Deutschland

Corona in Deutschland: Größerer Ausbruch bei Werft in Hamburg

In einer Werft in Hamburg gibt es einen größeren Corona-Ausbruch. Die Zahl der Infizierten in einer Konservenfabrik steigt weiter. Die Lage in Deutschland im News-Ticker.

  • Die Rückkehr zum Regelbetrieb an den Schulen in Deutschland wird zum Streitthema
  • Markus Söder* dämpft Hoffnungen von Fußball-Fans.
  • Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet die aktuellen Fallzahlen und die Reproduktionszahl.

Noch immer kämpft Deutschland mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2. Immer wieder kommt es zu kleineren Ausbrüchen von Corona-Infektionen. Die Angst vor einer zweiten Welle wird größer. Weitere Infos finden Sie in unserem neuen Ticker.

+++ 20.08 Uhr: Auf einer Werft in Hamburg sind bei einem Massentest 49 weitere Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Einige Testergebnisse stünden noch aus, hieß es am Dienstagabend (04.08.2020). Bei der Werft waren am Montag rund 500 Mitarbeiter eines gut abgrenzbaren Bereichs auf freiwilliger Basis getestet worden, nachdem Ende vergangener Woche dort bei sechs ihrer Kollegen das Virus festgestellt worden war.

Corona in Deutschland: 166 Infizierte in bayerischen Konservenfabrik

++++ 14.30 Uhr: Die Zahl der Corona-Infizierten im niederbayerischen Mamming steigt weiter an: 166 von 600 Mitarbeitern einer Konservenfabrik wurden positiv auf das Virus getestet. „Der gesamte Betrieb ist vorübergehend stillgelegt“, teilte das Landratsamt Dingolfing-Landau mit. Alle Beschäftigten befänden sich in Quarantäne, ebenso wie 130 Mitarbeiter an zwei weiteren Standorten des Betriebs.

„Die hohe Zahl an Neuinfektionen ist natürlich ein herber Rückschlag“, sagte Landrat Werner Bumeder (CSU). „Wir bleiben aber bei unserer Einschätzung, dass es sich um eine in sich geschlossene Einheit handelt und es weiterhin nur einen Infektionsherd gibt.“

Die Zahl der Infizierten könnte weiter steigen: Das Ergebnis der Kontrolluntersuchung von den 130 Mitarbeitern an den beiden weiteren Standorten der Konservenfabrik stehe noch aus, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes auf Nachfrage.

Im niederbayerischen Mamming ist es zu einem Massenausbruch des Coronavirus gekommen.

Corona in Deutschland – Esken: „Ich halte die Rückkehr zur gewohnten Normalität an den Schulen für eine Illusion“

+++ 13.30 Uhr: Eigentlich sollte es nach den Sommerferien in Deutschland wieder losgehen, mit dem Regelbetrieb an den Schulen. Doch angesichts der steigenden Corona-Neuinfektionen in Deutschland, und einer sehr gut möglichen zweiten Welle, ist die Rückkehr zum Regelbetrieb zum Streitthema geworden.

Angesichts der sich wieder zuspitzenden Corona-Krise in Deutschland hält die SPD-Chefin Saskia Esken eine Rückkehr zum Normalbetrieb an Schulen für eine Illusion.

Schulen und Corona: Esken hält Rückkehr zum Regelbetrieb für „Illusion“

So sagte SPD-Chefin Saskia Esken gegenüber der Neuen Berliner Reaktionsgesellschaft: „Ich halte die Rückkehr zur gewohnten Normalität an den Schulen für eine Illusion und die Aufgabe von Abstandsregeln für sehr problematisch.“ Kein Regelbetrieb, sondern spezielle Unterrichtskonzepte seien nötig, so die SPD-Chefin weiter, um die Kontakte in den Schulen zu beschränken. Geteilter Unterricht beispielsweise für Sport und Fremdsprachen, in dem unterschiedliche Klassen zusammengekommen müsse in Corona-Zeiten eingeschränkt werden.

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus dagegen betont selbstkritisch, dass den Eltern sowie Schülerinnen und Schülern in der Corona-Politik nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt worden sei. Für ihn habe der Regelbetrieb an Schulen in Deutschland „ganz große Priorität“, sagte der dem Sender Welt TV.

Ärzteverband sieht Deutschland bereits von zweiter Corona-Welle erfasst

+++ 6.49 Uhr: Eine vielfach befürchtete zweite Corona-Welle hat Deutschland nach Einschätzung des Ärzteverbandes Marburger Bund bereits erfasst. „Wir befinden uns ja schon in einer zweiten, flachen Anstiegswelle“, sagte die Vorsitzende Susanne Johna der „Augsburger Allgemeinen“ (Dienstagsausgabe). Zugleich versicherte sie, dass die Krankenhäuser darauf vorbereitet seien*.

Angesichts der steigenden Zahl an Neuinfektionen äußerte die Ärztevertreterin die Befürchtung. „dass wir die Erfolge, die wir bislang in Deutschland erzielt haben, in einer Kombination aus Verdrängung und Normalitätssehnsucht wieder verspielen“.

Corona in Deutschland: RKI meldet Zahl der Neuinfektionen

Update vom Dienstag, 04.08.2020, 6 Uhr: Die Gesundheitsämter der Bundesländer in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 879 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 211.281 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI meldete (Datenstand 04.08.2020, 0.00 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9156. Bis Dienstagmorgen hatten 194.000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen (Datenstand 03.08.2020, 0.00 Uhr) in Deutschland bei 1,09 (Vortag: 1,11). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt.

Corona-Reproduktionszahl in Deutschland weiterhin über kritischer Marke

+++ 20.42 Uhr: Die Corona-Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Schätzungen des RKI mit Datenstand 03.082020., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,09 (Vortag: 1,11). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Der 7-Tage-R-Wert liegt bei 1,00 (Vortag: 1,09)

Bundesregierung kritisiert Corona-Demos in Deutschland scharf

Update vom Montag, 03.08.2020, 13.30 Uhr: Auch die Bundesregierung hat die Missachtung der Auflagen bei der Corona-Demo in Berlin scharf kritisiert. Dass die Teilnehmer nicht nur sich selbst, sondern auch die Schwächeren der Gesellschaft gefährden, sei nicht hinnehmbar.

„Die Bilder, die wir da am Wochenende sehen mussten, sind inakzeptabel“, sagte die stellvertrende Sprecherin der Bundesregierung Ulrike Demmer. Das Verhalten vieler Teilnehmer sei nicht gerechtfertigt gewesen und habe die Demonstrationsfreiheit ausgenutzt. Sie hätten nicht nur gegen die Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus verstoßen, sondern auch Journalisten bei ihrer Arbeit behindert und „menschenverachtende Äußerungen“ getätigt.

Steve Alter, Sprecher des Bundesinnenministeriums, mahnte: „Demonstrationen wie am vergangenen Wochenende beobachtet sind mit Blick auf den Infektionsschutz eine Gesundheitsgefahr für uns alle und in dieser Form nicht akzeptabel.“ Dennoch seien friedliche Demonstrationen und Kritik auch in Zeiten von Corona wichtig.

Corona-Demo in Berlin: Viele Teilnehmer missachten die Auflagen

Erstmeldung vom Montag, 03.08.2020, 12.46 Uhr: Die Großdemonstration gegen die Maßnahmen zur Corona-Krise hat für harte Kritik aus der Politik gesorgt. Die Diskussion, wie Vorkommnise wie in Berlin künftig verhindert werden sollen, geht weiter.

Am Samstag (01.08.2020) demonstrierten in Berlin rund 20.000 Gegner der Corona-Maßnahmen - unter ihnen Corona-Leugner, Impfgegner und Rechtsradikale. Auflagen zur Eindämmung des Cornavirus, wie das Abstandsgebot oder die Maskenpflicht, wurden dabei massenhaft missachtet. ZDF-Reporterin Dunja Hayali wurde von Demo-Teilnehmern bedroht und musste einen Dreh abbrechen. Am frühen Abend wurde die Demonstration von der Polizei aufgelöst.

Trotz steigender Infektionszahlen haben Tausende Menschen in Berlin protestiert.

Corona-Demo: Politiker fordern strengere Regeln

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach forderte Geldstrafen bei Nichteinhaltung der Auflagen. „Wenn Zehntausende aggressiv dafür werben, Abstandsregeln nicht einzuhalten, dann ist das eine Gefährdung der öffentlichen Gesundheit“, sagte Lauterbach auf NDR Info. Es dürfe natürlich weiterhin demonstriert werden, aber nicht, wenn es Menschenleben gefährdet, so Lauterbach. Sonst ginge alles verloren, was über Wochen erreicht wurde. SPD-Vorsitzende Saskia Esken übte Kritik an der Polizei und forderte eine frühere Auflösung der Corona-Demo. Die Demonstranten hätten mit den Verstößen gegen die Abstands- und Maskenpflicht „unverantwortlich" gehandelt.

Für Innenpolitiker Armin Schuster (CDU) sind Corona-Demos wie in Berlin „eine Gefahr für die Allgemeinheit“. Für Versammlungen würden strengere Auflagen benötigt, forderte er in der „Rheinischen Post“. Sonst dürfe man Versammlungen gar nicht mehr genehmigen. Verstöße gegen die Corona-Auflagen, sowie Angriffe auf Medienvertreter und die Polizei war ein „deutlich konsequenteres Vorgehen der Versammlungsbehörden“ nötig.

Der Hauptgeschäftführer des Deutschen Städtetags, Helmut Dedy, sagte der „Funke-Mediengruppe“, dass sich aus aus Demonstrationen leicht Corona-Hotspots entwickeln könnten. „Es ist unverantwortlich, auf so engem Raum die Regeln und Auflagen nicht einzuhalten.“

Corona-Demo: Auch Verständnis für Teilnehmer

Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes Gerd Landsberg zeigte Verständnis für die Teilnehmer der Corona-Demo, kritisierte jedoch die Berliner Behörden. „Es ist ein Marathonlauf - und da die Disziplin zu behalten, ist schwer“, sagte er in einem Live-Talk der „Bild". „Ich verstehe nicht, warum Berlin nicht viel schärfere Auflagen für die Demonstration erlassen hat.“

Verständnis für die Demonstranten hatte auch FDP-Vizechef Wolfgang Kubicki. Unter ihnen seien viele verzweifelte Leute dabei, die nicht wissen, wieso die Maßnahmen umgesetzt werden. Die Politik habe es „versäumt“, den Menschen zu erklären, was die Maßnahmen bewirken sollen.

Coronavirus: Söder rechnet weiter mit Geisterspielen

Trotz Corona bald wieder volle Stadien? Die DFL plant für die kommende Saison bereits die Rückkehr von Fußball-Fans auf die Zuschauerränge. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat den Hoffnungen der Fans jedoch einen Dämpfer verpasst. Auch die Saison 2020/2021 der 1. und 2. Bundesliga soll erst mal vor leeren Rängen ausgetragen werden.

„Ich bezweifle, dass wir im August weitere Lockerungen beschließen können“, erzählte Söder der „Bild am Sonntag“. „Daher bin ich auch als Fußballfan sehr skeptisch zum Start der Bundesliga. Geisterspiele ja, aber Stadien mit 25 000 Zuschauern halte ich für sehr schwer vorstellbar.“ (Lukas Rogalla) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © picture alliance/Laurie Dieffembacq/BELGA/dpa

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