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Am Montagmorgen fuhr in Frankfurt am Main ein Regionalexpress im Hauptbahnhof auf einen Prellbock.

Zugverkehr

Fünf Bahnunfälle in einer Woche – Deutsche Bahn sieht keinen Zusammenhang

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Das war keine gute Woche für den Bahnverkehr in Deutschland. Fünf Unfälle oder Beinahe-Unfälle innerhalb von vier Tagen - die zwar glimpflich ausgingen. Aber alle Ereignisse hätten deutlich schlimmer enden können.

  • Mehrere Unfälle binnen weniger Tage bei der Deutschen Bahn
  • Deutsche Bahn sieht keine Zusammenhänge zwischen den Unfällen
  • Untersuchung kann noch sehr lange dauern

Am Montagmorgen fuhr in Frankfurt am Main ein Regionalexpress im Hauptbahnhof auf einen Prellbock; fünf Menschen wurden verletzt. Am Mittwochnachmittag standen sich auf der eingleisigen Außerfernbahn im bayerischen Griesen (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) plötzlich zwei entgegenkommende Züge gegenüber.

Kurz danach stieß in nordhessischen Werra-Meißner-Kreis ein Güterzug mit dem Kran eines Bauzugs zusammen. Der Kranausleger zerbrach und verletzte vier Gleisarbeiter.

Auf der eingleisigen Außerfernbahn standen sich  plötzlich zwei Züge gegenüber.

Am Donnerstagabend sprangen in Horb am Neckar (Landkreis Freudenstadt) drei Doppelstockwagen und die Lokomotive eines Intercitys aus den Schienen. Und in Hamburg-Altona streiften sich schließlich zwei leere ICE-Züge während einer Rangierfahrt.

Deutsche Bahn: Offizielle Erkenntnisse über die Ursachen liegen nicht vor

Offizielle Erkenntnisse über die Ursachen liegen nicht vor. Die Deutsche Bahn teilt auf Anfrage mit, „zwischen den Ereignissen besteht kein Zusammenhang“ - und bittet um Verständnis dafür, dass man sich zu laufenden Ermittlungen nicht äußere.

In Horb am Neckar entgleiste in IC auf dem Weg nach Stuttgart.

Üblicherweise nimmt sich die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung solcher Fälle an. Sie arbeitet sehr gründlich, befragt alle Beteiligten, stellt die technischen Abläufe nach und untersucht die betroffenen Fahrzeuge. Dafür gehen oft viele Monate, teils Jahre ins Land.

Zugunfälle der Deutschen Bahn: Die bekannten Fakten

Am meisten Klarheit gibt es bisher zum Güterunfall in Nordhessen. Laut Ermittlern war der Kran unerlaubt ins Nachbargleis geraten. „Technisches Versagen kann komplett ausgeschlossen werden“, sagte die Bundespolizei.

Der IC neben den Schienen.

In Bayern war eine der beiden Bahnen bei Garmisch-Partenkirchen zu spät unterwegs. Deshalb mussten sich die Züge an anderer Stelle als üblich begegnen. Dabei passierte ein Fehler. Eine „normale Betriebsbremsung“ habe genügt, um das Fahrzeug mit Tempo 60 zu stoppen, erläuterte die Bundespolizei. Die Züge standen sich am Ende mit einem Abstand von 25 Metern gegenüber.

In Frankfurt am Main verdichteten sich die Hinweise auf einen Fehler des Lokführers. Offenbar hatte der Regionalexpress vorher eine Panne; bei ihrer Beseitigung könnte am Bremssystem gearbeitet worden sein.

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