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Deutsche Bahn: Neue Streiks - So bekommen Reisende ihr Geld zurück

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Von: Tobias Utz

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Lokführerinnen und Lokführer streiken, um ihre Forderungen durchzusetzen. Das führt zu Chaos im DB-Netz.

Frankfurt – Die Lokführerinnen und Lokführer werden ab Mittwoch (31.08.2021) streiken. Ab der Nacht auf Donnerstag (01.09.2021) soll schließlich der Personenverkehr von den Streiks betroffen sein.

Bahn- und Zugreisende müssen sich nun auf Verzögerungen und Ausfälle einstellen. Doch können sich Fahrgäste dagegen wehren? Welche Rechte haben sie? Und kann das Geld zurückgefordert werden?

DB-Streik: So bekommen Reisende ihr Geld zurück

Beatrix Kaschel von der Schlichtungsstelle Nahverkehr in Düsseldorf erklärt der Deutschen Presse-Agentur, welche Rechte Fahrgäste bei streikbedingten Beeinträchtigungen nun haben – und wie sie sich das Geld für die Fahrkarte zurückholen können.

Streik bei der Deutschen Bahn
Durch die Streiks ergeben sich zahlreiche Verspätungen und Zugausfälle für Reisende. Eine Expertin erklärt, wie man sein Geld zurückbekommt. (Archivfoto) © Wolfgang Kumm/dpa

Welche Rechte haben Fahrgäste im Streikfall bei Zugverspätungen oder Ausfällen?

Beatrix Kaschel: „Die Fahrgastrechte der EU-Fahrgastverordnung gelten auch im Streikfall. Es gelten die gleichen Bedingungen wie bei Verspätungen und Zugausfällen aufgrund anderer Ursachen. Wer wegen eines Bahnstreiks nicht pünktlich ans Ziel kommt, kann je nach Verspätung einen Teil des Fahrpreises oder sogar den kompletten Fahrpreis zurückbekommen.
Wie hoch die Entschädigung ausfällt, hängt von der Länge der Verspätung ab. Kommen Fahrgäste mindestens 60 Minuten später als geplant an, haben sie Anspruch auf 25 Prozent Erstattung, bei mehr als 120 Minuten sind es 50 Prozent. Ab einer absehbaren Verspätung von über einer Stunde können Fahrgäste auch auf die Fahrt verzichten und den kompletten Ticketpreis zurückverlangen.

Bei einer Verspätung von mehr als 60 Minuten muss die Bahngesellschaft außerdem kostenlos Erfrischungen und Mahlzeiten in angemessenem Verhältnis zur Wartezeit anbieten. Gibt es von dem Unternehmen nichts, sollten Reisende auch hier die Rechnungen für ihre Verpflegung aufbewahren.“

Wie bekommen Fahrgäste bei streikbedingten Störungen im Bahnverkehr ihr Geld zurück?

Beatrix Kaschel: „Die Ansprüche müssen mit dem Fahrgastrechte-Formular geltend gemacht werden. Das Formular gibt es im Zug, an der DB-Information, im DB-Reisezentrum oder als Online-Formular.“

Wie kommen Reisende mit gültigem Fahrschein trotz Streik ans Ziel?

Beatrix Kaschel: „Wenn der gebuchte Zug ausfällt oder Verspätung hat, gibt es verschiedene Möglichkeiten, trotzdem ans Ziel zu gelangen.“

In einem solchen Fall gibt es laut Kaschel folgende Möglichkeiten:

Laut Angaben der Expertin gilt dieses Recht allerdings lediglich, falls die ursprüngliche Route nicht mehr als 50 Kilometer lang ist beziehungsweise nicht länger als eine Stunde dauert. Semestertickets und Sondertickets, wie ein Länder-Ticket, sind von solchen Regelungen ausgenommen.

Zudem betont Kaschel: „Kosten für Fahrten mit dem privaten Pkw werden nicht erstattet.“ (tu/dpa)

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