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Der lange Schatten

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Aaron Carter, 2015 in Berlin. dpa
Aaron Carter, 2015 in Berlin. dpa © dpa

Aaron Carter wurde als Kind zum Star – jetzt starb der Sänger mit 34

Aaron Carter ist tot. Das berichtete sein Agent Roger Paul auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur unter Berufung auf die Mutter Carters. Der ehemalige Kinderstar Carter wurde 34 Jahre alt. Alle weiteren Einzelheiten und Umstände seines Todes würden geklärt und dann mitgeteilt, hieß es. Die Polizei von Los Angeles bestätigte auf Nachfrage einen Einsatz in Lancaster im US-Bundesstaat Kalifornien, gab aber keine Details bekannt.

In einer schriftlichen Stellungnahme des Managements hieß es: „Wir sind sehr traurig und schockiert, heute den Tod von Aaron Carter zu bestätigen. Im Moment wird seine Todesursache untersucht.“ Man bitte um Rücksicht auf die Familie.

Carter hatte zuletzt immer wieder mit psychischen Problemen sowie Medikamenten- und Drogensucht gekämpft. Der jüngere Bruder von „Backstreet Boy“ Nick Carter feierte Ende der 90er Jahre mit Hits wie „Crush On You“ und „Aaron‘s Party“ große Erfolge – da war er noch ein Kind. Seitdem hat er sich immer wieder eher erfolglos an einem Comeback versucht. Im Rahmen einer Welttournee machte er 2015 auch in Deutschland Station.

Zuletzt machte Carter aber eher mit schlechten Nachrichten von sich reden. Die Brüder Nick und Aaron zofften sich öffentlich, machten sich schlimme Vorwürfe. 2019 behauptete Nick, sein jüngerer Bruder habe Drohungen gegen die Familie ausgesprochen. Auch mit seiner Zwillingsschwester Angel hatte Aaron sich in den Haaren – schließlich beantragten Nick und Angel ein Kontaktverbot.

Drogen, Medikamente, Wut

Vor drei Jahren sagte Aaron Carter, er nehme Medikamente, um seine psychischen Probleme in den Griff zu bekommen. Auch politisch positionierte er sich und erklärte 2016, bei der US-Präsidentschaftswahl Donald Trump zu wählen. Von Carters Management hieß es am Samstag: „Aaron wusste, dass er manchmal nicht die besten Entscheidungen traf, aber er litt unter den Folgen davon.“ Er habe stets versucht, die Dinge in Ordnung zu bringen und Wiedergutmachung zu leisten. „Aaron Carter hat das Leben wirklich geliebt.“

Vor knapp einem Jahr war das erste Kind des Sängers zur Welt gekommen. „Prince ist kostbar, ich liebe dich, Sohn“, schrieb er damals, zur Geburt im November 2021, auf Instagram. Eine Woche später trennte er sich von der Mutter. Aus „persönlichen Gründen“ gehe man getrennte Wege, schrieb er auf Twitter.

In mehreren Botschaften beklagte sich Carter über angebliche Lügen und Einmischungen seiner Familie. Seiner Ex-Verlobten warf er vor, heimlich Kontakt zu seiner Zwillingsschwester zu halten. Er sei von seiner Familie hintergangen worden, schrieb Carter. Sie habe sich darum bemüht, ihn unter Vormundschaft zu stellen. Es sei nun seine wichtigste Aufgabe, sich als alleinstehender Vater ganz um seinen Sohn Prince zu kümmern.

In den vergangenen Jahren hatte sich Carter im Internet auch immer wieder öffentlich mit Unbekannten gestritten, die ihn provozierten oder sich über ihn lustig machten. Von vielen wurden die Probleme Carters als Folge seines frühen Ruhms gesehen. Fachleute weisen immer wieder auf den hohen Druck hin, dem Kinder und Jugendliche vor allem in der US-Unterhaltungsindustrie ausgesetzt sind. Zu den Kameras und Mikrofonen, die ständig auf die jungen Promis gerichtet sind, kamen in den vergangenen zehn Jahren verstärkt die sozialen Medien und das Internet. Die Kinder-Idole müssen nur nach ihrem Namen suchen, um in die aggressiv brodelnde Gerüchteküche um ihr Privatleben einzutauchen.

B. Schwinghammer und J. Naue, dpa

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