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Von: Natascha Heidenreich

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Der Adventskalender: 24 Ideen aus der FR-Redaktion.
Der Countdown läuft! © Patrick Pleul/dpa

24 Ideen für kleine Geschenke zu Weihnachten. Nummer 1: ein Adventskalender zum Rätseln.

Mein Studentenwohnheim auf dem Campus Bockenheim war wirklich nicht besonders ästhetisch oder klinisch sauber, doch wir Studierende verstanden uns untereinander sehr gut. Wir alle teilten uns Dusche, WC und Küche, die immer ein bisschen nach Zigaretten und Fisch roch.

An einem Abend im November trank ich mit meiner besten Freundin Eva einen Tee in der Küche, als uns plötzlich die Idee kam, diesem Ambiente einen Hauch von Weihnachten zu verschaffen. Wir rannten in den Flur und begannen die Zimmertüren zu zählen. Es war unfassbar. Es waren genau 24. Perfekt! Damit stand fest: Wir würden einen Adventskalender für alle Mitbewohner:innen organisieren.

Vom Glück der kleinen Dinge

Die selbstgestrickten Socken in fröhlichen Farben, das liebevoll gekochte Menü, der handgeschriebene Brief an die weit entfernt wohnende Freundin oder die schon so lange aufgeschobene Mitgliedschaft im Verein, der sich um Bedürftige kümmert – im diesjährigen Adventskalender stellen wir Ideen vor, wie Sie mit kleinen Dingen oder beherzten Gesten Ihre Lieben oder auch andere Menschen zu Weihnachten beschenken können. FR

Wir begannen sofort mit der Planung. Wir malten 24 Türchen, um sie später an die echten Türen der Studierenden zu hängen. Ein Rätsel-Adventskalender sollte es werden, bei dem jeder, der es schaffte sein Rätsel zu lösen, eine kleine Überraschung erhalten sollte. Nüsse, Mandarinen, Schokolade, Plätzchen, Bier – immerhin war es ja ein Studentenwohnheim. Eben alles, was das Weihnachtsherz begehrte.

Es sollte aber bei unserem Adventskalender nicht nur um Rätsel und Geschenke gehen. Wir wollten den Geist von Weihnachten in unser Wohnheim bringen. Also alle zusammenbringen, um uns als Gemeinschaft noch weiter zu stärken. Und so beschlossen wir, dass jeder das Geschenk bei demjenigen abholen sollten, der dann am nächsten Tag ein Rätsel lösen musste, um ein Geschenk gewinnen zu können. So sollte dann auch die Antwort eines jeden Rätsels etwas mit dem nächsten Türchen zu tun haben. Beispielsweise spielten wir mit den Wegen zwischen den Zimmern, mit Namen und Bildern.

Die Rätsel sollten weder unter- noch überfordern. Wir wollten niemanden entmutigen. So erfanden wir 24 Rätsel, die auf jeden einzelnen unserer Freund:innen zugeschnitten waren. Vor allem musste auch die Reihenfolge stimmen. Denn so mancher verlässt das Wohnheim in der Weihnachtszeit, um die Familie zu besuchen. All das mussten wir einkalkulieren. Es war dementsprechend ein organisatorisches Großprojekt, für das wir aber mit einem schönen Erfolg belohnt wurden.

Bei besonders schwierigen Rätseln konnten wir beobachten, wie sich unsere Mitbewohner:innen untereinander halfen und diskutierten. Im Nachhinein bedankten sich wirklich alle bei uns für unsere Mühe. Doch nicht nur sie, auch wir hatten großen Spaß mit diesem Rätsel-Adventskalender, der uns vor sechs Jahren jeden Tag im Dezember begleitet hat und uns Studierende im Wohnheim definitiv einander noch näher gebracht hat. Die Rätsel zu lösen ist natürlich einfacher, je besser man die Menschen im Studentenwohnheim kennt.

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