1. Startseite
  2. Panorama

Der Weltenmaler

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Boris Halva

Kommentare

Peter Gehre in seinem Wohnzimmer. Um ihn herum: sein Weltengemälde in 192 Teilen. Waltraud Grubitzsch/dpa
Peter Gehre in seinem Wohnzimmer. Um ihn herum: sein Weltengemälde in 192 Teilen. © Waltraud Grubitzsch/dpa

Peter Gehre hatte die Vision von einem Gemälde, das alle Länder der Erde verbindet. Nun würde er sein Werk gerne groß rausbringen. Oder vielleicht doch lieber verkaufen?

Peter Gehre ist ein Mann, der sich nicht mit Ideen aufhält. Er ist eher der Typ für Visionen. Vor 21 Jahren hatte er die Vision von einem Gemälde, das die ganze Welt abbildet. Der Plan: Allen 192 unabhängigen Staaten, die es im Jahr 2000 auf dem Erdenrund gab, je ein Bild widmen. Sein Credo: Alle Länder sind gleichberechtigt. Heißt: Alle Motive sind gleich groß, genau 70 auf 100 Zentimeter, und alle so gemalt, dass sie ineinander übergehen. „Die Verbindung und die Verbundenheit sind meine Vision von einer friedlichen Zukunft“, sagte der Künstler über seine Idee, als der Wochenspiegel Merseburg im Jahr 2017 über sein Projekt berichtete. Da war Bild Nummer 150 gerade fertig geworden. Die ersten Bilder seiner Vision von einem Weltengemälde brachte er 2001 in Öl auf Leinwand. Sein Ziel: Den Zyklus bis spätestens zum 22. Februar 2022 abzuschließen.

Das hat der heute 65-Jährige, der Spergau in Sachsen-Anhalt lebt und arbeitet, locker geschafft. Zwischenzeitlich hat er seine „Mavis“-Galerie gegründet, was für Malerei und Visionen steht. Und weil ihm offenbar irgendwann bewusst geworden geworden war, dass sich auf Visionen alleine keine friedliche Welt gründen lässt, hat er 2009 eine Stiftung gegründet, deren Zweck es auch ist, seine Weltbilder für immer beisammen zu halten.

Nun, da die 192 Länderporträts fertig sind und aneinandergereiht das laut Gehre längste Gemälde der Welt bilden, möchte es der Künstler aus der Enge seines Ateliers entlassen. Schön wäre es, wenn jemand das Gemälde in einem Rondell ausstellen würde, sagte er jüngst der Deutschen Presse-Agentur. Auch schön wäre es, wie Gehre sagte, wenn sich ein Millionär oder eine Millionärin für sein Werk „The World Union Vision“ begeistern könnte. Damit wäre dann – womöglich – zumindest die ein oder andere irdische Sorge des Künstlers gelindert.

Auch interessant

Kommentare