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Neue Corona-Variante „Deltakron“ nachgewiesen – Was wir wissen

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Von: Sophia Lother

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Fachleute entdecken eine neue Corona-Mutante, die eine Kombination aus Delta und Omikron zu sein scheint – und warnen vor einem Worst-Case-Szenario.

London – In Omikron-Zeiten, in denen die Neuinfektionszahlen durch die Decke gehen, häufen sich nun die Meldungen einer neuen Mutante: Deltakron. Schon im Januar wurde die mögliche neue Mutante das erste Mal thematisiert. Doch kurz nach der Erstmeldung erklärten Fachleute: Es handele sich nicht um Deltakron, sondern um einen Fehlalarm.

Nun wurde eine neue Corona-Variante entdeckt. Sie weist starke Parallelen zu Delta und zur Omikron-Variante auf. Doch ist das überhaupt möglich? Und was sagen Fachleute zu Deltakron?

Deltakron: Wie gefährlich ist die neue Corona-Variante?

Als Deltakron das erste Mal festgestellt wurde, war die Sorge groß. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler meldeten damals den Fund auf Zypern. Kurz darauf erklärten mehrere Forschende, dass es sich wahrscheinlich um einen Laborfehler handele. So erklärte WHO-Expertin Krutika Kuppalli auf Twitter: „Deltakron ist nicht real und entstand vermutlich durch ein Artefakt bei der Sequenzierung, also Verunreinigung.“

Deltakron: In Großbritannien wurden mehrere Fälle festgestellt. (Symbolfoto)
Deltakron: In Großbritannien wurden mehrere Fälle festgestellt. (Symbolfoto) © TOLGA AKMEN/AFP

Doch nun wurde wieder ein Fund einer Misch-Mutante gemeldet, diesmal in Großbritannien. Die UK Health Security Agency (UKHSA), eine Regierungsbehörde des britischen Gesundheitsministeriums, hat sie in ihrem wöchentlichen Update aufgeführt.

Corona-Variante entdeckt: Deltakron in Großbritannien – Fachleute schlagen Alarm

Die Variante stamme vermutlich von AY.4.2.2 (Delta-Variante) und dem Omikron-Subtyp BA.1.1 ab. Die Rede ist hier von einer Rekombination. Es haben sich folglich Eigenschaften beider Varianten in einer neuen Form zusammengefunden. Insgesamt 32 Fälle wurden bereits verzeichnet.

Im Interview mit dem Deutschlandfunk warnte Virologe Christian Drosten kurz nach dem Bekanntwerden von Deltakron in Großbritannien vor einer eventuellen Rekombination. Es sei vorstellbar, dass zukünftig ein Virus entstehe, welches einerseits „das Spike-Protein des Omikron-Virus trägt, um weiterhin diesen Immunvorteil zu genießen, aber den Rest des Genoms des Delta-Virus hat“.

Durch die Mutationen am Spike-Protein gelingt der Omikron Corona-Variante unter anderem, den Immunschutz der Menschen teilweise zu umgehen. Dadurch könnten Corona-Varianten entstehen, die die stärksten Eigenschaften beider Vorgänger in sich vereinen. „So etwas gibt es, das ist schon beschrieben worden, das muss man im Moment befürchten, dass so etwas passieren könnte“, erklärt Christian Drosten.

Corona-Varoamte Deltakron: Carsten Breuer spricht von Worst-Case-Szenario

Auch der Leiter des Corona-Krisenstabs im Kanzleramt, Carsten Breuer, unterstrich die Gefahr einer solchen Rekombination. „Ein mögliches Worst-Case-Szenario wäre eine Kombination aus der Delta- und Omikron-Variante, die eine neue, heftige Welle auslöst, mit der das Gesundheitssystem an seine Grenzen gebracht wird“, erklärte er gegenüber der Wirtschaftswoche.

Zuvor hatte auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach bei Markus Lanz (ZDF) betont, dass eine „rekombinierte Virusvariante“ im Herbst 2022 auf Deutschland zukommen könnte. Bisher hat die Gesundheitsbehörde Großbritanniens noch keine weiteren Zahlen und Daten herausgegeben. Auch zum Krankheitsverlauf ist aktuell noch nichts bekannt. (slo)

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