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Selfie in Mailand in Zeiten des Coronavirus - in Italien breitet es sich derzeit rasant aus. 

Corona

Ist Deutschland auf das Virus vorbereitet?

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  • Pauline Rabe
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Covid-19: Die Bundesregierung passt die Reise- und Sicherheitshinweise für Italien an.

Das Coronavirus breitet sich rasant in Italien aus. Um es zu stoppen, sind dort am Wochenende zwölf Städte abgeriegelt worden. Wie reagiert Deutschland? Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Was tut Deutschland mit Blick auf die Fälle in Italien?

Die Bundesregierung beobachtet die Lage. „Unsere Botschaft und die deutschen Konsulate in Italien stehen mit den italienischen Behörden in Kontakt für den Fall, dass die italienischen Maßnahmen Deutsche betreffen“, heißt es aus dem Auswärtigen Amt. Rückkehrern aus betroffenen Regionen in Norditalien wird empfohlen, sich an die entsprechenden Hinweise des Robert Koch-Instituts (RKI) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf deren Internetseiten zu halten.

Gibt es eine Reisewarnung für Italien?

Das Bundesaußenministerium sieht derzeit keinen Anlass dafür. Dafür müsse eine konkrete Gefahr für Leib oder Leben bestehen, dies sehe man aktuell nicht in Italien. Das Auswärtige Amt hat aber am Montag die Reise- und Sicherheitshinweise angepasst.

Wie groß ist die Ansteckungsgefahr in Deutschland?

Das RKI stuft das Ansteckungsrisiko für die Bevölkerung weiterhin als gering ein. „Gegenwärtig gibt es noch keine Hinweise auf eine anhaltende Viruszirkulation in Deutschland“, heißt es.

Werden auch in Deutschland Städte oder Grenzen abgeriegelt?

Die Bundesregierung plant derzeit keine Grenzschließungen. Entsprechende Überlegungen gebe es im Bundesinnenministerium nicht, sagte ein Sprecher in Berlin. In Deutschland sei es bisher gelungen, Menschen, die mit dem Covid-19-Virus infiziert seien, zu isolieren und zu behandeln. Die Lageeinschätzung könne sich aber jederzeit ändern. Auch wenn keine Grenzschließungen oder Abriegelungen von Städten in Deutschland geplant sind, lässt das Infektionsschutzgesetz abstrakt die Möglichkeit einer Abriegelung von Ortschaften zu, erklärte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Montag. Die Umsetzung liege dann jedoch bei den Bundesländern. Die rechtliche Grundlage für die Wiedereinführungen von Binnengrenzkontrollen sei im Schengener Grenzkodex geregelt, wenn eine ernsthafte Bedrohung für die öffentliche Ordnung oder die öffentliche Sicherheit bestünde.

Wie beurteilen Koalition und Opposition im Bundestag das Vorgehen?

Sabine Dittmar, Gesundheitsexpertin der SPD-Bundesfraktion, sieht Deutschland gut auf das Virus vorbereitet: „Wir haben ein Netzwerk von Kompetenzzentren und Spezialkliniken. Die Notfallpläne greifen, die Meldeketten funktionieren und die Behörden arbeiten auf Bundes- und Landesebene und mit den internationalen Partnern eng zusammen“, sagte sie dem RND. Trotzdem sei davon auszugehen, dass sich Covid-19 weltweit weiter ausbreiten und es auch in Deutschland weitere Infektionen geben wird.

Für Kordula Schulz-Asche, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen, ist die Lehre aus der Corona-Situation bereits jetzt deutlich: „Wir müssen die öffentlichen Gesundheitsdienste vor Ort endlich wieder finanziell und personell besser ausstatten.“ Ein weiterer Punkt sei die Förderung und Unterstützung von Impfstoff-Forschung und der Entwicklung kausaler Therapien. Dort gelte besonders auch die schwächeren Gesundheitssysteme dieser Welt zu unterstützen. „Den Kampf gegen Viren können wir nur gemeinsam und solidarisch bestreiten“, sagte die Grüne auf Anfrage.

Einen speziellen Grenzschutz sieht Schulz-Asche gegenwärtig nicht als notwendig an und würde dabei von nationalen Alleingängen Abstand nehmen. „Mitte Februar haben sich die EU-Gesundheitsminister sowie die zuständigen Kommissare zu einer verstärkten Koordination und Kooperation verständigt, das ist aus meiner Sicht sehr vernünftig. Wenn die Maßnahmen der einzelnen Mitgliedstaaten zum Umgang mit Verdachtsfällen einheitlich sind, können wir mehr bewirken, als wenn wir die Grenzen schließen.“

Wie viele Krankheitsfälle gibt es bisher in Deutschland?

In Deutschland wurden bisher 16 Covid-19-Fälle gemeldet. Die meisten Personen sind laut des RKI bereits wieder gesund und aus der Klinik entlassen. In China lag die Zahl offiziell erfasster Infektionen am Sonntag bei rund 77.000. Mehr als 2400 Menschen starben demnach an der Lungenerkrankung. Das entspricht in etwa der jüngsten großen Grippewelle in Deutschland.

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