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Betonbeklemmung: Mit gemischten Gefühlen an der Mauer-Gedenkstätte Bernauer Straße in Berlin.

30 Jahre Mauerfall

Ansichtssache Deutschland

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Was bewegt die Menschen 30 Jahre nach dem Mauerfall? Mit dieser Frage im Gepäck ist unser Autor 1000 Kilometer durch Deutschland geradelt.

Der Plan: In acht Etappen durch acht Bundesländer. Und passend zu meiner Frage, wie es den Menschen im seit drei Jahrzehnten geeinten Deutschland geht, hat meine Route – mit etwas Fantasie – die Form eines Fragezeichens: Der gerade Strich verläuft durch Bayern und Baden-Württemberg, die Zeichenkrümmung umfasst Mittel- und Ostdeutschland und endet in einem Winkel Mecklenburgs. Meine Beobachtungen zu den sogenannten „Neuen Bundesländern“ decken sich mit denen, die Theodor Fontane seinerzeit zu Brandenburg machte: „Kinder“, schrieb er nach den Wanderungen an seine Frau, „so schlimm wie Ihr es macht, ist es nicht.“

Kilometer 0: Beuren, Schwäbische Alb

Heiß ist es im Land. Schon zum Auftakt der Junifahrt durch Landschaften, Dörfer, Kleinstädte schwitze ich fürchterlich. Die erste Hitzewelle des Sommers naht, ich arbeite mich eine Bergstraße hoch. Schweißtreibend wirkt auch die Aufregung: Aufs Geratewohl Menschen anzusprechen, um sie für Interviews über die Lage in Deutschland zu gewinnen, ist kein Kinderspiel. Ich komme nach Beuren, schiebe das Rennrad zur Sonnenterrasse des Dorfgasthauses, wo sich das erste Spontangespräch zum Thema Ost-West entspinnt. Ausgerechnet im reichen Württemberg, schwäbelt eine Rentnerin, begegne die Mehrzahl dem Osten mit Ablehnung. „Manche saget, no sollt mer de Mauer noch drei Meter höher mache. Aber die da so rausschwätze hen ja kei Ahnung, wie die drüben glebt hen – die hen ja kei Freiheit ghabt. Davon hen viele gar kei Ahnung!“ Und oft auch kein Interesse, darüber zu reden, wie ich auf meiner Fahrt durchs „Ländle“ feststelle.

Kilometer 292: Krautostheim, Mittelfranken

In Bayern haben Bauern Grund zu klagen. Nach jüngsten Erhebungen verlor das Land in der zurückliegenden Dekade rund 15 000 Höfe – etwa 15 Prozent des Gesamtbestandes. In vier Ortschaften unweit von Neustadt/Aisch sorgt eine mittelalterliche Tradition wenn nicht für materielle, so doch zumindest für spirituelle Zufriedenheit. Die Rede ist von der Osing-Verlosung, benannt nach dem Hügelzug bei Neustadt. Alle zehn Jahre ziehen auserwählte Kinder die Lose, um rund 200 Hektar Ackerland unter den ansässigen Bauern neu zu verteilen. Wie findet das Werner Rummel, Landwirt in Krautostheim? Rummel druckst herum, lacht und reißt sich zusammen, um nicht allzu deutlich zu werden. „Also, rein von der Bewirtschaftung her, da bin ich nicht so begeistert.“ Weil etliche unwegsame, eher unzugängliche Landabschnitte dabei sind und solche mit schlechten Böden, habe sich insgeheim eingebürgert, dass Landwirte nach der Verlosung Parzellen untereinander tauschen dürfen.

Traditionell fahre ich jedes Jahr in die Region weiter nördlich. Weil ich dort aufgewachsen bin, habe ich recht festgefahrene Vorstellungen von Oberfranken. Aber diesmal nähere ich mich völlig anders und bin baff: Vor Bamberg steht ein riesiger Hofladen, der meine bisherige Vorstellung von Direktvermarktung auf dem Land über den Haufen wirft. Derartige Dimensionen besaßen zu meiner Jugend die Einkaufszentren. Hinter Bamberg amüsiere ich mich über einen alten, bezopften Gastwirt, der meine mittägliche Bestellung eines alkoholfreien Biers mit den Worten quittiert: „Ich trink ja so etwas nicht – und damit keine falschen Gedanken aufkommen: Ich hab auch keinen Sex mit Gummipuppen.“

Kilometer 411: Blankenberg, Thüringer Schiefergebirge

Absurde Grenzabschnitte der einstigen DDR sah ich viele. Aber am Rand der steil zum Grenzfluss Saale abfallenden Felswände Blankenbergs bin ich perplex. Am Fluss hielt die DDR den Betrieb einer uralten Papierfabrik auch nach der Abriegelung zu Bayern am Laufen. Ich rätsle über die Logistik der von Dorf und Hinterland durch einen sperrigen Berg isolierten Fabrik. Darüber sinnierend, dass die Saale zugleich Lebensader für Maschinen und Todeszone für Arbeiter war, stellt sich mir ein Mann zur Seite und erklärt: „Direkt hinter der Fabrik war der Sperrzaun mit Spanischen Reitern.“ Dort sei 1962 sein Bruder mit zwei kleinen Kindern bei minus zwanzig Grad und einem guten halben Meter Schnee irgendwie durchgekommen. „Wie, das konnte er mir nie richtig erklären, wahrscheinlich war der in einer Art Flow.“ Der Mann, der seinen Namen nicht aufgeschrieben sehen möchte, startete gestern im Thüringer Wald per E-Mountainbike über den Rennsteig, um heute Eiserne Konfirmation zu begehen. Wie erlebte er die Nachwendezeit? „Ich hatte keine Probleme, wurde als Fernmelder von der Telekom übernommen und sehe mich als echten Gewinner der Einheit; ich hatte auch keinen Grund, irgendetwas nachzutrauern wie das viele heute machen.“

Randbebauung: Die Blankenberger Papierfabrik an der Saale lag zu DDR-Zeiten direkt an der Grenze von Bayern und Thüringen.

Wetter- und Leistungsextreme auf dem Rad haben mein Immunsystem geschwächt. Seit dem Recherchestart bin ich in drei Tagen fast 4000 Höhenmeter und mehr als 400 Kilometer gestrampelt. Nun zwingt mich in Thüringen eine Grippe zu drei Tagen Pause. Erst im Norden Sachsens bin ich fit, freue mich über die Hitze und darüber, dass östlich von Leipzig die Tagebau-Folgelandschaft nicht so schlimm aussieht wie befürchtet. Bis 2030 soll hier die Zahl der Seen auf 23 anwachsen sowie mit Flüssen und Kanälen der Großstadt verbunden sein. Als schwebte ich über dem Wasser, fahre ich zwischen Hainer und Kahnsdorfer See über eine schmale Landbrücke. Der Bauboom am Hainer See erinnert mich nicht zuletzt der sengenden Sonne wegen ans Mittelmeer. „Zum Leuchtturm“ heißt hier ein Imbiss; „Lagune – Hafenplatz“ strahlt tiefblau ein frisch eingepflocktes Schild. Die hochbetagte Sächsin aus Kahnsdorf mit Küchenschürze, deren Hund hier gerade sein Bein hebt, sieht den Haus- und Autobahnbau rund um die Seenlandschaft skeptisch.

Kilometer 684: Piesteritz, anhaltinische Elbe

Unweit von Deutschlands beliebtestem Flussradweg treffe ich im Westen Wittenbergs einen Mann der klaren Worte: Rolf Kißling, Fotograf und Dozent der Muthesius Kunsthochschule. Verabredet bin ich in der größten autofreien Siedlung Deutschlands, der hundert Jahre alten Werkssiedlung im Stadtteil Piesteritz. Die rund 300 Wohnungen, seinerzeit für Arbeiter einer Düngerfabrik erschaffen, verloren gegen Ende der DDR-Ära durch Billigreparaturen und Materialmangel zunehmend ihr Gesicht, sagt Kißling. Wie heute kaum noch jemand ist der 78-Jährige vertraut mit Piesteritz: er wohnte ab 1948 als Kind und Jugendlicher dort, lichtete es 1983 für seine Diplomarbeit ab und nahm die Motive 2019 erneut auf. „Glücklichen Umständen und einer Reihe engagierter Leute ist es zu verdanken, dass die Siedlung gerettet wurde. Denn beinahe hätte die Treuhand 1995 damit angefangen, die Einzelhäuser Privatleuten zur weiteren Gestaltung in Eigenregie zu überlassen.“

Suchbegriff: Wie steht’s heute mit der Einigkeit, dem Recht, der Freiheit?

Obwohl die Siedlung zwischen Industriegebiet und Großstadtkern liegt, stören keine Maschinen die Ruhe. Vögel zwitschern um die Wette, Passanten kündigen sich durch Schrittgeräusche an, bevor sie um eine Hausecke biegen. Bewusst wird mir diese Idylle im anschließenden Kontrastprogramm: auf den Autostraßen heraus aus Sachsen-Anhalt.

Kilometer 827: Mauer-Gedenkstätte Berlin

Vor dem Flughafen Schönefeld gibt sich Brandenburg noch einmal versöhnlich, mit lieblichen Hügeln, Pferderanch, alten Villen. Dann umfängt mich Berlins herbe Geschichte. Ich halte mich an den Mauerweg, studiere Erklärtafeln, schlängle mich an den drei touristischen Hotspots Checkpoint Charlie, Brandenburger Tor und Reichstag durch die Massen. Mein Ziel ist die Bernauer Straße, wo der Mauerbau die Stadt am krassesten zerschnitt.

Noch im August 1961 folgt der siebzehnjährige Carl-Wolfgang Holzapfel von Westberlin aus erstmals seiner Berufung als Provokateur. Vier Jahre später setzen ihn DDR-Grenzer bei einer Protestaktion jenseits der Demarkationslinie fest. Es folgen Stasihaft, endlose Verhöre, Freikauf durch die Bundesrepublik. Als ich zum Treffpunkt mit Holzapfel in Berlin Mitte komme, um ihn zu befragen, bin ich auf einen gebrochenen Menschen gefasst, stelle mich auf behutsames Fragen ein. Doch Holzapfel ist ein rüstiger Mittsiebziger –und so agil, als hätte er mit den einstigen Hungerstreiks die Basis gesunder Lebensführung geschaffen. Aus Holzapfels Worten klingt keine Kampflust, sondern kristalline Ruhe. Ihr verdankt er wohl seine Leidensfähigkeit im Protest gegen die deutsche Teilung und das DDR-Regime. „Ich hielt mich an die Tradition Gandhis, der sagte: Hab kein Vertrauen in Appelle, wenn dahinter nicht die Kraft steht, etwas Persönliches zu opfern.“

Holzapfels Worte hallen in mir nach bei der Weiterfahrt durch Deutschlands am dünnsten besiedelten Gebiete. Das Straßennetz ist weitmaschig; die ersten dreißig Kilometer nach Berlin liegt meist nur eine dünne, ausgebeulte Asphaltdecke über gefühlt kaiserlichen Pflastersteinen. Manchmal ist nur eine Spur asphaltiert, sodass ich bis zum nächsten Gegenverkehr auf der falschen Seite fahre, damit es mir über meinen 23-Millimeterreifen mit dem Druck von sieben Bar nicht eine Bandscheibe zwischen den Lendenwirbeln heraushaut.

Kilometer 879: Karolinenhof, Landkreis Oberhavel

Belohnt werde ich mit nahezu autofreiem Fortkommen und kuriosen Ortsnamen: Pausin, Paaren im Glien, Börnicke. Die erste Einkehrmöglichkeit finde ich im Karolinenhof, westlich von Kremmen. Dort kann ich, nach all den Männern, im siebten Bundesland meiner Route wieder eine Frau zum Interview gewinnen. Gela Angermann kaufte den Hof mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann 1991 von der Treuhand. Sie belebten holländische Käsereitraditionen, angetrieben von einer glücklichen Mischung aus Fleiß und Anarchie (das „Schwarzer-Stern“-Emblem ziert noch heute das Hof-Logo). Zunächst verkauften die Angermanns auf Märkten in Berlin; heute wird hundertprozentig direkt vom Hof vermarktet – obwohl Berlins Mitte mit dem Auto über eine Stunde entfernt ist. Seit bald zwanzig Jahren betreibt Angermann zudem das „Wiesencafé“, es war Brandenburgs erstes biozertifiziertes Café.

Knatterkult: Beim Treffen der Simson-Fans in Vietznitz.

Zugegeben, der Cappuccino mit aufgeschäumter Ziegenmilch ist gewöhnungsbedürftig. Aber so schlürfe ich mich quasi bereit für andere ungewöhnliche Leidenschaften im westlichen Havelland: zum Beispiel das Jahrestreffen von Fans der Moped-Kultmarke Simson in Vietznitz, mit Motorblock-Weitwerfen und Felgen-Zielwurf. Vier Kilometer weiter schlendern tiefschwarz gekleidete, maximal tätowierte Langhaarige unter der Mittagssonne durch Friesack, in Erwartung des Abschlusskonzerts beim Black-Sun-Festival. Ohnewitz, so heißen wenig später Straße und Ortsteil im „Ländchen Rhinow“.

Kilometer 935: Joachimshof, Naturpark Westhavelland

Zwanzig Kilometer hinter Ohnewitz rolle ich auf den Lochplatten eines Kolonnenwegs in Joachimshof ein. Vom Aufschwung Ost ist dort nichts zu spüren. Deprimiert glotzen sich der monströse Backsteinspeicher am einstigen Gleisbett und das verfallende Bahnhofswärterhäuschen aus blinden Fenstern an. Joachimshof, etwa in der Mitte zwischen Berlin und Ludwigslust gelegen, prägt sich mir ein als Sinnbild sozialistischer Vergänglichkeit. In den folgenden Ortschaften erscheint mir die Bausubstanz sukzessive in besserem Zustand. Voigtsbrügge, Kümmernitz, Damelack – viele Häuser sind frisch renoviert. In Bendelin ist der Sitz der Agrargenossenschaft herausgeputzt, stolz un dbreit prangt über zwei Fenstern der Name der einstigen Keimzelle „LPG Einigkeit“, gegründet in meinem Geburtsjahr, 1967. Je näher ich mich der Elbe und der Grenze zu Mecklenburg nähere, umso reicher erscheinen mir die Dörfer.

Kilometer 980: Kuhblank, Brandenburgische Elbtalaue

Als ich kurz vor Wittenberge allein wegen des kuriosen Namens nach Kuhblank abbiege, wähne ich mich in einem Museum. Ich stehe in einem perfekten mittelalterlichen „Rundling“. Vergleicht man den Dorfplatz mit der runden Fensteröffnung einer Backsteinburg, sind die Gehöfte ringsum die radial angeordneten Backsteine. In heißem Rot glänzen die Steine der Hofgemäuer. Besonders gepflegt wirkt das Anwesen von Günter Pey, der herbeieilt, als ich mich zum Fotografieren anschicke. Der Mittfünfziger hängt an Modell- und Museumseisenbahnen ebenso wie an den alten Stallungen und Scheunen hinter seinem elterlichen Wohnhaus, das am Dorfplatz steht. „So lang ich lebe, krieg ich det gehalten“, schildert er seine Heimatverbundenheit, aber mit einer Betonung, als müsse er sich durch seine Worte selbst immer wieder neu auf Kurs bringen. Hinter dem Gehöft zieht Pey Weihnachtsbäume hoch. Besonders gut gehen Colorado-Tannen. „Da brauch ich gar nischt sagen, geben mir die Leute schon dreißig Euro für.“ Zum winterlichen Verkaufstag finden sich gern über hundert potenzielle Käufer ein, so Pey und unser Gespräch wird abrupt unterbrochen: Auf den Schienen hinter Kuhblank donnert kurz vor 18 Uhr der ICE gen Hamburg vorbei. Ich nutze die Unterbrechung, um mich vom redseligen Pey zu verabschieden.

Pflichtprogramm: Mödlareuth war einst ein geteiltes Dorf.

Dem Kurs des ICE folge ich anderntags bis auf die Höhe des mecklenburgischen Lübtheen, wo ich auf die ersten ernster zu nehmenden Anstiege seit Sachsen stoße. Die Sommerhitze macht mir nun seit acht Tagen zu schaffen – was aber auch sein Gutes hat: Weil ich inzwischen bei Sonnenaufgang aufbreche und nur minimale Pausen einlege, komme ich heute voran. Denn es ist der Tag, an dem in den munitionsverseuchten Kiefer-Monokulturen südlich von Lübtheen die immer wieder auflodernden, kaum zu löschenden Waldbrände ausbrechen werden. Als die Straßen gesperrt und Menschen evakuiert werden, bin ich bereits in eiszeitlichen Landschaften mit Hügeln und Seen.

Kilometer 1098: Boize, Biosphärenreservat Schaalsee

In der tiefsten Provinz Württembergs begann meine Tour, in der tiefsten Provinz Mecklenburgs soll sie enden. Die vierzig Häuser von Boize wurden zu DDR-Zeiten von drei Seiten eng umschlossen; vier bewohnte Häuser sind heute übrig. „Das wurde zu DDR-Zeiten nach und nach ausgerottet, Boize sollte wegsterben“, sagt der Besitzer des größten, herausgeputzten Anwesens. „Wir sind hier die letzten Überlebenden.“ Für den Ausbau seines Hauses rang der heute 48-Jährige mit den Ämtern, weil Boize nach der Wiedervereinigung als Splittersiedlung eingestuft und keine Baugenehmigung erteilt wurde. Ist die Isolation nicht frustrierend? „Wir haben hier alle Freiheiten, können sonntags Lärm machen ohne dass das stört. Der Schaalsee, tolle Natur liegt um die Ecke, und in vierzig Minuten Fahrzeit erreichen wir Schwerin und Hamburg, was willst Du mehr?“ – Ich wollte, die Menschen im Süden der Republik wären ebenso entspannt wie der Mann aus Boize.

Denkmalschatz: die weitgehend originalgetreu sanierte Werkssiedlung Piesteritz.

Hier geht meine Tour als radelnder Reporter zu Ende. Und auf den letzten fünfzig Kilometern nach Lübeck, wo ich heute zu Hause bin, lasse ich meine Recherchegespräche Revue passieren. Je weiter weg vom angestammten bundesrepublikanischen Wohlstand im Süden, umso unbeschwerter scheinen sie durchs Leben zu gehen. Als gebürtiger Schwabe mit innigem Verhältnis zu württembergischem Land und Leuten fällt es mir schwer, dieses Urteil abzugeben. Aber wenn ich auf Leichtigkeit aus gewesen wäre bei meiner Radreise, hätte ich mir ja ein E-Bike leihen können.

Karl-Gerold-Stiftung

Dieser Text entstand mit Unterstützung eines Reisestipendiums der Karl-Gerold-Stiftung.

Die Karl-Gerold-Stiftung ist Mitbesitzerin der FR. Sie hilft Studierenden und jungen Journalistinnen und Journalisten. Die Stiftung orientiert sich bei dem Reisestipendium an ihrem Stifter Karl Gerold, der aus eigener Erfahrung stets die Bedeutung von Reisen junger Menschen zum Erwerb von Welterfahrung und Weltzugewandtheit betonte.

Dabei geht es ausdrücklich nicht alleine um das Abarbeiten konkreter, vor Reisebeginn durchgeplanter Recherchen, sondern daneben stets auch um Offenheit für neue, womöglich unerwarteter Eindrücke und deren journalistische Aufarbeitung.

FR-Chefredakteur und Herausgeber Karl Gerold hat die Stiftungsverfassung noch zu seinen Lebzeiten festgelegt. Die Stiftung wurde nach seinem Ableben aufgrund seiner testamentarischen Verfügung errichtet. In diese Stiftung wurden von Karl Gerold und seiner Ehefrau Elsy Gerold-Lang wesentliche Teile ihres Vermögens eingebracht. (FR)

Die FR-Serie: Du gehörst zu mir

Wer gehört zu wem? Was hält in Deutschland, in Europa die Gesellschaft zusammen? Was lässt sich tun, um Spaltungen zu überwinden? Wie bringen wir die Demokratie, wo sie zu verderben droht, wieder zum Blühen? Fragen, die sich 2019 mit besonderer Dringlichkeit stellen:

Das Grundgesetz wurde im Mai 70 Jahre alt, Ende Mai haben Europas Bürgerinnen und Bürger ein neues Parlament gewählt, und im November feiert Deutschland den 30. Jahrestag des Mauerfalls. Damit befasst sich unsere Serie „Du gehörst zu mir“ seit Anfang des Jahres.

Noch bis zum 9. November werden wir unter dem Stichwort „Brüche“ Geschichten erzählen von Menschen, deren Leben von Wirrungen und Wendungen geprägt wurden. Wir betrachten das Wort Bruch näher, auch, um die hellen Seiten dieses oft eher mit Angst und Unsicherheit besetzten Begriffs zu beleuchten. Und um Mut zum Bruch zu machen. 

Als PDF-Download bekommen Sie unsere Sonderseiten unter FR.de/zumir.

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