Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

In Großbritannien breitet sich die Delta-Variante des Coronavirus an Schulen aus.
+
In Großbritannien breitet sich die Delta-Variante des Coronavirus an Schulen aus.

Corona

Corona-Warnung aus Großbritannien: Schulen als „Inkubationszentren für die neue Delta-Variante“

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
    schließen

Großbritannien leidet unter der Delta-Variante, die nun auch in Deutschland festgestellt wurde. Vor allem an Schulen sind die Auswirkungen zu spüren.

Derzeit sinken die Corona-Zahlen in Deutschland*, nur noch 538 Neuinfektionen hat das Robert Koch-Institut (RKI) am Sonntag (27. Juni 2021) gemeldet. Doch Fachleute warnen bereits vor der Delta-Variante des Coronavirus, die zuerst in Indien entdeckt wurde und mittlerweile unter anderem in Portugal und Großbritannien für steigende Corona*-Zahlen sorgt. Und auch in Deutschland ist sie bereits angekommen. In allen 16 Bundesländern hat das RKI die Delta-Variante nachgewiesen*, in der 24. Kalenderwoche (14.-20.6.) steckte die Variante bereits hinter 13 Prozent aller untersuchten Corona-Infektionen, in der Woche davor stellten sich noch 6,4 Prozent der Infektionen als die Delta-Variante heraus.

Was die Delta-Variante für Deutschland bedeuten kann, zeigt ein Blick in die Länder, die von der Mutante bereits stark betroffen sind. In Großbritannien breitet sich das Coronavirus* unter Schülern mit großem Tempo aus. Die Sunday Times berichtet, die Zahl der infizierten 5- bis 9-Jährigen sei in der Woche zum 20. Juni im Vergleich zur Vorwoche um 70 Prozent gestiegen. Bei den 10- bis 14-Jährigen soll die Zahl der Infizierten um 56 Prozent angewachsen sein, so die Zeitung, die sich auf die Zahlen der britischen Gesundheitsbehörde beruft. Insgesamt 16.100 Schüler:innen sollen wegen einer Corona-Infektion nicht in der Schule gewesen sein (Vorwoche: 10.600). Der Grund dafür sei die Delta-Variante, heißt es weiter.

Corona: Schulen als „Inkubationszentren für die neue Delta-Variante“

Steve Chalke von der christlichen Wohltätigkeitsorganisation Oasis Charitable Trust erklärt demnach, Schulen seien „Inkubationszentren für die neue Delta-Variante“. Der Trend in Schulen zeige seit drei Wochen nach oben. „Wir haben offensichtlich noch nicht die Spitze dieser dritten Welle erreicht“, so Chalke.

KWAnzahl Delta-VarianteAnteil in %
212671,6 %
223583,1 %
234726,4 %
2434413,0 %
Quelle: RKI

Der Epidemiologe Dirk Brockmann mahnt im ZDF, in der aktuellen Diskussion die Kinder und Jugendlichen nicht zu vergessen: „Man muss einfach erkennen: Entweder werden sie geimpft oder sie infizieren sich“. Die Delta-Variante des Coronavirus breite sich bevorzugt in den Bevölkerungsschichten aus, in denen noch nicht viele geimpft seien. Und auch wenn die Corona-Verläufe bei Kindern und Jugendlichen „in der Regel weniger schlimm“ sind, zeigten Studien, „dass ein Prozent der Kinder hospitalisiert wird“, so Brockmann weiter. „Das ist keine Trivialität“, auch bei Kindern und Jugendlichen seien schwere Verläufe möglich.

Gegenüber der Rheinischen Post warnt auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach eindringlich vor den Auswirkungen der Delta-Variante auf Kinder*. Eine Durchseuchung mit der Variante sei zu riskant, die Ständige Impfkommission (Stiko) müsse ihre Empfehlungen anpassen, wie auch echo24.de berichtet. Bisher empfiehlt die Stiko Impfungen bei Kindern ab 12 Jahre nur in Ausnahmefällen, etwa bei Vorerkrankungen.

Delta-Variante: Mehr als die Hälfte der Toten war gegen Corona geimpft

An der Situation in Großbritannien kann man nicht nur ablesen, wie es Kindern mit der Delta-Variante ergehen könnte, sondern auch, was Impfungen angesichts der neuen Variante bewirken. Und auch hier gibt es keine guten Nachrichten von der Insel: Mehr als die Hälfte der Personen, die durch die Delta-Variante gestorben sind, seien bereits geimpft gewesen, so die britische Gesundheitsbehörde Public Health England. Bei 117 Toten wurde die Delta-Variante nachgewiesen, von ihnen waren demnach 50 vollständig geimpft. 20 hatten bis zu ihrem Tod nur eine Impfdosis erhalten, berichtet die Frankfurt Allgemeine Zeitung (FAZ). Allerdings handele es sich überwiegend um sehr alte oder gesundheitlich angeschlagene Menschen, so die Informationen aus Großbritannien.

Delta-Variante: Politiker fordern Verkürzung des Impfintervalls

In Deutschland ist bisher noch kein Anstieg der Corona-Zahlen zu erkennen, der Anstieg der Infektionen mit der Delta-Variante ist noch in den Gesamtzahlen versteckt*. Doch das dürfte sich ändern. Weil ersten Erkenntnissen zufolge eine Corona-Impfung alleine kaum gegen die Delta-Variante hilft, fordern Gesundheitspolitiker der Opposition, das Impfintervall zu verkürzen. Bei den mRNA-Impfstoffen* von Biontech/Pfizer* und Moderna* sollte die zweite Impfung „dringend vorgezogen werden“ und schon nach drei Wochen stattfinden, so Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen gegenüber der Welt am Sonntag. „Harte Daten“ zeigten, dass das gegen die Delta-Variante sehr wirksam sei. Zu einer früheren Zweitimpfung mit dem Vektor-Impfstoff von Astrazeneca liegen dagegen noch keine Daten vor.

Auch Andrew Ullmann, FDP-Obmann im Gesundheitsausschuss, schließt sich der Forderung an und sagt: „Die Ständige Impfkommission sollte ihre Empfehlung zu den Impfintervallen überarbeiten und den Zeitpunkt der Zweitimpfung vorziehen.“ Bisher empfiehlt die Stiko zwischen den beiden Impfungen längere Impfintervalle als möglich – weil die Wirksamkeit beispielsweise bei Astrazeneca* dann höher ist, aber auch, weil zunächst nur wenig Impfstoff verfügbar war. (Tanja Banner) *fr.de und echo24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare