltenen Krankheit als „Elefantenmensch“ weltbekannt geworden ist. Bis heute präsentieren Profis wie auch Hobby-Ripperologen immer neue Tatverdächtige. Die Schriftstellerin Patricia Cromwell etwa ist sich in den 1970er Jahren sicher, der deutschstämmigen Maler Walter Sickert sei Jack the Ripper. 1993 präsentiert James Maybrick das Tagebuch des mysteriösen Serienmörders, das sich aber als Fälschung erweist.

Vielleicht war es eine Frau

Ein australisches Forschungsteam kommt 2006 hingegen nach DNA-Analysen der für echt befundenen Briefe Jack the Rippers zu der Überzeugung, der Täter sei in Wahrheit eine Frau. Im gleichen Jahr erstellte die Metropolitan Police ein Phantom-Bild auf der Basis zeitgenössischer Zeugenaussagen. Demnach ist Jack the Ripper ein etwa 25 bis 35 Jahre alter Mann von 1,65 Meter bis 1,70 Meter Körpergröße, mit relativ hohem Haaransatz und Schnurrbart. Diese Täterbeschreibung deckt sich mit den behördlichen Angaben über das Aussehen des deutschen Seemanns Carl Ferdinand Feigenbaum, der am 27. April 1896 für den Mord an seiner Wirtin in den USA hingerichtet wird.

Gut möglich, dass niemals ermittelt wird, wer der Serienmörder war. Das Hauptproblem, das Ermittler:innen damals wie heute haben: Niemand weiß, welche Spuren dem Täter mit Sicherheit zuzurechnen sind. Allein unzählige Briefe und Bekennerschreiben, die mit „Jack the Ripper“ unterzeichnet sind, finden sich in Polizeiarchiven. Bis heute weiß aber niemand, ob diese echt sind. So bleibt wohl auch in Zukunft noch viel Raum für neue Theorien.

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