„Zweite Infektionswelle hat begonnen“

Corona: Deutschland erklärt Wien und Budapest zu Risikogebieten

  • vonMirko Schmid
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Die Bundesregierung erklärt am Mittwochabend Wien und Budapest zu Corona-Risikogebieten. Auch weitere Regionen unter anderem in Frankreich, Kroatien, den Niederlanden und der Schweiz sind betroffen. 

  • Die Bundesregierung erklärt die österreichische Hauptstadt Wien und die Kapitale Ungarns Budapest zu Corona-Risikogebieten.
  • Von der Warnung sind laut des Robert Koch-Instituts unter anderem auch Frankreich, Kroatien, die Niederlande und die Schweiz betroffen.
  • Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hatte am Sonntag erklärt, dass seiner Einschätzung nach in Österreich die zweite Infektionswelle begonnen habe.
Österreichs Kanzler Sebastian Kurz: „Zweite Corona-Welle hat begonnen“

Berlin -  Die deutsche Bundesregierung hat aufgrund der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen die österreichische Hauptstadt Wien zum Risikogebiet erklärt. Darüber hinaus hat die Bundesregierung eine entsprechende Reisewarnung ausgesprochen. Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichte am Mittwoch eine aktualisierte Liste der Corona-Risikogebiete, in der nun auch das Bundesland Wien als einziges Risikogebiet in Österreich aufgeführt wird.

Corona-Risikogebiete auch in Frankreich, Kroatien, den Niederlanden, Rumänien, der Schweiz, Tschechien und Ungarn

Auf der Webseite des Robert Koch-Instituts heißt es: „Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat.“ Das Auswärtige Amt ruft dazu auf, auf unnötige Reisen in das Bundesland Wien zu verzichten: „Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Bundesland Wien wird aufgrund hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt.“

Corona-Reisewarnung: Verbraucher können Reisen stornieren, Tourismus-Industrie leidet

Durch die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes ist es Urlaubern und Geschäftsreisenden möglich, ihre Buchungen kostenlos zu stornieren. Was gut für Urlauber ist, ist schlecht für die touristische Wirtschaft und die Hotels vor Ort. Es kommt zu Kündigungswellen. Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) meldet, wurden alleine 140 Mitarbeiter des Traditionshotels Sacher an den Standorten Wien und Salzburg betriebsbedingt gekündigt. Davon seien alleine in Wien 105 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen.

Der Chef der Hotelkette, Matthias Winkler, schlägt Alarm: „Dramatischer kann eine Situation nicht sein.“ Im Jahr 2020 werde der Umsatz bei Sacher nur bei 25 Prozent des Vorjahres liegen, für 2021 rechnet Winkler mit 30 bis 35 Prozent. Wahrlich keine guten Aussichten. Winkler geht davon aus, dass der internationale Tourismus mindestens vier Jahre brauchen werde, um sich von den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu erholen.

Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober: Vor allem Feiern in Familien- und Freundeskreis verantwortlich für zweite Welle

Nach Ansicht des österreichischen Gesundheitsministers Rudolf Anschober seien vor allem Familienfeiern und gesellige Runden im Freundeskreis verantwortlich dafür, dass eine zweite Corona-Infektionswelle rollt. Österreich befinde sich nun in einer entscheidenden Phase, so der Minister. Dabei sei es schwer, eine gesicherte Prognose der Fallzahlen in den nächsten Tagen abzugeben. Positive Schätzungen lägen bei rund 650 Fällen, pessimistischere Prognosen liegen bei einer Zahl von rund 1.500 täglich neu mit dem Corona-Virus infizierten Menschen. Die aktuellste Zahl liegt bei 750 neu Erkrankten (Mittwoch, 16. September 2020).

Dabei liegt der Schnitt in Österreich weit über den derzeit in Deutschland gemessenen COVID-19-Zahlen. Gemessen an der Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner liegen die Infektionszahlen in Österreich rund drei Mal höher als in Deutschland. (Von Mirko Schmid mit dpa)

Rubriklistenbild: © HELMUT FOHRINGER/dpa

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