Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Urlaub während Corona

Trotz 50 Prozent Delta-Variante: Fürs Erste keine strengeren Vorschriften für Reisende

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
    schließen
  • David Suárez Caspar
    schließen

Aufgrund der weiteren Ausbreitung der Delta-Variante wird der Ruf nach einer strengeren Kontrolle der Reisenden immer lauter. Doch vorerst soll es keine Änderungen geben.

Update vom Dienstag, 29.06.2021, 7.40 Uhr: Mindestens 35 Prozent der Corona-Neuinfektionen dürften mittlerweile auf die ansteckendere Delta-Variante zurückzuführen sein, so der Präsident vom Robert Koch-Institut Lothar Wieler. Da die Daten bereits einige Tage alt seien, schätze er den Anteil derzeit tatsächlich sogar auf rund 50 Prozent. Vorerst soll es keine strengeren Auflagen für Reisende geben, wie Bund und Länder am Montag (28.06.2021) entschieden haben.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ist für Kontrollen von Reiserückkehrenden an den Grenzen. Dabei will er aber Chaos vermeiden. Für stationäre Grenzkontrollen sehe er derzeit keinen Anlass. „Wir müssen schauen, dass wir uns nicht ein Infektionsgeschehen zusätzlich ins Land holen“, sagte der CSU-Politiker der Süddeutschen Zeitung am Dienstag. Nach eigener Aussage schwebt ihm statt stationärer Grenzkontrollen ein ähnliches System wie im vergangenen Jahr vor: eine sogenannte „Schleiermaßnahme”, bei der die Reisenden auf Plätzen möglichst dicht nach der Grenze kontrolliert werden. Auch dass dort wieder Schnellteststationen eingerichtet werden könnten, sei vorstellbar.

Gerade Urlaubsreisen in Virusvariantengebieten mit Delta könnten die Basis für eine vierte Pandemie-Welle werden, so der Ministerpräsident von Saarland Tobias Hans (CDU) gegenüber der Rheinischen Post. „Für die Rückkehr aus bestimmten Risiko-Ländern oder für Flugreisende gelten ja bereits Testpflichten, diese sollten auch an den Flughäfen stärker kontrolliert werden.” Bei den über Land Reisenden sei eine Überprüfung der Corona-Tests jedoch schwierig. „Deshalb müssen wir weiterhin an regelmäßigen Tests etwa in Schulen, Restaurants, Fitnessstudios oder Betrieben festhalten.”

Für Urlaubsreisende wird es vorerst keine strengeren Auflagen aufgrund der Delta-Variante geben.

Trotz Delta-Variante: Vorerst keine strengeren Vorschriften für Urlauber

+++ 17.50 Uhr: Vorerst plant der Bund keine strengeren Corona-Bestimmungen für Reisende. Das ist das Ergebnis von Beratungen von Bund und Ländern vom Montag, wie die dpa meldet. Die geltende Einreiseverordnung wird demnach nicht kurzfristig geändert.

Der Bund hatte für konkrete Vorschläge für eine verbesserte Einreiseverordnung offen gezeigt. Nur Mecklenburg-Vorpommern habe einen konkreten Vorschlag gemacht. Diesem Vorschlag zufolge sollte ab einer Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in 7 Tagen in einer Region wieder eine fünftägige Mindestquarantäne eingeführt werden - ohne die derzeit mögliche Freitestung am ersten Tag. Nach diesen Informationen ist dem Vorschlag aber kein anderes Land gefolgt. Einen gemeinsamen Vorschlag für eine Änderung gab es demnach nicht.

Angst vor Delta-Variante: Bund und Länder beraten über strengere Kontrollen

Update, 15.53 Uhr: Vor dem Hintergrund der sich stark ausbreitenden Delta-Variante des Coronavirus wollen Bund und Länder noch am Montag (28.06.2021) über strengere Kontrollen von Reiserückkehrer:innen beraten. Laut verschiedenen Medienberichten sei eine Schalte zwischen Kanzleramtschef Helge Braun und den Chefs der Staatskanzleien angesetzt.. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa.

Mehrere Ministerpräsident:innen hatten schärfere Bestimmungen gefordert. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) lehnt jedoch stationäre Grenzkontrollen derzeit ab, wie ein Sprecher des Innenressorts dpa mitteilte. Bund und Länder beraten unter anderem über die Frage, ob Reisende aus Risikogebieten nach ihrer Rückkehr wieder in Quarantäne müssen, so der Sprecher.

Reiserückkehrer müssen nach ihrer Ankunft in Deutschland vorerst nicht generell in Quarantäne. (Symbolfoto)

Coronavirus: Regierungschef:innen fordern strengere Regeln für Urlauber

Erstmeldung vom Montag, 28.06.2021: Berlin - Obwohl die Corona-Inzidenz in Deutschland weiter bei einem niedrigen Wert liegt, breitet sich die Delta-Variante auch hierzulande aus. In England und Israel sorgt die Delta-Variante trotz vergleichsweise hoher Impfquote für zahlreiche Neuinfektionen. Um die Ausbreitung der hochansteckenden Variante Delta besser kontrollieren zu können, fordern Länder- und Regierungschef:innen, die Test- und Quarantäneregeln bei der Einreise aus dem Ausland zu verschärfen. „Diese Stichproben reichen nicht, die im Moment von der Bundespolizei umgesetzt werden“, sagte Berlins Bürgermeister Michael Müller (SPD) im ZDF.

Der Bürgermeister Hamburgs Peter Tschentscher (SPD) kritisierte, dass bei der Einreise aus Corona-Risikogebieten nur ein einmaliger, einfacher Antigen-Test reiche, um die Quarantäne zu vermeiden. „Das ist zu unsicher“, sagte er der Welt. Stattdessen sollen nicht geimpfte Reiserückkehrer:innen aus Risikogebieten und Hochinzidenzgebieten grundsätzlich in Quarantäne gehen. Diese dürfe frühestens nach fünf Tagen bei einem negativen PCR-Test aufgehoben werden. Für geimpfte Reisende gibt es seit Mitte Juni die Option, den digitalen Impfpass zum Reisen zu benutzen.

Delta-Variante soll durch Urlauber und Reiserückkehrer nicht zur Gefahr in Deutschland werden

Berlins Regierungschef Müller ergänzte zum Thema. „Sie können schon bei der Anreise kontrollieren: Wer hat den entsprechenden negativen Testnachweis? Und dann hier nach einer bestimmten Quarantänezeit auch mit einem erneuten Test gegenchecken, dass man auch wirklich negativ ist“, erklärte der SPD-Politiker im ZDF. „Es ist schön, wenn die Menschen Urlaub machen können. Aber wir wollen die Gefahren ja nicht zurückbekommen hier nach Deutschland.“

Der Ruf nach strengeren Auflagen für Reiserückkehrende wird wegen der Ausbreitung der Delta-Variante immer lauter.

Delta-Variante: Forderungen nach Grenzkontrollen wegen Corona-Variante werden lauter

Reisende sollen an den Grenzen engmaschig auf Impfausweise und negative Corona-Tests kontrolliert werden. Das forderte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Rückendeckung kam von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil: „Ich unterstütze ausdrücklich die Forderung nach Kontrollen an den Grenzen, ob aktuelle Negativ-Tests vorliegen. Genau daran hat es bislang gemangelt“, sagte der SPD-Politiker der Welt.

Auch Weil sieht eine zweifache Testpflicht für alle Rückkehrende, die nicht voll geimpft sind. „Auch in Ländern mit vergleichsweise niedrigen Inzidenzen läuft man Gefahr, mit anderen Urlaubern zusammenzukommen, die das deutlich ansteckendere Delta-Virus mit sich tragen“, sagte er. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hatte schon zuvor gemahnt: „Internationale Reisen dürfen nicht dazu führen, dass sich wieder mehr Menschen infizieren und das Virus nach Hause tragen.“

Corona-Lage im Ausland: Bundesregierung stuft Delta-Variante als gefährlich ein

Die Bundesregierung bewertet regelmäßig die Corona-Lage im Ausland. Dabei unterscheidet sie zwischen Gebieten mit besorgniserregenden Virusvarianten, wie der Delta-Variante und Hochinzidenzgebieten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 200 und Risikogebieten mit über 50. Bisher unterliegen nur Rückkehrende aus Risiko-, Hochinzidenz- und Virusvariantengebieten Testpflichten.

Aufgrund sinkender Corona-Infektionszahlen sind zuletzt zahlreiche Urlaubsgebiete in Europa aus der Liste der Risikogebiete gefallen. Menschen, die über den Landweg nach Deutschland zurückkehren, müssen deshalb keine Einreisebeschränkungen mehr beachten. Für Flugreisende gilt allerdings weiter eine generelle Testpflicht. Egal ob aus einem Risikogebiet oder nicht: Jede Person muss schon vor dem Abflug ein negatives Testergebnis, einen Impf- oder Genesenen-Nachweis vorlegen. (dsc mit dpa)

Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare